Offensive für den ÖPNV

Ringbus um den Ammersee, Schnellbus in die Eng: So will der MVV das Netz in den Alpenregionen ausbauen

Am Ammersee will der MVV sein Angebot ausbauen und um einen Ringbus ergänzen.
+
Am Ammersee will der MVV sein Angebot ausbauen und um einen Ringbus ergänzen.

Als Reaktion auf den drohenden Verkehrsinfarkt in den Alpenregionen schlägt der MVV eine Offensive für den ÖPNV vor. Darunter sind einige Ideen für Strecken, die bisher vernachlässigt wurden.

München – Er habe dem bayerischen Verkehrsministerium eine Reihe von Vorschlägen unterbreitet, die kurzfristig umgesetzt werden könnten, sagte MVV-Chef Bernd Rosenbusch im Gespräch mit unserer Zeitung. Wahr sei, dass „wir im Tourismus- und Freizeitverkehr bisher nur wenige Antworten haben“. Das soll sich ändern.

So sollten Schnellbusse gezielt in die Regionen fahren, die mit der Bahn nicht direkt erreicht werden könnten. Er könne sich das beispielsweise auf der Bundesstraße 17 Landsberg Richtung Schongau und weiter ins Allgäu vorstellen, erklärt der MVV-Chef. Dort gibt es zwar die Fuchstalbahn. Doch auf der eingleisigen Strecke fährt trotz intensiver Bemühungen einer Bürgerinitiative bisher kein Personenverkehr (sondern nur Güterzüge der Schongauer Papierfabrik).

Weitere MVV-Idee: Es wäre denkbar, um Ammersee und Starnberger See einen Ringbus fahren zu lassen. Der Ammersee ist bisher kaum vom MVV erfasst – der einzige S-Bahnhof ist in Herrsching. Am Westufer rumpelt die Bayerische Regiobahn. Ein weiterer Vorschlag des MVV: Ein Schnellbus könnte ab Lenggries, also dort wo die Regiobahn (früher BOB) endet, Wanderer in Richtung Eng/Tirol befördern.

An Ideen mangelt es offenbar nicht, denn Rosenbusch hat dem Ministerium auch einen Vorschlag für Shuttleverkehre ab bestimmten Autobahn-Ausfahrten unterbreitet. Beispielsweise könnten ab der Ausfahrt Murnau/Kochel Wiesen angemietet und zu temporären Parkflächen umgewidmet werden. Von dort würden dann zuverlässige Shuttlebusse in Richtung Berge fahren. Vor allem Kochel ächzt über den Ansturm der Touristen, die alle mit dem Auto fahren. Konkrete Pläne, wo genau diese Flächen sein könnten, gibt es freilich noch nicht.

MVV-Chef Rosenbusch favorisiert den Ausbau des Busverkehrs auch deshalb, weil das viel schneller umzusetzen sei als der Ausbau der Bahn. Ungeachtet der jüngsten MVV-Preiserhöhung (wir haben berichtet) setzt der MVV-Chef darauf, dass es gelingen werde, mehr Fahrgäste zu gewinnen. Klimaschutz sei nur durch eine Mobilitäts- und Antriebswende möglich. Wenn man es schaffe, den öffentlichen Personennahverkehr zu verdoppeln, wie es auch 115 Städte in einem Positionspapier fordern, dann werde der Autoverkehr um 20 Prozent zurückgehen. Dies spare jährlich 14 Millionen Tonnen CO2.

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Verkehrsverbünde für ganz Bayern: So sollen alle Fahrgäste profitieren
BAYERN
Verkehrsverbünde für ganz Bayern: So sollen alle Fahrgäste profitieren
Verkehrsverbünde für ganz Bayern: So sollen alle Fahrgäste profitieren
Drei Verletzte bei schwerem Unfall bei Harburg
BAYERN
Drei Verletzte bei schwerem Unfall bei Harburg
Drei Verletzte bei schwerem Unfall bei Harburg

Kommentare