Statistik rasant angestiegen

Illegale Autorennen: Justizminister Eisenreich fordert zehn Jahre Haft

Illegale Autorennen sollen in Bayern künftig härter bestraft werden (Symbolbild).
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Illegale Autorennen sollen in Bayern künftig härter bestraft werden (Symbolbild).

Der bayerische Justizminister Georg Eisenreich (CSU) will hart durchgreifen. Der Politiker fordert, dass Teilnehmer illegaler Autorennen mit zehn Jahren Gefängnis bestraft werden sollen.

  • Illegale Autorennen in Bayern: Künftig sollen diese härter bestraft werden.
  • Statt fünf Jahren Gefängnis soll es künftig zehn geben.
  • Dies forderte Jusitzminister Georg Eisenreich (CSU).

München - Illegale Autorennen sollen härter bestraft werden! Das forderte Justizminister Georg Eisenreich (49, CSU) am Freitag bei der Vorstellung der bayerischen Strafverfolgungsstatistik für das Jahr 2019. Insgesamt 55 solcher Rennen hatten sich im vorigen Jahr ereignet, teilweise mit tödlichem Ausgang. Deshalb will Eisenreich hart durchgreifen. Er fordert zehn Jahre Knast für Raser – statt bislang fünf! Und zwar für diejenigen Fälle, in denen kein Vorsatz vorliegt, aber unbeteiligte Passanten schwer verletzt oder getötet werden. Hintergrund: Die Statistik ist binnen eines Jahres um 37,5 Prozent angestiegen. In 2018 hatte es „nur“ 40 Fälle gegeben. Erst seit 2017 gelten illegale Autorennen überhaupt als Straftat – auf Forderung des Freistaats.

Vor drei Monaten hat es sogar erstmals eine Mordanklage gegen einen Raser gegeben: Weil Victor B. (35) im November 2019 mit 120 km/h auf der Fürstenrieder Straße einen Bub (14) totgefahren hat, legt ihm die Staatsanwaltschaft zur Last, sein Auto vorsätzlich als Waffe benutzt zu haben. Der Gerichtsprozess startet im kommenden Jahr.

Härter bestrafen will Eisenreich auch Sexualdelikte gegen Kinder. Betreibern illegaler Kinderporno-Plattformen droht der Minister mit drei Jahren Haft. Denn die Delikte sind um ein Viertel gestiegen (auf 373 Fälle). Ähnlich schlimm ist der Anstieg beim sexuellen Missbrauch von Kindern (308 Fälle, davon 97 schwere).

Straftaten in Bayern: 2019 wurden im Freistaat 121 250 Kriminelle verurteilt

Die weitere Statistik: 2019 wurden im Freistaat 121 250 Kriminelle verurteilt (plus 4,2 Prozent), vier von fünf Tätern sind Männer. Auffällig: Unsere Straßen werden unsicherer. Es gab fast 30 000 Verkehrsdelikte in ganz Bayern – die häufigste aller Straftaten. Und ein krasser Anstieg von mehr als zehn Prozent!

Gesunken sind Diebstähle (minus 7,2 Prozent), in 2019 gab es 14 062 Taten. Auch Körperverletzungen gingen um 4,6 Prozent runter – auf 9928 Taten. Morde stiegen von 17 auf 20 Taten, versuchte Morde sanken aber von 32 auf 16 Taten. In Bayern Opfer eines Kapitaldeliktes zu werden ist laut Eisenreich „sehr unwahrscheinlich“. Er bedankte sich für die gute Arbeit der Polizei und Justiz.

Ein Problem bleiben Sexualdelikte. Vergewaltigungen sind zwar von 135 auf 116 gesunken, sexueller Missbrauch stieg dafür stark an: auf 1557 Taten (plus 10,7 Prozent). „Die Gesetzesänderungen aus 2016 wirken sich jetzt richtig aus“, so Eisenreich. Bekämpfen will er Extremismus – gerade im Internet. Kein Wunder: Volksverhetzungen haben sich verdoppelt (von 130 auf 259 Fälle), in Verbindung mit der Aufstachelung zum Hass waren es 230 Fälle – ein Anstieg um 140 Prozent. Hetzern drohen Geldstrafen, im Wiederholungsfall sogar Knast! - thi

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