Fahrbericht

Land Rover Discovery: Mit der Familie bis zum Kilimandscharo

Er ist ein Abenteurer mit Sinn für die Familie: Land Rover hat den neuen Discovery in ein Alltagsauto verwandelt. Foto: Land Rover/dpa
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Er ist ein Abenteurer mit Sinn für die Familie: Land Rover hat den neuen Discovery in ein Alltagsauto verwandelt. 
Der neue Discovery ist jetzt runder, schmaler, flacher und deutlich länger. Foto: Land Rover/dpa
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Der neue Discovery ist jetzt runder, schmaler, flacher und deutlich länger. Foto: Land Rover/dpa
Im Wagen haben bis zu sieben Personen bequem Platz. Zudem gibt es eine verschiebbare Rückbank und zwei Klappsitze in der dritten Reihe. Foto: Land Rover/dpa
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Im Wagen haben bis zu sieben Personen bequem Platz. Zudem gibt es eine verschiebbare Rückbank und zwei Klappsitze in der dritten Reihe.
Der Kofferraum lässt sich von 258 Litern bei voller Bestuhlung auf bis zu 2500 Liter vergrößern. Foto: Land Rover/dpa
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Der Kofferraum lässt sich von 258 Litern bei voller Bestuhlung auf bis zu 2500 Liter vergrößern. 
Auch für den Fahrer wurde aufgerüstet: Der Land Rover Discovery verfügt über ein Hightech-Infotainmentsystem mit 60 GB Festplatte, einen Touchscreen und Hotspot für acht Geräte. Foto: Land Rover/dpa
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Auch für den Fahrer wurde aufgerüstet: Der Land Rover Discovery verfügt über ein Hightech-Infotainmentsystem mit 60 GB Festplatte, einen Touchscreen und Hotspot für acht Geräte.
Im Alltag spielt auch der Verbrauch eine große Rolle. Da trumpft der neue Discovery mit einem Normverbrauch von nur 6,0 Litern auf. Foto: Land Rover/dpa
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Im Alltag spielt auch der Verbrauch eine große Rolle. Da trumpft der neue Discovery mit einem Normverbrauch von nur 6,0 Litern auf. 

Er war eines der letzten Raubeine unter den Geländewagen. Doch wenn Land Rover jetzt die fünfte Generation des Discovery bringt, wird aus dem schrulligen Vierkant ein glatt geschliffenes Familienauto.

Neue Töne auf der "Disco"-Party: Land Rover bringt im April die fünfte Generation des Discovery an den Start und trimmt das Raubein dafür auf Familienkurs.

Auch wenn der mindestens 50.500 Euro teure Geländewagen weiterhin für die große Entdeckungsreise taugt und ohne Stopp bis zum Kilimandscharo fährt, soll er sich künftig vor allem im Kampf mit Kind und Kegel bewähren.

Viel Platz und noch mehr Pfiff

Dafür hat Land Rover insbesondere das Format geändert. Das Auto ist zwar etwas schmaler und flacher geworden, geht aber deutlich in die Länge. Mit nun 2,92 Metern Radstand und einem Gardemaß von 4,97 Metern steigt der Discovery in die Liga von Audi Q7 und Mercedes GLS auf und bietet innen jetzt tatsächlich bequem Platz für sieben Personen. Damit ist er so geräumig wie ein Van - und mindestens so variabel.

Nicht umsonst kann man die geteilte Rückbank in der zweiten Reihe um zwei Handbreit verschieben und die optionalen Sitze im Heck im Wagenboden verstauen - und muss dafür nicht einmal einen Finger krümmen. Denn alle Sitze lassen sich elektrisch klappen, wahlweise auf Knopfdruck, über den großen Touchscreen in der Mittelkonsole oder erstmals sogar mit einer Smartphone App. Das passt zur technologischen Aufrüstung, zu der auch ein Hotspot für acht Geräte, neun USB-Buchsen, eine 60 GB-Festplatte sowie ein elektronischer Zündschlüssel gehören, der in einem wasserdichten Armband integriert ist. Und Assistenzsysteme wie die automatische Abstandsregelung oder fast ein halbes Dutzend Kameras sind natürlich auch an Bord.

Platz im Großen und im Kleinen

Zu den vielen Sitzplätzen gibt es im Discovery reichlich Stauraum: Im Kleinen, weil die Briten an jeder erdenklichen Stelle im Auto ebenso pfiffige wie praktische Ablagen versteckt haben - bis hin zum Geheimfach hinter der Bedienkonsole für die Klimaautomatik.

Und im Großen, weil sich der Kofferraum von mageren 258 Litern bei voller Bestuhlung auf bis zu 2500 Liter erweitern lässt. Anstelle der früher zweigeteilten Heckklappe gibt es nun eine Art elektrischer Ladebordwand, die aus dem Heck herausklappt, sobald die Kofferraumklappe aufgeschwungen ist. So schützt sie den Stoßfänger vor Kratzern und taugt zur Not auch als Sitzbank beim Picknick.

Das Design ist nicht mehr zu erkennen

Die Elektronik fit für die Zukunft und das Format völlig neu - kein Wunder, dass auch die Form bei dieser Gelegenheit so grundlegend verändert wurde, dass die Briten vorsichtshalber in riesigen Lettern den Namen auf Haube und Heck schreiben. Denn Charakteristika wie die kleine Stufe auf dem Dach sind bis zur Unkenntlichkeit modernisiert worden und die alten Ecken und Kanten einem fast schon stromlinienförmigen Design gewichen.

Zwar ist tatsächlich alles neu, doch zumindest im Charakter ist der Discovery ganz der Alte. Er fährt besser, ist leiser und komfortabler und kommt im Gelände dank intelligenterer Elektronik und größerer Bodenfreiheit weiter denn je. Aber er strahlt noch immer eine Gelassenheit aus, die sich auf den Fahrer überträgt, sobald der hinter dem großen Lenkrad seine Kommandoposition hoch über der Straße eingenommen hat. Vor allem schürt er das Bewusstsein, dass für ihn keine Landschaft zu wild und keine Piste zu bucklig ist: Im Discovery braucht man nur einen Willen und keinen Weg.

Mehr Utility als Sport

Obwohl deutlich größer als bisher und besser ausgestattet, bringt der Discovery bis zu zehn Zentner weniger auf die Waage. Denn genau wie sein vornehmer Vetter Range Rover ist er jetzt komplett aus Aluminium gefertigt. Weil er aber trotzdem noch mindestens 2,2 Tonnen wiegt, darf man von den allesamt neuen Motoren keine Wunder erwarten: Zwar haben die drei Diesel vom 2,0 Liter-Vierzylinder mit 132 kW/180 PS bis zum 190 kW/258 PS starken V6 genau wie der ebenfalls 3,0 Liter groß V6-Benziner von 250 kW/350 PS allemal genügend Kraft. Schließlich wirft sich zum Beispiel der große Diesel mit bis zu 600 Newtonmeter ins Zeug und wuchtet den Discovery deshalb in 8,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h.

Doch bei Spitzengeschwindigkeiten von maximal 215 km/h müssen die Briten die Konkurrenz auf der Autobahn ziehen lassen. Dafür allerdings ist der Landy für seine Größe ungewöhnlich effizient: Ein Normverbrauch ab 6,0 Litern (CO2-Ausstoß: 159 g/km) machen ihn zum bislang sparsamsten Discovery aller Zeiten.

Fazit: Ohne Ecken und Kanten, aber mit Charakter

Glatt und schnittig, die Bedienung smart wie bei einem Mobiltelefon, das Innenleben variabel wie in einem Van, der Stauraum größer als in mancher Wohnung und dank Allrad und aufwendiger Elektronik noch immer für alle Abenteuer gewappnet: Seine Ecken und Kanten mag der Discovery eingebüßt haben, doch dafür hat er an Alltagstauglichkeit gewonnen - und trotzdem seinen Charakter behalten.

Land Rover Discovery TD6

Motor und Antrieb:

V6-Commonrail-Diesel

Hubraum:

2995 ccm

Max. Leistung:

190 kW/258 PS bei 3750 U/min

Max. Drehmoment:

600 Nm bei 1750 - 2250 U/min

Antrieb:

Allradantrieb

Getriebe:

Achtgang-Automatik

Maße und Gewichte

Länge:

4,97 m

Breite:

2,22 m

Höhe:

1,84 m

Radstand:

2,92 m

Leergewicht:

2298 kg

Zuladung:

942 kg

Kofferraumvolumen:

258-2500 Liter

Fahrdaten

Höchstgeschwindigkeit:

209 km/h

Beschleunigung 0-100 km/h:

8,1 s

Durchschnittsverbrauch:

8,3 Liter/100 km

Reichweite:

1020 km

CO2-Emission:

189 g/km

Kraftstoff:

Diesel

Schadstoffklasse:

EU6

Energieeffizienzklasse:

B

Kosten

Basispreis des Land Rover Discovery:

50 500 Euro

Grundpreis des Land Rover Discovery TD6:

58 800 Euro

Typklassen:

k.A.

Kfz-Steuer:

473 Euro/Jahr

Wichtige Serienausstattung

Sicherheit:

Sechs Airbags, Allradantrieb

Komfort:

Zentralverriegelung, Klimaautomatik, Touchscreen

Spritspartechnik:

Start-Stopp-Automatik

Alle Daten laut Hersteller, GDV, Schwacke

dpa-infocom

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