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Schadenfreiheitsklasse: Wie vermeide ich eine Rückstufung?

Nach einem Schaden folgt meist die Rückstufung aus Ihrer Schadenfreiheitsklasse.
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Nach einem Schaden folgt meist die Rückstufung aus Ihrer Schadenfreiheitsklasse.

Je höher Ihre Schadenfreiheitsklasse, desto mehr sparen Sie an der Kfz-Versicherung: Doch bei einem Unfall droht die Rückstufung - was ist zu tun?

Wer sich in einer besonders hohen Schadenfreiheitsklasse befindet, kann bei der Kfz-Versicherung viel bares Geld sparen. Doch dieser Rabatt ist schnell dahin, wenn Sie in einen Unfall verwickelt werden - ist es trotzdem möglich eine Rückstufung zu vermeiden? Wir erklären Ihnen, wie es funktioniert und was Sie sonst noch über die Schadenfreiheitsklassen wissen sollten.

Kfz-Versicherung: Was ist eine Schadenfreiheitsklasse?

Schadenfreiheitsklassen sind eine Besonderheit von Kfz-Versicherungen. Der jeweilige Versicherungsbeitrag richtet sich nach Ihrer persönlichen Schadenfreiheitsklasse, die sich an der Anzahl ihrer unfallfreien Jahren orientiert. Je länger Sie ohne Unfall fahren, desto höher ist Ihre Klasse und der Ihnen zustehende Schadenfreiheitsrabatt.

Die Schadenfreiheitsklassen gibt es bei der Kfz-Haftpflichtversicherung und bei der Vollkaskoversicherung - nicht aber bei der Teilkasko. Die Haftpflichtversicherung springt für Sie ein, wenn Schaden an einem fremden Auto entsteht, während die Vollkasko Schrammen und Dellen an Ihrem Wagen übernimmt.

Wie hoch fallen die Schadenfreiheitsrabatte aus?

Die Schadenfreiheitsrabatte können sich je nach Versicherung leicht unterscheiden, folgen in der Regel aber alle demselben Schema - je länger Sie unfallfrei fahren, umso höher werden Sie gestuft.

In der Tabelle sehen Sie, wieviel Sie im Normalfall je nach Schadenfreiheitsklasse sparen können:

SchadenfreiheitsklasseBedingungZu zahlender Teil des Beitragssatzes
SF 31 bis SF 3531 - 35 Jahre unfallfrei20 %
SF 26 bis SF 30 26 - 30 Jahre unfallfrei25 %
SF 22 bis SF 2522 - 25 Jahre unfallfrei30 %
SF 16 bis SF 2116 - 21 Jahre unfallfrei35 %
SF 12 bis SF 1512 - 15 Jahre unfallfrei40 %
SF 9 bis SF 119 - 11 Jahre unfallfrei45 %
SF 7 bis SF 87 - 8 Jahre unfallfrei50 %
SF 5 und SF 65 - 6 Jahre unfallfrei55 %
SF 44 Jahre unfallfrei60 %
SF 3 3 Jahre unfallfrei70 %
SF 22 Jahre unfallfrei85 %
SF 1 1 Jahr unfallfrei100 %
SF 1/2 mindestens 3 Jahre EU-Führerscheinbis 140 %
SF 0Fahranfängerbis 230 %
SF SNach Rückstufung 92 %
SF M (Malusklasse)Fahranfänger nach Unfall durch Eigenverschuldungbis 245 %

Quelle: www.financescout.de

Übrigens: Wenn Sie nach mehreren Jahren, die Sie nur haftplichtversichert gefahren sind, eine Vollkaskoversicherung abschließen wollen, orientieren sich die Versicherungsunternehmen an der bisherigen Schadenfreiheitsklasse.

Auch interessantAus diesem Grund werden die Versicherungsprämien 2018 steigen.

Rückstufung im Schadensfall: So rechnen die Kfz-Versicherungen

Sobald der Versicherung - egal ob Vollkasko oder Haftpflicht - ein Schaden gemeldet wird, hat dies eine Rückstufung zur Folge. Wie weit Sie zurückgestuft werden, hängt von folgenden Faktoren ab:

  • Anzahl der Schadensmeldungen in einem Jahr
  • die bisher erreichte Schadenfreiheitsklasse
  • die individuellen Rückstufungstabellen des Versicherers

Wenn der Schadensfall von der Versicherung reguliert wurde, müssen Sie nicht sofort mit einer Rückstufung rechnen. Erst im darauffolgenden Jahr wird diese geltend und dann wird der Beitrag auch teurer. Wie stark der Beitrag steigt, hängt von Ihrer Versicherung ab - bei einem günstigen Anbieter wird die Rückstufung vermutlich härter ausfallen, als bei einem teureren.

In folgender Tabelle bekommen Sie einen Überblick darüber, wie Rückstufungen ausfallen können - jeder Versicherer regelt dies jedoch anders:

Vorherige Schadenfreiheitsklasse1 Schaden2 Schäden3 Schäden
MMMM
0MMM
SMMM
SF1/2SMM
SF 1SMM
SF 2SF 1/2SM
SF 3SF 1SM
SF 4SF 2SF 1/2M
SF 5SF 2SF 1/2M
SF 6SF 3SF 1/2M
SF 7SF 3SF 1/2M
SF 8SF 4SF 1M
SF 9SF 4SF 1M
SF 10SF 4SF 1M
SF 11SF 5SF 1M
SF 12SF 5SF 1M
SF 13SF 5SF 2M
SF 14SF 6SF 2M
SF 15 SF 6SF 2M
SF 16SF 6SF 2M
SF 17SF 7SF 2M
SF 18SF 7SF 3SF 1
SF 19SF 9SF 3SF 1
SF 20SF 9SF 3SF 1
SF 21SF 10SF 4SF 1
SF 22SF 10SF 4SF 1
SF 23SF 10SF 4SF 1
SF 24SF 11SF 4SF 1
SF 25SF 22SF 4SF 1
SF 26SF 22SF 4SF 1
SF 27SF 22SF 4SF 1
SF 28SF 22SF 4SF 1

Quelle: www.versicherung-check.net

Wenn Sie einmal zurückgestuft wurden, dauert es ein Jahr bis Sie wieder eine Schadenfreiheitsklasse aufsteigen können. Allerdings müssen Sie bedenken, dass die Rückstufung auf in den kommenden Jahren einen höheren Versicherungsbetrag im Vergleich zu ihrem vorherigen Beitrag nach sich zieht. Sie können also nicht mehr nach den alten Schadenfreiheitsrabatten rechnen.

Wer innerhalb eines Kalenderjahres mehr als dreimal einen Schaden regulieren lässt, wird immer in die Schadenfreiheitsklasse M zurückgestuft. Dabei ist es völlig egal, in welcher Klasse Sie sich zuvor befunden haben.

Passend zum Thema: Wann macht Vollkasko keinen Sinn mehr?

Schadenfreiheitsklasse behalten: Wie kann ich eine Rückstufung vermeiden?

Wer einen Unfall baut, muss nicht zwangsweise zurückgestuft werden. Zunächst haben Sie gegenüber Ihrem Versicherer eine Meldungspflicht des Schadens - ob dieser dann auch von der Versicherung bezahlt werden soll, können Sie selbst entscheiden. Wenn der Schaden nicht allzu hoch ausgefallen ist, lohnt es sich eventuell ihn aus eigener Tasche zu bezahlen.

In der Regel lohnt sich diese Vorgehensweise bei einem Haftpflichtschaden bis 1.500 Euro und einem Vollkaskoschaden bis 1.300 Euro.

Erfahren Sie hier, warum gerade jüngere Autofahrer bei der Versicherung sparen können.

Kfz-Versicherung: Schadenfreiheitsklasse mit Rabattschutz retten

Einen weiteren Service, den Sie von Ihrer Versicherung in Anspruch nehmen können, ist der Rabattschutz. Dieser führt zu einem leicht erhöhtem Grundbeitrag, schützt Sie aber bei einem selbstverursachten Unfall vor einer Rückstufung. Je nach vertraglicher Vereinbarung ändert sich im nächsten Jahr nichts an Ihrer Rabattklasse oder Sie werden sogar planmäßig höhergestuft. Sollten Sie die Versicherung wechseln, verfällt dieser Schutz allerdings in den meisten Fällen.

Statistisch gesehen lohnt sich der Rabattschutz bei der Haftpflicht bei einem Aufpreis bis zu 105 Euro und bei der Vollkasko bei einem Aufpreis bis zu 206 Euro.

Der Rabattschutz wird oft aber nur Kunden angeboten, die schon einige Jahre unfallfrei unterwegs waren. Fahranfänger sind davon meist ausgeschlossen.

Rückstufung: Versicherungswechsel kann sich auszahlen

In manchen Fällen lohnt sich nach einem regulierten Schadensfall auch der Versicherungswechsel. Die Rückstufung wird bei einem neuen Anbieter womöglich nicht so heftig ausfallen. Vergleichen Sie deshalb Kfz-Versicherungen immer auf Portalen wie check24.de oder verivox.de.

Lesen Sie hier: Ausgebrannte Autos, Vandalismus: Was genau zahlt eigentlich welche Versicherung?

Von Franziska Kaindl

Autos unter Beschuss - Steinschlagschäden beseitigen

Klassischer Fall für den Autoglaser: Kleinere Steinschläge können Profis häufig noch reparieren. Foto: Andrea Warnecke
Klassischer Fall für den Autoglaser: Kleinere Steinschläge können Profis häufig noch reparieren. © Andrea Warnecke
Spezialisten können kleinere Steinschläge in der Scheibe flicken - vorausgesetzt, die Macke ist weder im Fahrersichtfeld noch zu nah am Rand. Foto: IbF-Halle GmbH
Spezialisten können kleinere Steinschläge in der Scheibe flicken - vorausgesetzt, die Macke ist weder im Fahrersichtfeld noch zu nah am Rand. © IbF-Halle GmbH
Mit einem durchsichtigen Harz können kleinere Macken im Glas ausgebessert werden - die Kosten dafür zahlt die Kfz-Teilkaskoversicherung. Foto: IbF-Halle GmbH
Mit einem durchsichtigen Harz können kleinere Macken im Glas ausgebessert werden - die Kosten dafür zahlt die Kfz-Teilkaskoversicherung. © IbF-Halle GmbH
Kratzer und Dellen im Blech sollten auf jeden Fall ausgebessert werden, wenn blankes Blech sichtbar wird droht sonst Rostbefall. Foto: IbF-Halle GmbH
Kratzer und Dellen im Blech sollten auf jeden Fall ausgebessert werden, wenn blankes Blech sichtbar wird droht sonst Rostbefall. © IbF-Halle GmbH
Größere Risse, Steinschläge im Sichtbereich des Fahrers oder nah am Rand sind K.-o.-Kriterien für die Windschutzscheibe - dann muss sie ausgetauscht werden. Foto: Jens Schierenbeck
Größere Risse, Steinschläge im Sichtbereich des Fahrers oder nah am Rand sind K.-o.-Kriterien für die Windschutzscheibe - dann muss sie ausgetauscht werden. © Jens Schierenbeck

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