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Bayerische Schock-Studie: Krebs-Gefahr bei diesen Körpermaßen...

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Von: Susanne Sasse

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Eine Krebszelle unter der Lupe: Jedes Jahr erkranken etwa 500 000 Menschen in Deutschland an einem Tumor.
Eine Krebszelle unter der Lupe: Jedes Jahr erkranken etwa 500 000 Menschen in Deutschland an einem Tumor. © Panther Media

Wissenschaftler arbeiten fieberhaft daran, die Entstehung von Krebserkrankungen zu entschlüsseln. Jetzt zeigt eine Studie der Uni Regensburg, dass bei bestimmten Körpermaßen das Tumor-Risiko steigt.

Körpergröße, Muskelmasse und Fettverteilung spielen eine Rolle

Nicht nur Übergewicht erhöht das Risiko, sondern auch die Körpergröße. Außerdem sind die Muskelmasse und die Verteilung des Fetts entscheidend. Eine Forscherin erklärt das Krebsrisiko nach Figur.

Gesundheits-Daten von 340 000 Menschen ausgewertet

Porträt von Krebsforscherin Dr. Anja Sedlmaier
Krebsforscherin Dr. Anja Sedlmeier © privat

Menschen mit Schwimmreifen in der Taillenregion, große Leute und Zeitgenossen mit untersetzter Statur sind besonders häufig von Krebs betroffen. Dr. Anja Sedlmeier hat die Gesundheits-Daten von 340 000 Menschen zwischen 35 und 65 Jahren aus neun europäischen Ländern zwischen Norwegen und Spanien untersucht. Die Daten – von Gewicht und Körperbau bis zu den festgestellten Krebserkrankungen – wurden in einem Zeitraum von zehn Jahren zwischen den Jahren 1990 und 2000 gesammelt. Mathematische Berechnungen anhand von sechs Kriterien – der Größe, des Body-Mass-Index, dem Gewicht, dem Hüft- und dem Taillenumfang und dem Verhältnis von Taille zu Hüfte ergaben die vier Figurtypen mit unterschiedlichen Krebsrisiken.

Typ 1: Übergewichtig, breite, untersetzte Statur, gerade Taille

Die erste Körperform beschreibt vor allem Personen, die durch einen übermäßigen Körperfettanteil charakterisiert sind – von leichtem Übergewicht bis zu Adipositas. Mit dieser Figur steht ein erhöhtes Risiko für Krebs insgesamt und für zehn verschiedene Krebsarten in Verbindung. Im Folgenden nennen wir die Organe, die bei diesem Körpertyp am häufigsten erkranken, aufgelistet in der Reihenfolge nach Häufigkeit: Gebärmutter, Speiseröhre, Leber, Niere, Gallenblase, Dickdarm, Bauchspeicheldrüse, Knochenmark und Enddarm.

Typ 2: Überdurchschnittlich groß, Hüfte und Taille gleich breit

Die zweite Körperform repräsentiert größere Menschen mit geradem Körperbau. Der Körper ist besonders gerade gebaut, Hüfte und Taille sind gleich breit und die Schultern meist etwas breiter. Bei diesem Typ zeigt sich ein höheres Risiko für sechs Krebsarten. Hier sind in abnehmender Häufigkeit folgende Organe betroffen: Schilddrüse, bei Frauen die Brust vor den Wechseljahren, seltener danach, die Haut bei beiden Geschlechtern sowie das zentrale Nervensystem und das Knochenmark bei Männern und bei Frauen.

Typ 3: Bauchansatz trotz Normalgewicht, dünne Arme und Beine

Die dritte Körperform beschreibt größere Personen mit einer vermehrten Fettansammlung in der Bauchregion. Bei ihnen ist statistisch das Gesamtkrebsrisiko erhöht. Besonders hervorzuheben sind zwölf Krebsarten: Kehlkopfkrebs, Krebs in den Drüsenzellen der Speiseröhre (sog. Adenokrebs) und in der gesamten Speiseröhre (sog. Plattenepithelkarzinom) sowie Tumore am Mageneingang. Weiterhin sind nach abnehmender Häufigkeit betroffen: Schilddrüse, Lippen, Mundhöhle, Lunge, Niere, Bauchspeicheldrüse, Dickdarm, Haut und Prostata.

Typ 4: Normalgewicht, muskulöser Körperbau, geschwungene Taille

Die vierte Körperform repräsentiert einen athletischen Körperbau und wurde mit keinem erhöhten Risiko für Krebserkrankungen in Verbindung gebracht. Das heißt aber natürlich nicht, dass Menschen mit diesem Körperbau nie an Krebs erkranken. Nur ist bei diesem Körperbau eben kein Krebsrisiko erhöht, da keine Krebsart statistisch häufiger als normal vorkommt. Klar aber kann auch ein Athlet sein Krebsrisiko steigern – indem er zum Beispiel raucht, viel Alkohol trinkt, sich häufig Feinstaub aussetzt oder einfach, weil er familiär vorbelastet ist.

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