Fahrbericht

So bringt der Maserati Grecale frischen Wind ins SUV-Segment

Maserati Grecale
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Schnell wie ein Sportwagen, praktisch wie ein SUV: Mit dem Grecale versucht Maserati Fahrspaß und Alltagstauglichkeit miteinander zu verbinden.

Spät, aber gewaltig: Wenn Maserati im zweiten Halbjahr sein zweites SUV auf den Markt bringt, ist das Segment der gehobenen Kompaktklasse bereits mit vielen noblen Modellen dicht besetzt. Um es mit ihnen aufzunehmen, entfaltet der Grecale jedoch einige Superkräfte.

Berlin - Maserati geht mit dem Trend. Weil selbst notorische Schnellfahrer mittlerweile lieber SUV fahren als sportliche Coupés oder gar echte Sportwagen, bringen die Italiener jetzt ihren zweiten Geländewagen an den Start.

Zu Preisen ab 71.520 Euro stellen sie dem Levante ab diesem Herbst als kleinen Bruder den Grecale zur Seite und zielen damit auf schwergewichtige Konkurrenten. Denn im Visier des Dreizacks aus Modena stehen vor allem die AMG- und M-Versionen von Mercedes GLC und BMW X3/X4 sowie ganz besonders der Porsche Macan.

Bekannte Technik im neuen Gewand

Dafür haben die Italiener die Konzern-Plattform, die auch so gewöhnliche Autos nutzen wie der Jeep Grand Cherokee oder der Alfa Stelvio, neu eingekleidet: Das kraftvolle Heck, die schnittige Silhouette und eine Front, die an den Supersportwagen MC20 erinnert, dürften einige Blicke auf sich ziehen. Und wenn dann auch noch der Achtzylinder aus seinen vier Endrohren dröhnt, ist dem Grecale wohl alle Aufmerksamkeit sicher.

Die selbstbewusste Front erinnert an den MC20. Insgesamt kommt der Grecale mit seiner schnittigen Silhouette ziemlich sportlich daher.

Zwar beherrscht der nach einem mediterranen Wind benannte Maserati den großen Auftritt. Doch gleichzeitig will das SUV ganz anders sein als alle anderen Autos aus Modena und auch den Alltag vorbildlich meistern. Während es früher nur um möglichst verführerische Formen ging, wird jetzt die Funktionalität betont. So gibt es mehr Kniefreiheit im Fond, größere Ablagen und mit 570 Litern mehr Kofferraumvolumen als bei der Konkurrenz.

Neue Bordtechnik, traditionelle Motoren

Außerdem mischen die Italiener jede Menge digitale Hightech in die noble Manufaktur-Atmosphäre. Neben dem digitalen Cockpit prangt daher ein großer Touchscreen auf der Mittelkonsole. Ein Head-Up-Display ist ebenso an Bord wie Amazons Alexa. Und den Wählhebel für die Automatik haben sie gegen ein paar dezenter Taster getauscht. Das schafft auf dem Mitteltunnel noch mehr Platz für Ablagen, große Becherhalter und eine kabellose Smartphone-Ladeschale.

Innen gibt sich der Maserati Grecale ziemlich modern: Das Cockpit besteht vor allem aus Displays und digitalen Anzeigen. Der Wählhebel für die Automatik wurde gegen ein paar Taster getauscht.

Unter der Haube hält Maserati an seinen alten Idealen fest. Für eher zurückhaltende Käufer gibt es auch einen zwei Liter großen Vierzylinder, der wahlweise auf 221 kW/300 PS oder 243 kW/330 PS kommt und mit 240 km/h Spitzentempo allenfalls die Minimalanforderungen an einen Maserati erfüllt. Doch wer die stolzen 11,2 Liter Verbrauch (CO2-Ausstoß 254 g/km) nicht scheut und auch nicht den Grundpreis von 111.000 Euro, der bestellt besser den nagelneuen V6.

Direkt entlehnt aus dem MC20 macht der 3,0-Liter-Motor den Grecale zum Sportwagen unter den SUV. Denn 390 kW/530 PS und 620 Nm sind eine solide Basis für reichlich Fahrfreude. Immerhin kommt er in 3,8 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und erreicht bei Vollgas 285 km/h. Doch nicht nur maschinentechnisch hat der Grecale einiges zu bieten. Auch die Abstimmung ist gelungen. Eine sehr direkte Lenkung, ein adaptives Fahrwerk, das sich auf Knopfdruck spürbar versteift, und ein sehr sensibler Allradantrieb sind der Grund, warum man mit dem SUV auch jenseits des Asphalts angenehm fährt.

E-Version bereits angekündigt

Also am Ende doch alles beim Alten? Nicht ganz. Auch die Italiener haben das Gebot der Stunde verstanden und der Elektrifizierung den Weg geebnet. Schon die Vierzylinder sind zumindest Mildhybriden. Und im nächsten Jahr kommt der Grecale Folgore, der nicht umsonst nach dem italienischen Wort für Blitz benannt ist. Denn als erstes SUV aus Italien fährt der dann allein mit Strom. Ab 2025 soll es in jeder Baureihe eine E-Version geben, bevor sich Maserati bis 2030 auch vom letzten Verbrenner verabschiedet.

Fazit: Frischer Wind fürs SUV-Segment

Zwar ist Maserati spät dran mit dem Grecale. Doch nicht nur seinem Namen nach dürfte er reichlich frischen Wind ins Segment bringen. Denn dank der starken Motoren verspricht der Grecale so viel Fahrfreude wie kaum ein anderes SUV. Auch wenn der Abschied von der Verbrennungstechnik somit schwer fallen dürfte, die Elektrifizierung haben die Italiener bereits fest eingeplant.

Datenblatt: Maserati Grecale Trofeo dpa

Motor und AntriebV6-Benziner mit Turbo und Benzindirekteinspritzung
Hubraum:3000 ccm
Max. Leistung:390 kW/530 PS
Max. Drehmoment:620 Nm
Antrieb:Allradantrieb
Getriebe:8-Gang-Automatik
Maße und Gewichte
Länge:4859 mm
Breite:1979 mm
Höhe:1659 mm
Radstand:2901 mm
Leergewicht:2027 kg
Zuladung:k.A.
Kofferraumvolumen:570 Liter
Fahrdaten:
Höchstgeschwindigkeit:285 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h:3,8 s
Durchschnittsverbrauch:11,2 Liter/100 km
CO2-Ausstoß:254 g/km
Kosten:
Basispreis des Maserati Grecale:71.520 Euro
Grundpreis des Maserati Trofeo:111.000 Euro
Kfz-Steuer:378 Euro pro Jahr
Wichtige Serienausstattung:
Sicherheit:Sechs Airbags, Abstandsregeltempomat, Spurführungshilfe, LED-Scheinwerfer
Komfort:Head-Up-Display, Sprachsteuerung, Lederausstattung
Spritspartechnik:Start-Stopp-Automatik

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