Corona-Regel gekippt

Kein 2G mehr im bayerischen Einzelhandel: Einkaufstouristen aus Baden-Württemberg strömen in den Freistaat

In Bayern hat der Verwaltungsgerichtshof 2G im Einzelhandel gekippt. In Baden-Württemberg gilt diese Corona-Regel noch. Das führt im Freistaat zu Einkaufstourismus.

München - Die Einzelhändler in Ulm stehen vor einem Problem: Ihnen läuft die Kundschaft davon - und zwar nach Neu-Ulm*. Das Städtchen ist acht Autominuten von Ulm entfernt und befindet sich auf bayerischem Boden. Und genau das ist das Problem. Denn während in Baden-Württemberg nur Geimpfte und Genesene in Läden einkaufen dürfen, haben im Freistaat Bayern auch Ungeimpfte mit negativem Test wieder Zugang zu Geschäften.

Bayern: Kein 2G im Einzelhandel - Kunden aus Baden-Württemberg kaufen lieber im Freistaat ein

In anderen Teilen Deutschlands wie Baden-Württemberg gilt diese Corona-Regelung noch. Einzelhändler in Bayern etwa in Neu-Ulm können sich daher über zusätzliche Kunden aus Baden-Württemberg freuen. Den Ladenbesitzern in unserem Nachbarbundesland fehlen jedoch die Einnamen.

„Dieser Zustand ist nicht tragbar und führt dazu, dass dem ohnehin schon stark angeschlagenen baden-württembergischen Einzelhandel dringend benötigter Umsatz verloren geht“, sagte Hermann Hutter dem BR. Der Präsident des Handelsverbands Baden-Württemberg (HBW) sprach von einer absurden Situation, da Kunden aus grenznahen Gebieten durch den Wegfall der 2G-Regel in Bayern nun verstärkt dort einkaufen würden.

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Baden-Württemberg: FDP fordert Wegfall von 2G

Hans-Ulrich Rülke, der Fraktionschef der FDP im baden-württembergischen Landtag, fordert deswegen auch in seinem Bundesland den Wegfall der 2G-Regel, wie der BR weiter berichtet. Der Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) solle Rülke zufolge die Corona-Maßnahmen* aussetzen, um Einkaufstouristen davon abzuhalten, in benachbarten Bundesländern wie Bayern ihre Einkäufe zu erledigen.

Ein Schild mit der Aufschrift „Zutritt nur mit 2G“

Eine Sprecherin des baden-württembergischen Staatsministeriums betonte jedoch, dass man an der 2G-Regel im Einzelhandel festhalten werde - trotz der Gerichtsentscheidung im benachbarten Freistaat, schreibt die Augsburger Allgemeine. Baden-Württemberg wird sich demnach wohl nicht an Bayern orientieren.

Corona-Hammer in Bayern: 2G-Regel im Einzelhandel gekippt

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat die 2G-Regel im Einzelhandel gekippt*. „Wir setzen in Bayern 2G im Handel komplett aus und sorgen damit für eine schnelle und praktikable Umsetzung der VGH-Entscheidung“, teilte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) unmittelbar nach Bekanntwerden der Entscheidung am vergangenen Mittwoch (19. Januar) mit. Zu diesem Urteil kam der Gerichtshof, da die Niederlegung der Staatsregierung nicht präzise genug gewesen sei.

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) begrüßte die Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs. „Der Einzelhandel hatte diese Lockerung schon länger gefordert, da die 2G-Kontrolle für die betroffenen Sortimente hohen Aufwand bedeutete und im Handel aufgrund der FFP2-Masken* keine besondere Infektionsgefahr besteht“, sagte er der Passauer Neuen Presse.

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Das gilt in Bayern: aktuelle Corona-Regeln im Einzelhandel

  • FFP2-Maskenpflicht
  • Abstandsgebot von 1,5 Metern
  • Maximal erlaubte Personenzahl pro Quadratmeter: 1 Kunde auf 10 Quadratmetern.

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