„Die Schmerzen müssen unglaublich gewesen sein“

Schwerer Boulder-Unfall: Zwei-Tonnen-Fels bricht ab - und klemmt Mann (30) ein

Rettungseinsatz nach einem schweren Boulder-Unfall im Allgäu
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Rettungseinsatz nach einem schweren Boulder-Unfall im Allgäu

Als ein Schwabe sich beim Klettern festhält, kracht plötzlich das Gefels herunter - 70 Rettungskräfte rücken aus.

  • Im Allgäu ist ein Kletterer von einem Fels eingeklemmt worden.
  • Die zwei Tonnen schwere Felsplatte hatte sich plötzlich gelöst.
  • 70 Rettungs- und Polizeikräfte rückten aus.

München -  Ein Kletterausflug ins Allgäu hatte für einen 30-Jährigen aus Ravensburg (Baden-Württemberg) dramatische Folgen: Der Schwabe wurde von einem zwei Tonnen schweren Felsen eingeklemmt.

Mit einem Freund war der junge Mann zum Bergsturzgebiet bei Hinterstein bei Bad Hindelang im Oberallgäu gefahren, um dort zu bouldern. Dabei wird an niedrigen Felsen freihändig geklettert, eine mitgebrachte Matte, die man unter den Felsen legt, soll Verletzungen bei einem Absturz verhindern.

Bergunfall im Allgäu: „Die Schmerzen müssen unglaublich gewesen sein“

Die haushohen Felsbrocken bei Hinterstein stammen von einem Felssturz, der sich 1964 ereignete, seitdem rutschen die Felsen nach und nach den Berg hinab. „Mit über 670 gekletterten Einzelproblemen in nahezu allen Schwierigkeitsgraden von ,geeignet für Anfänger‘ bis zu Fb 8b gehört das Blockfeld mit zu den boulderproblemreichsten Boulderspots des Alpenraums“, heißt es zu dem Gelände auf der Boulder-Homepage blocheart.de.

Als der Schwabe sich beim Klettern an dem riesigen Felsen festhielt, brach urplötzlich ein zwei Tonnen schweres Stück vom Hauptfelsen ab und klemmte ihn das Bein ein. „Der Fels muss sich durch Frost gelöst haben und sich gerade noch in seiner Position gehalten haben“, glaubt ein Sprecher der Feuerwehr Sonthofen

„Der Kerl hatte vielleicht 70 Kilo gewogen, doch das hatte gereicht, damit sich der Brocken löst.“ Der Fels klemmte dem Kletterer das Fußgelenk ein, keine Chance, da rauszukommen. „Die Schmerzen müssen unglaublich gewesen sein“, denkt der Feuerwehrler.

Erst Anfang Mai ereignete sich in der Nähe des oberbayerischen Schliersees ein tragischer Bergunfall. Ein Familienvater (61) verlor dabei sein Leben. Auch an der Zugspitze in Garmisch-Partenkirchen ist ein Bergsteiger in den Tod gestürzt. Erst am Mittwoch konnte seine Leiche geborgen werden.

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Boulder-Unfall in Bayern: 70 Rettungskräfte und ein Hubschrauber im Einsatz

Der Begleiter des Kletterers holte Hilfe: Die Bergwacht Hinterstein rückte mit 16 Männern aus, auch die Feuerwehren Hinterstein, Bad Hindelang und Sonthofen wurden alarmiert. Insgesamt waren 70 Rettungs- und Polizeikräfte im Einsatz.

Die Unglücksstelle ist wegen des Bergsturzes schwer zu Fuß zu erreichen. Die Feuerwehr Hinterstein brachte einen 40 Kilo schweren Greifzug mit – eine Art Seilzug, mit dem man mit der Hand 1,5 Tonnen heben kann. Eigentlich reichte das nicht, um den Felsen zu bewegen. „Die Männer vor Ort haben dann mit Muskelkraft nachgeholfen, bis sich der Felsen um ein paar Zentimeter rührte, sodass man den Mann befreien konnte.“ 

Ein Notarzt betreute den Verunglückten vor Ort. Über eine Stunde lang musste der Kletterer in seiner misslichen Lage aushalten, bis ihn ein Hubschrauber per Bergetau an Bord hieven und ins Klinikum Kempten zur Behandlung fliegen konnte. Laut Polizei zog sich der Mann einen komplizierten Bruch des Sprunggelenks zu.

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In Pöcking (Landkreis Starnberg) ist es am Dienstag (26. Mai) zu einem schweren Vorfall gekommen. Ein Autofahrer ist in eine Menschenmenge gefahren - wohl gezielt.

Die Bergwacht Berchtesgaden war am Pfingstwochenende gefordert: Am Hohen Göll steckten Wanderer aufgrund von Schneefeldern und Nebel fest - nicht nur einmal. Zu einem weiteren tragischen Bergunglück kam es Ende Juli in den Alpen - ein Bergsteiger aus Bayern starb in einer Felslawine.

Nahe Regensburg: Auf der B16 im Landkreis Kelheim kam es zu einem schweren Verkehrsunfall. Ein 40 Tonnen schwerer Lkw prallte mit einem Auto zusammen. Ein Hubschrauber war im Einsatz.

Ein junger Mann rief den Notruf: Er war am Pflasterbachhörndl in Bad Reichenhall gestürzt und hatte sich schwer verletzt. Der Einsatz endete dramatisch.

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