Vogel liebt Raubkatze

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Zwei Traumtypen: Jürgen Vogel hängte sich schon als Zehnjähriger das Foto eines E-Types übers Bett – heute fährt er selber mit einer Raubkatze aus dem Jahr 1961.

Ist es nun eine Vogel-Manie, oder sind unzählige Youngtimer-Fans vor allem vom roten Jaguar E-Type elektrisiert? Unglaublich jedenfalls, welche Begeisterung beide auslösen...

Jürgen Vogel

...sobald sie am Schlossplatz von Winsen an der Luhe, am Lübecker Kobergplatz oder sonst entlang der Hamburg-Berlin-Klassik 2011 auftauchen: Schauspieler Jürgen Vogel, der in Filmen wie Keinohrhasen und Die Welle fleißig Sympathiepunkte gesammelt hat, und der legendäre Jaguar E-Type, seit seiner Weltpremiere 1961 für viele Autofans und sogar laut Enzo Ferrari „das schönste Auto der Welt“. Der britische Supersportler war damals mit 240 km/h Spitze das schnellste Serienauto, dabei mit 25.000 Mark nur etwa halb so teuer wie vergleichbare Traumwagen von Aston Martin oder Ferrari. Seinem Charme verfielen Weltstars wie Brigitte Bardot oder Steve McQueen, in den 60er-Jahren war er für den coolen FBI-Agenten Jerry Cotton der angemessene fahrbare Untersatz.

Jaguar E Type - eine Autolegende

Jaguar E Type - eine Autolegende

Jaguar E Type - eine Autolegende
Jaguar E-Type 86 PJ Lightweight. © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
Die Enthüllung des Jaguar E-Type im März 1961 auf dem Genfer Autosalon war eine Sensation. Der E-Type wurde am 15. März 1961 im Genfer Restaurant du Parc des Eaux Vives der Weltpresse vorgestellt. Von den Anfragen elektrisierter Medienvertreter nach Demonstrationsfahrten auf einem nahegelegenen Bergstück bestürmt, beorderte Jaguar-Gründer Sir William Lyons seinen Chef-Testfahrer Norman Dewis mit einem weiteren E-Type in einer Nachtfahrt von Coventry in die Schweiz. © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
Sogar Enzo Ferrari gestand in Genf ein, dass es "das schönste Auto der Welt" sei. © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
Die aerodynamisch perfekt gestaltete Karosserie des E-Type war das Werk des gelernten Luftfahrtingenieurs Malcolm Sayer, der seine Genialität als Designer zuvor bereits bei den Le Mans Siegerautos C- und D-Type unter Beweis gestellt hatte. © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
Bei seinem Erscheinen kostete der E-Type £2.256, inklusive Steuer und Speichenrädern als unverzichtbares Extra. Das entspricht einem heutigen Preis von gerade einmal £38,000. Der Preis für das Cabriolet betrug in Deutschland seinerzeit DM 25.000, für das Coupé DM 26.000. © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
Mit der ästhetischen Perfektion seiner Proportionen und der einzigartigen Linienführung hat der E-Type Stylinggeschichte geschrieben und steht seit 1996 sogar als Dauerexponat im New Yorker Museum of Modern Art. © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
Jaguar E-Type 86 PJ Lightweight © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
Jaguar E-Type E2A-Prototype © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
Jaguar E-Type E2A-Prototype © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
Jaguar E-Type Modern Racer © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
E-Type Series I Bumper Blade © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
E-Type Series I California © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
E-Type Series I Coupe © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
E-Type Series I Coupe © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
E-Type Series I Las Vegas © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
 © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
Jaguar E-Type Owners Handbooks © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
E-Type Production Ledger © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
E-Type Production Ledger © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
E-Type Series I Dashboard © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
E-Type Series I Dashboard USA © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
E-Type Series I Las Vegas © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
E-Type Series I Nevada Desert © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
E-Type Series I Open Two Seater. © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
E-Type Series I OTS © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
E-Type Series I OTS Cabin © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
E-Type Series I OTS Rear © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
E-Type Series I Steering Wheel Boss © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
E-Type SeriesI Straight-Six © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
E-Type Series I Wire Wheel © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
Final E-Type © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
Final E-Type © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
First E-Type 77RW © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
First E-Type 77RW © Jaguar

2011 gehören Jürgen Vogel und der E-Type zu den Highlights der Klassiker-Rallye Hamburg-Berlin 2011. Die Paarung ist kein Zufall: „Der E-Type war das erste Auto, das ich mir als Zehnjähriger aus der Zeitung ausgeschnitten und an die Wand geklebt habe“, schwärmt der Schauspieler über die Sportwagen-Ikone. Der feuerrote Jaguar E-Type Roadster Baujahr 1961, mit dem Jürgen Vogel die 700 Kilometer absolviert, gehört zu den ältesten noch fahrbaren Exemplaren des heuer 50 Jahre alt gewordenen Klassikers – zu erkennen an den typischen Plexiglas-Scheinwerfern der ersten Serie.

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Spötter nannten den E-Type wegen seiner eigenwilligen Proportionen einst „Motor mit Notsitz“, Kabarettist Wolfgang Neuss bemühte gar das überstrapazierte Bild vom Phallus-Symbol. Jürgen Vogel sieht das locker: „Jeder hat seine eigenen Bilder im Kopf. Ich denke, Wolfgang hat damit einfach gemeint, dass es ein ausgesprochenes Kraftauto ist.“ Unter der sinnlich langen Haube röhrt ein 3,8- Liter-Reihensechszylinder mit satten 265 PS. Besonders reizvoll findet Vogel am Ur-E-Type von 1961, dass der Motor die Rallye mit nur 12 bis 13 l/100 km Verbrauch meistert. „Da muss man zeitgemäß denken, und ich finde das echt erstaunlich für ein Auto dieses Baujahres und mit so viel Leistung.“ Diese bodenständige Sichtweise passt so recht zum unkomplizierten Jürgen Vogel, der mit Engelsgeduld unzählige Autogramme gibt oder für gemeinsame Portraits mit Fans freundlich stillhält.

Ist es nun eine Vogel-Manie, oder sind unzählige Youngtimer-Fans vor allem vom roten Jaguar E-Type elektrisiert?

Am Ende liegt Jürgen Vogel bei 190 Startern auf Platz 94 und gewinnt so die team­interne Wertung vor Regisseur Sönke Wortmann auf der Schwestermarke Range Rover. Ein standesgemäßes Resultat im E-Type, der seit 1996 als eines von wenigen Automobilen dauerhaft das New Yorker Museum of Modern Art bereichert.

Über 72.500 Exemplare des Langhaubers wurden bis 1975 gebaut, davon mit 33.996 die Mehrheit als Roadster. Vogel fährt den Zweisitzer genüsslich offen, so oft es das raue norddeutsche Wetter zwischen Hanse- und Hauptstadt zulässt. Im Visier immer den Straßenverlauf der Youngtimer-Rallye mit der schier endlosen Motorhaube im Vordergrund.

Jürgen Vogel

Wenn`s um Punkte geht, ist das Markenzeichen des „Jag“ laut Vogel allerdings unpraktisch: „Mit der schönen, langen Schnauze sind wir ein wenig im Nachteil. Du kannst schwer abschätzen, wann du genau durch die Lichtschranken der Zeitnahme fährst.“ Aber Vogel nimmt‘s gelassen: „Bei so viel Schönheit muss man halt auch irgendwelche Nachteile in Kauf nehmen.“

Die Tücken der Schönheit bekommt der Charaktertyp Tag für Tag besser in den Griff – bis hin zum kniffligen Einlegen des nicht synchronisierten ersten Gangs, ohne in den Rückwärtsgang zu rutschen und unfreiwillig für Lacher am Streckenrand zu sorgen. Der sympathische Vogel liebt die sinnliche Raubkatze. Die populäre Paarung wird noch viele Oldtimer-Rallyes bereichern.

Ralf Schütze

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