Preiskampf beim Discounter-Riesen

Nach Aldis Billigfleisch-Bann: Bayerns Bauern sind „schockiert“ - „Es geht nur um die eigene Gewinnspanne“

Aldi will künftig kein industriell produziertes Fleisch mehr verkaufen. Bayerns Agrarministerin Kaniber freut sich darüber. Die bayerischen Bauern sehen den Vorstoß skeptisch.

Update vom 25. Juni, 17.54 Uhr: Nachdem sich Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber voll des Lobes zu Aldis Billigfleisch-Bann geäußert hat, kommt jetzt Kritik von den Erzeugern selbst. Der Bayerische Bauernverband sieht die Pläne des Discounter-Riesen skeptisch. Grund ist die Befürchtung, dass am Ende die Landwirte auf den Kosten sitzen bleiben. „Ich bin schockiert, wenn Aldi als Erfinder des Discounts in die Offensive geht und maximale Steigerung bei den Tierwohlstandards verkündet“, sagte der Bauernpräsident Walter Heidl. „Und das, obwohl wir zum Beispiel mit Aldi im Moment bei der Entwicklung von Konzepten bei der Steigerung des Tierwohls um jeden Zehntel Cent streiten müssen.“

Wenn Aldi dann auch noch vom „bestmöglichen Preis“ spreche, habe er den Eindruck: „Da geht es nur um die eigene Gewinnspanne“, warf Heidl dem Management der Supermarktkette vor. Aldi Nord und Süd haben versprochen, bis 2030 den Verkauf von Fleisch einzustellen, das in reiner Stallhaltung produziert wird, ohne dass die Tiere jemals an der Luft sind und Sonne sehen.

Erstmeldung vom 25. Juni, 15.38 Uhr

München - Nach der Ankündigung von Aldi, künftig kein industriell produziertes Fleisch mehr zu verkaufen, appelliert die bayerische Agrarministerin Michaela Kaniber an die Bürger. „Letztlich entscheiden die Verbraucherinnen und Verbraucher über die Art der Produktion und Tierwohl.“ Das sagte die CSU*-Politikerin am Freitag. „Sie haben es in der Hand, an der Ladentheke die Mehraufwendungen auch zu honorieren.“ Das bezieht sich darauf, dass Fleisch aus tiergerechter Haltung mehr kostet als Massenware.

Aldi will Billigfleisch-Verkauf einstellen: Kaniber mit Appell an Bürger

Aldi Nord und Süd hatten versprochen, bis 2030 den Verkauf von Fleisch einzustellen, das in reiner Stallhaltung produziert wird, ohne dass die Tiere jemals an der Luft sind und Sonne sehen. „Dass Aldi Billigfleisch den Kampf angesagt hat, ist ein gutes und wichtiges Signal“, sagte Kaniber dazu weiter. „Aber Qualität hat natürlich ihren Preis. Unsere Erzeuger müssen für ihre guten Produkte auch fair entlohnt werden. Jeder in der ganzen Wertschöpfungskette muss von den Produkten auch leben können.“

Die Politikerin betonte, dass die bayerischen Bauern auf diesem Weg schon sehr weit seien - und unterstrich den Beitrag der Staatsregierung dazu. Für das bayerische Tierwohlprogramm „BayProTier“ werde die Regierung bis zu 50 Millionen Euro pro Jahr ausgeben. (kam/dpa) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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Rubriklistenbild: © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

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