Unfall am Hochstaufen

Unglück in den Alpen: Lawine reißt drei Männer knapp 100 Höhenmeter mit - dennoch haben sie „Glück im Unglück“

Ein Rettungshubschrauber.
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Ein Rettungshubschrauber war im Einsatz.

Am Staufenklar ging am Freitag eine Lawine ab, drei Männer wurden zum Teil schwer verletzt. Doch wie das BRK mitteilte, hatte die Gruppe sogar noch Glück im Unglück.

Inzell - Am Freitag (22. Januar) wurden drei junge Männer bei einem Lawinenabgang im oberen Staufenklar auf der Nordwestseite des Hochstaufens zum Teil schwer verletzt. Die Männer wurden rund 100 Höhenmeter mitgerissen. Das Unglück geschah gegen 14.40 Uhr, wie das Bayerische Rote Kreuz, Kreisverband Berchtesgadener Land mitteilte.

Lawine am Hochstaufen: Drei Alpinisten werden verletzt - Hubschrauber im Einsatz

„Die 33, 25 und 22 Jahre alten Skibergsteiger aus den Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein waren wegen des steilen letzten Abschnitts ohne angeschnallte Ski und mit Abstand im Aufstieg, als sich in rund 1.650 Metern Höhe ein etwa 100 Meter breites Schneebrett mit einer Anrisskante von geschätzt über einem Metern löste, das die Einheimischen mitriss, aber nur zeitweise oberflächlich verschüttete, so dass sie sich selbst befreien konnten“, heißt es in einer Pressemitteilung des BRK. Der 33-Jährige wurde schwer, der 25-Jährige mittelschwer und der 22-Jährige leicht verletzt. Alle drei wurden durch einen Ersthelfer, die Bergwacht* und die Besatzung des Traunsteiner Rettungshubschraubers* „Christoph 14“ versorgt. Sie wurden ins Tal geflogen.

Lawine am Hochstaufen: „Glück im Unglück“ für drei Skibergsteiger

Zu dem Unfall schreibt das BRK weiter: „Ein Freilassinger Bergwachtmann war privat im Aufstieg, als sich geschätzte 200 Höhenmeter über ihm der Lawinenunfall ereignete: er setzte sofort bei der Leitstelle* Traunstein einen Notruf ab, nahm mit seinem Lawinen-Verschütteten-Suchgerät (LVS) auf dem rund 300 Meter langen und 100 Meter breiten Kegel die Suche auf und leistete den beiden leichter Verletzten und dem oberhalb liegenden schwerer Verletzten Erste Hilfe, wobei er vor allem den Wärmeerhalt sicherstellte. Die große Lawine hatte das Staufenkar weitgehend abgeräumt. Die Betroffenen hatten offensichtlich Glück im Unglück, dass sie kaum verschüttet und ohne angeschnallte Ski erfasst wurden, die sonst bei nicht ausgelöster Bindung wie ein Anker in der Lawine nach unten ziehen.“

Nach Lawinenabgang am Hochstaufen: Drei Männer verletzt in Krankenhäuser gebracht

Der schwer verletzte 33-Jährige kam ins Salzburger Landeskrankenhaus, die beiden anderen Männer wurden mit einem Rettunsgwagen* in die Kreisklinik Bad Reichenhall gebracht. Rund 60 Einsatzkräfte waren beteiligt und teilweise über drei Stunden lang gefordert. (kam) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Die Bergwacht Marktschellenberg musste zu einem eher ungewöhnlichen Einsatz ausrücken. Ein Salzburger (55) war zuvor in „absturzgefähliches Gelände“ geraten.

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