Prozess beginnt

Attacke auf Bundespolizisten - Angeklagter schweigt vor Gericht

Ansbach - Weil er einen Bundespolizisten angegriffen haben soll, muss sich heute ein 19-Jähriger vor dem Ansbacher Landesgericht verantworten. Die Anklage lautet: versuchter Mord.

Er soll in Ansbach einen Bundespolizisten angegriffen haben, wobei dieser eine Treppe hinunterstürzte und bewusstlos wurde: Ein 19 Jahre alter Mann muss sich von Dienstag (8.30 Uhr) an wegen versuchten Mordes vor dem dortigen Landgericht verantworten. Zum Auftakt des Prozesses hat der Angeklagte jedoch zu den Beschuldigungen eisern geschwiegen. Sein Anwalt erklärte am Dienstag vor dem Landgericht Ansbach, sein Mandant werde zum Vorwurf des versuchten Mordes keinerlei Angaben machen und auch keine Fragen beantworten.

Die Tat hatte sich in einer Nacht im April 2016 am Bahnhofsplatz ereignet. Laut Anklage pinkelte der Mann damals gegen einen Container. Der vorbeikommende Beamte sah das demnach und sagte zu dem damals 18-Jährigen, dass in der Nähe eine öffentliche Toilette sei. Dann sei er in Richtung der Polizeiinspektion gegangen, ohne weiter auf den Schüler zu achten. 

Der Beschuldigte habe wegen der Dunkelheit nicht erkannt, dass es sich bei dem Mann um einen Polizisten handelte. Er folgte dem Beamten nach Ansicht der Staatsanwaltschaft, weil er befürchtete, der Mann werde ihn wegen eines deutlichen Cannabisgeruchs anzeigen. Dann habe er den Polizisten von hinten mit einem spitzen Gegenstand angegriffen. Aufgrund der heftigen Stiche wich der Beamte zurück und stürzte eine steile Treppe hinab, an deren Ende er bewusstlos liegen blieb. Nur weil der Polizist eine Schutzweste unter seiner Regenjacke trug, sei er von den Stichen nicht schwerer verletzt worden.

Nach Angaben des Opferanwalts Wolfgang Staudinger ist der attackierte Bundespolizist traumatisiert und deshalb noch immer nicht in der Lage, seinen Dienst anzutreten. „Mein Mandant hat zwei Mal versucht, seine Dienstuniform anzuziehen. Aber er konnte einfach nicht zur Arbeit geben“, berichtete der Anwalt. Der Polizeibeamte sollte noch im Laufe des Dienstags als Zeuge vernommen werden.


dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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