Verunglückter stirbt am Sonntag in Krankenhaus

Große Lawinengefahr in den Alpen auch am Dienstag

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Die fünf Verschütteten konnten gerettet werden.

Am Sonntag kam es zu drei gefährlichen Lawinenabgängen. Ein 30-Jähriger erlag infolgedessen seinen Verletzungen. Am Montag herrscht weiter große Lawinengefahr in den bayerischen Alpen. In unserem Ticker sagen wir Ihnen, wo Sie vorsichtig sein sollten.

  • Immer aktuell: Hier erfahren Sie, welche Lawinenwarnstufe derzeit in den bayerischen und Tiroler Alpen gilt
  • Hintergrund: Woher kommen Lawinen und warum sind sie so gefährlich?
  • Gefahr minimieren: So sollten sich Wintersportler verhalten
  • Mehr Informationen zur Lawinen- und Schneelage in den Alpen: Lawinenwarndienst BayernLawinenwarndienst TirolBergwetter vom Deutschen Alpenverein
  • Am Sonntag kam es in Bayern zu drei Lawinenabgängen. Fünf Personen wurden verschüttet und ausgegraben.
  • Ein 30-Jähriger erlag im Krankenhaus seinen Verletzungen.
  • Am Montag herrscht große Lawinengefahr im gesamten bayerischen Alpenraum.

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Warnung für Dienstag: große Lawinengefahr

Auch am Dienstag sollten Wintersportler die Gefahr von Lawinen ernst nehmen. Von den Allgäuer bis zu den Werdenfelser Alpen und oberhalb von 1600 Metern in den Berchtesgadener Alpen herrscht eine große Lawinengefahr. In der Nacht zum Dienstag regnet es noch bis auf etwa 1600 Meter zum Teil heftig, in höheren Lagen gibt es Neuschnee zwischen 30 und 50 Zentimetern. Starker Westwind bildet hier neue, störanfällige Triebschneeansammlungen. Daher Achtung: Schon ein einzelner Wintersportler kann gefährliche Schneebretter auslösen. Mit der zunehmenden Durchfeuchtung bis Dienstagmittag ist in mittleren Lagen mit der Selbstauslösung von vielen mittleren, teilweise auch großen Nassschneelawinen zu rechnen.

Z-o: oberhalb 1600m - Triebschnee 

Z-u: unterhalb 1600m - Nassschnee

Allgäuer Alpen 

Z-o Gefahrenstufe 4
Z-u: Gefahrenstufe 4 

Ammergauer Alpen
Z-o: Gefahrenstufe 4
Z-u: Gefahrenstufe 4

Werdenfelser Alpen 

Z-o: Gefahrenstufe 4
Z-u: Gefahrenstufe 4

Bayerische Voralpen 

Z-o: Gefahrenstufe 3
Z-u: Gefahrenstufe 3

Chiemgauer Alpen 

Z-o: Gefahrenstufe 3
Z-u: Gefahrenstufe 3 

Berchtesgadener Alpen 

Z-o: Gefahrenstufe 4
Z-u: Gefahrenstufe 3

Warnung am Montagmorgen: Kritische Lawinengefahr in bayerischen und Tiroler Alpen

Am Montag herrscht laut Warnzentrale große Lawinengefahr im gesamten bayerischen Alpenraum (Gefahrenstufe 4 von 5). „Ein einzelner Wintersportler kann an vielen Stellen Lawinen auslösen“, heißt es in der Meldung von Montagmorgen. Die Warnstufe 4 bezieht sich auf alle Alpenregionen in Bayern, sowohl unterhalb als auch oberhalb von 1500 Metern. 

Auch der Lawinenwarndienst Tirol meldet kritische Situationen in den Tiroler Alpen und warnt gebietsweise sogar vor sehr großer Lawinengefahr. Im Laufe des Tages könnte die höchste Gefahrenstufe 5 erreicht werden.

Lawinenlage am Sonntag, 21. Januar: 30-Jähriger stirbt nach Lawinen-Unglück

22.59 Uhr: Laut Warndienst herrscht in den gesamten bayerischen Alpen derzeit erhebliche Lawinengefahr - auch am Montag. Durch den Neuschnee vom Wochenende seien störanfällige Ansammlungen von Triebschnee entstanden, hieß es am Sonntag. Durch starken Wind sei die Verbindung unterschiedlicher Schneeschichten sehr instabil. Berg- und Skitouren seien nur in sicheren Gebieten erlaubt.

Da es in den kommenden Tagen wärmer und regnerischer werden soll, steige auch die Gefahr der Selbstauslösung von Lawinen, teilte der Lawinenwarndienst Bayern mit. Auch in Österreich verschärfte sich die Lage: In Teilen von Salzburg, Tirol, Vorarlberg und Niederösterreich hoben die Behörden die Warnstufe von 3 (erheblich) auf 4 (groß) an.

Weitere Informationen gibt es unter: www.lawinenwarndienst-bayern.de.

22.30 Uhr: Bei drei Lawinenabgängen sind in Oberbayern am Sonntag mehrere Skifahrer verletzt worden - einer von ihnen ist im Krankenhaus gestorben. Der 30-jährige Mann aus Sachsen hatte am Sonntagvormittag eine Skitour im Geigelsteingebiet unternommen, teilte die Polizei am Abend mit. Er war mit einem 57-Jährigen unterwegs, der sich selbst und auch den Jüngeren aus der Lawine befreien konnte. Die Reanimationsmaßnahmen bei dem 30-Jährigen blieben aber schließlich erfolglos.

Tödliches Lawinenunglück am Geigelstein - Bilder vom Unfallort

22.17 Uhr: Ein Teil der am Sonntag verunglückten Skifahrer konnte sich selbst retten, den weiteren half die Bergwacht, wie die Polizei mitteilte. Alle Betroffenen kamen zunächst in medizinische Behandlung.

Die Bergwacht hatte am Sonntag umfangreiche Suchmaßnahmen eingeleitet. Nach starkem Schneefall in der Nacht zuvor waren im Lauf des Tages sowohl am 1808 Meter hohen Geigelstein in den Chiemgauer Alpen als auch am 1619 Meter hohen Brünnstein im Mangfallgebirge und dem Zwiesel (1782 Meter) nahe Bad Reichenhall Schneemassen in Richtung Tal gestürzt.

 Ein 35-jähriger Münchner, der mit seiner Frau und seinem Schwager an der Brünnsteinschanze unterwegs war, wurde von einem Schneebrett erfasst, etwa 200 Meter mitgerissen und rund einen Meter tief verschüttet. Der Schwager konnte ihn mit Hilfe eines Lawinensuchgerätes orten. Die Bergwacht kümmerte sich um den Verletzten, der mit Frakturen und einer Unterkühlung in ein Krankenhaus gebracht wurde.

19.47 Uhr: Bei zwei der aus der Lawine in den Reichenhaller Bergen befreiten Personen handelte es sich um einheimische Skitourengeher. Glücklicherweise konnten sie nach der Verschüttung zeitnah von einer Gruppe von Skibergsteigern befreit werden, die zufällig kurze Zeit später vor Ort war. Auch ein Großaufgebot an Einsatzkräften wurde losgeschickt. Die beiden froren, waren aber unverletzt. Nähere Informationen zu dem Unfall finden Sie auf rosenheim24.de.

18.00 Uhr:

Wegen hoher Lawinengefahr ist St. Anton am Arlberg im österreichischen Tirol nur noch sehr eingeschränkt erreichbar. Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) stellten laut der österreichischen Nachrichtenagentur APA am Sonntag den Zugverkehr in den Wintersportort ein. Die Behörden sperrten zudem sämtliche Zufahrtsstraßen.

Anders als im Schweizer Wintersportort Zermatt, der am Sonntag erneut nur noch aus der Luft erreichbar war, konnten Menschen in St. Anton den Ort zumindest noch verlassen. In einzelnen Zeitfenstern war eine Ausreise für Privatfahrzeuge mit Schneeketten und ausgewählte Busse möglich. Die Streckensperrungen sollten zunächst bis mindestens Montag dauern. Die ÖBB und der Tourismusverband Tirol West stellten Reisenden Ersatzunterkünfte bereit.

17.41 Uhr: Laut dem Lawinenwarndienst Bayern wird die Lawinengefahr bis morgen in allen Höhenlagen deutlich ansteigen. Der angekündigte Temperaturanstieg, begleitet von Regen, sorgt im Laufe des Tages für eine tiefgreifende Durchnässung der Schneedecke. Nasse Schneebrett-, Lockerschnee und Gleitschneelawinen sind in mittleren Lagen aus allen Expositionen zu erwarten. Auch in höheren Lagen lösen sich teilweise große Lawinen von selbst oder schon durch die Zusatzbelastung eines einzelnen Wintersportlers.

Z-o: oberhalb 1500m - Triebschnee 

Z-u: unterhalb 1500m - Nassschnee

Allgäuer Alpen

Z-o: Gefahrenstufe 4 

Z-u: Gefahrenstufe 4 

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Ammergauer Alpen 

Z-o: Gefahrenstufe 4 

Z-u: Gefahrenstufe 4 

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Werdenfelser Alpen 

Z-o: Gefahrenstufe 4 

Z-u: Gefahrenstufe 4 

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Bayerische Voralpen 

Z-o: Gefahrenstufe 4 

Z-u: Gefahrenstufe 4

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Chiemgauer Alpen 

Z-o: Gefahrenstufe 4 

Z-u: Gefahrenstufe 4 

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Berchtesgadener Alpen 

Z-o: Gefahrenstufe 4 

Z-u: Gefahrenstufe 4

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17.00 Uhr:

Eine dritte Lawine löste sich in den Reichenhaller Bergen. Bei den drei Lawinenabgängen sind in Oberbayern am Sonntag fünf Menschen verletzt worden. Ein Teil von ihnen konnte sich selbst retten, den weiteren half die Bergwacht, wie die Polizei mitteilte. Alle Betroffenen kamen zunächst in medizinische Behandlung. Ob und wie schwer sie verletzt wurden, war zunächst unklar. Laut Polizei vermuteten die Retter am späten Nachmittag keine weiteren Personen mehr unter den Lawinen.

Nach starkem Schneefall in der Nacht zuvor waren im Lauf des Sonntags sowohl am 1808 Meter hohen Geigelstein in den Chiemgauer Alpen als auch am 1619 Meter hohen Brünnstein im Mangfallgebirge und dem Zwiesel (1348 Meter) nahe Bad Reichenhall Schneemassen in Richtung Tal gestürzt. Laut Warndienst herrscht in den gesamten bayerischen Alpen derzeit erhebliche Lawinengefahr.

15.31 Uhr: Am Sonntag hatte es in den Chiemgauer Alpen zwei Lawinenabgänge gegeben. Zunächst gab es einen Abgang am Vormittag, als sich am Geigelstein nahe Schleching eine Lawine löste. Gegen 14 Uhr gab es eine Lawine am Brunnstein bei Oberaudorf. Bei beiden Lawinenabgängen wird davon ausgegangen, dass Personen verschüttet wurden, teilte die Polizei der Redaktion von rosenheim24.de* mit.

Lawinenlage am Samstag, 20. Januar: Lawinengefahr steigt an

Die Lawinengefahr wird bis morgen im Allgäu in tieferen Lagen ansteigen, ansonsten bleibt die Lawinengefahr vor allem oberhalb der Waldgrenze angespannt. Mit Wind und Neuschnee, im Allgäu bis zu einem halben Meter, entstehen frische, störanfällige Triebschneeansammlungen. Hier können Lawinen bereits vom einzelnen Wintersportler ausgelöst werden. Aus steilen Einzugsgebieten kann es zur Selbstauslösung von Locker-, Schneebrett- und Gleitschneelawinen kommen. Das berichtet die Lawinenwarnzentrale des Bayerischen Landesamts für Umwelt.

Z-o: über der Waldgrenze - Triebschnee

Z-u: unterhalb der Waldgrenze - Triebschnee

Allgäuer Alpen Z-o: 

Gefahrenstufe 3

Z-u: Gefahrenstufe 3

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Ammergauer Alpen: 

Z-o: Gefahrenstufe 3

Z-u: Gefahrenstufe 2

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Werdenfelser Alpen: 

Z-o: Gefahrenstufe 3 

Z-u: Gefahrenstufe 2

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Bayerische Voralpen:

Z-o: Gefahrenstufe 3

Z-u: Gefahrenstufe 2 

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Chiemgauer Alpen:

Z-o: Gefahrenstufe 3

Z-u: Gefahrenstufe 2

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Berchtesgadener Alpen:

Z-o: Gefahrenstufe 3 

Z-u: Gefahrenstufe 2

Lawinenlage am Freitag, 19. Januar: Situation entspannt sich

Die Lawinensituation entspannt sich langsam. Mit zurückgehenden Temperaturen und unter ihrem eigenen Gewicht setzen sich die umfangreichen Triebschneeansammlungen der letzten Tage zunehmend. Mit der Setzung geht eine bessere Bindung der Schichten innerhalb der Triebschneepakete einher. Vor allem oberhalb der Waldgrenze können Schneebrettlawinen aber weiterhin vom einzelnen Wintersportler ausgelöst werden.

Die Gefahrenstufen wurden oberhalb der Waldgrenze auf 3 herabgesetzt sowie unterhalb der Waldgrenze auf 2. 

Lawinenlagebericht für den bayerischen Alpenraum am Donnerstag 18. Januar

Oberhalb der Waldgrenze herrscht im gesamten bayerischen Alpenraum eine große Lawinengefahr, unterhalb der Waldgrenze ist die Lawinengefahr als erheblich einzustufen. Viele Gefahrenstellen, an denen Lawinen ausgelöst werden können, befinden sich oberhalb der Waldgrenze im kammnahen Steilgelände aller Expositionen, in eingewehten Rinnen und Mulden aber auch hinter kammfernen Geländekanten, sowie örtlich in steilen Lichtungen und Waldschneisen. Hier ist eine Auslösung gefährlich großer Lawinen bereits bei geringer Zusatzbelastung, z. B. durch einen einzelnen Skifahrer möglich. Zudem kommt es aus felsigem Steilgelände und kammnahen Steilhängen bereits im Laufe des Vormittags vermehrt zur Selbstauslösung von feuchten Lockerschnee- und Schneebrettlawinen. Diese können mittelgroß werden und exponierte Verkehrs- und Wanderwege gefährden. Auf steilen Wiesenhängen mittlerer Lagen, die bereits ausgeapert waren, rutscht der Schnee in Form von Gleitschneelawinen am Boden ab.

Gefahrenstufen regional

Z-o: über der Waldgrenze - Triebschnee

Z-u: unterhalb der Waldgrenze - Nassschnee

Allgäuer Alpen

Z-o: Gefahrenstufe 4

Z-u: Gefahrenstufe 3

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Ammergauer Alpen

Z-o: Gefahrenstufe 4

Z-u: Gefahrenstufe 3

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Werdenfelser Alpen

Z-o: Gefahrenstufe 4

Z-u: Gefahrenstufe 3

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Bayerische Voralpen

Z-o: Gefahrenstufe 4

Z-u: Gefahrenstufe 3

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Chiemgauer Alpen

Z-o: Gefahrenstufe 4

Z-u: Gefahrenstufe 3

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Berchtesgadener Alpen

Z-o: Gefahrenstufe 4

Z-u: Gefahrenstufe 3

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Erhöhte Lawinengefahr im bayerischen Alpenraum am Donnerstag

Die Lawinenlage bleibt angespannt. Die Triebschneeansammlungen sind weiter angewachsen und bleiben sehr störanfällig. Der einzelne Wintersportler kann sehr leicht Lawinen auslösen. Zudem kommt es mit steigenden Temperaturen und Regen in tieferen Lagen vermehrt zur Selbstauslösung von feuchten Schneebrett- und Lockerschneelawinen.

Die Gefahrenstufe 4 - und damit eine große Gefahr - besteht am Donnerstag oberhalb der Waldgrenze für alle Alpenregionen in Bayern. Darunter herrscht in allen Regionen mit Stufe 3 eine „erhebliche Lawinengefahr“. 

Lawinenlagebericht für den bayerischen Alpenraum am Dienstag 16. Januar und Mittwoch 17. Januar

Aus dem Bericht des Lawinenwarndienstes Bayern:

„In den Allgäuer Alpen besteht oberhalb 1400m eine erhebliche Lawinengefahr, darunter ist die Lawinengefahr mäßig. Im restlichen bayerischen Alpenraum herrscht oberhalb 1400m morgens eine mäßige Lawinengefahr, die im Tagesverlauf auf erheblich ansteigt, unterhalb 1400m ist die Lawinengefahr morgens als gering, im Tagesverlauf als mäßig einzustufen.

Am Dienstag ist es stürmisch und es kommt immer wieder zu schauerartigem Niederschlag, der im Laufe des Nachmittags bis in tiefe Lagen in Schnee übergeht. Die Temperaturen liegen mittags in 2000m um -2 Grad. Die nächsten Tage ist das Wetter wechselhaft, die Lawinensituation bleibt angespannt. Unternehmungen abseits gesicherter Pisten erfordern derzeit Vorsicht und eine überlegte Routenwahl.“

Video: Todesfalle Lawine - Dieser Mann hat überlebt

Lawinenlagebericht für Tirol vom Dienstag, 16. Januar

Die Lawinengefahr steigt heute im Tagesverlauf deutlich an. Bereits am Vormittag muss die Gefahr oberhalb der Waldgrenze verbreitet als erheblich beurteilt werden.

Schuld daran haben der kräftige Höhenwind und die flächige Verbreitung von Oberflächenreif. Oberflächenreif stellt eine sehr störanfällige Schwachschicht dar, sobald diese eingeschneit bzw. von frischem Triebschnee überlagert wird. Mit den vorhergesagten Neuschneefällen, die sich während des Tages intensivieren werden, nimmt die Anzahl an Gefahrenstellen im Laufe des Tages weiter zu. Wichtig erscheint heute somit, frischen Triebschneepaketen im Steilgelände konsequent auszuweichen. In Osttirol sind alle Expositionen betroffen, in Nordtirol vermehrt der Sektor W über N bis O, in großen Höhen allerdings auch südliche Expositionen.

Weiterhin günstig ist die Situation überall dort, wo kein Wind im Spiel ist. Dies trifft vermehrt für Gebiete unterhalb der Waldgrenze zu.

Wichtig erscheint noch, dass in den neuschneereichen Regionen ab den Abendstunden vermehrt auch spontane Lawinen zu erwarten sind. Lawinen werden klein bis mittelgroß sein.

Lawinenlagebericht für den bayerischen Alpenraum am Montag 15. Januar

Aus dem Bericht des Lawinenwarndienstes Bayern:

„In der Nacht sind in der östlichen Hälfte der bayerischen Alpen bei kräftigem Wind aus Nord bis West vor allem in höheren Lagen kammnah frische, kleinere Triebschneeansammlungen entstanden, die störanfällig sind.

Beurteilung der Lawinengefahr:

Es besteht in den Hochlagen der Werdenfelser und Berchtesgadener Alpen eine mäßige Lawinengefahr, im übrigen bayerischen Alpenraum ist die Lawinengefahr als gering anzusprechen.

Einige Gefahrenstellen, an denen Lawinen ausgelöst werden können, befinden sich oberhalb 2000m im kammnahen Steilgelände der Hangrichtungen Nord über Ost bis Süd sowie in frisch eingewehten Rinne und Mulden. Hier kann es bereits bei der geringen Zusatzbelastung eines einzelnen Skifahrers zur Auslösung kleiner Schneebretter kommen. Dabei ist die Absturzgefahr höher einzuschätzen als die Gefahr, verschüttet zu werden.

Abgesehen von vereinzelten kleineren Gleitschneelawinen, die an noch nicht entladenen, steilen Wiesenhängen mittlerer Lagen abgehen können, ist heute nicht mit der Selbstauslösung größerer Lawinen zu rechnen.“

Lawinenlagebericht für Tirol vom Montag, 15. Januar

Lagebericht des Lawinenwarndienstes Tirol:

„Günstige Verhältnisse - Gleitschnee bildet das Hauptproblem, zunehmend Triebschnee beachten

Allgemeine Gefahrenstufe: 1

Beurteilung der Lawinengefahr

In Tirol herrschen verbreitet günstige Verhältnisse. Die Lawinengefahr ist meist gering, oberhalb etwa 2200m gebietsweise noch mäßig. Mit Zunahme des Windes während des Tages steigt die Gefahr oberhalb der Waldgrenze allgemein auf mäßig an.

Das Hauptproblem stellt vorerst noch das Abgleiten von Schnee auf steilen Wiesenhängen dar. Oft kündigen sich Gleitschneelawinen durch Risse in der Schneedecke an. Wir raten deshalb, Bereiche unterhalb von Rissen zu meiden.

Speziell entlang des Alpenhauptkammes sowie im Unterland weht der Wind in größeren Höhen bereits über Verfrachtungsstärke. Dort sollte man auf frische Triebschneepakete achten. Diese lagern teilweise auf Oberflächenreif und sind deshalb leicht zu stören. Mit etwas Erfahrung sind diese Gefahrenstellen gut zu erkennen. Mit Windzunahme werden Triebschneepakete spätestens ab den Abendstunden allgemein verbreiteter.

In den Regionen Zentralosttirol sowie Südliches Osttirol sollte zudem noch auf ein Altschneeproblem geachtet werden, das allerdings nur in Ausnahmefällen zum Tragen kommt. Eine Lawinenauslösung ist dabei am ehesten oberhalb etwa 2200m an schneearmen Stellen, bevorzugt im sehr steilen schattigen Gelände durch große Belastung denkbar.

Schneedeckenaufbau

Die Schneedecke ist derzeit verbreitet stabil, mögliche Schwachschichten kaum ansprechbar. Wichtig erscheint aber die zumindest in Schattenhängen meist lockere, aufbauend umgewandelte Schneeoberfläche. Häufig konnte auch Oberflächenreif beobachtet werden (zum Teil verstärkt in schattigen Kammlagen durch den Nigg-Effekt). Am ausgeprägtesten ist dieser derzeit im nebelbeeinflussten Osttirol. Sobald diese Schneeoberfläche von Triebschnee überlagert wird, muss von einer hohen Störanfälligkeit ausgegangen werden.

Alpinwetterbericht der ZAMG-Wetterdienststelle Innsbruck

Das Bergwetter am Montag hat nochmals viel Sonne zu bieten, an der Alpennordseite ist vormittags in Höhen um 1200m Hangnebel lästig. In den Lechtaler Alpen und der Arlbergregion tauchen nachmittags höhere Wolken aus Westen auf, die aber über allen Gipfeln liegen. Temperatur in 2000m: -5 Grad, Temperatur in 3000m: -12 Grad. Höhenwind: schwach bis mäßig aus Nordwest, abends in den Nordalpen stark aus West.

Tendenz

Anstieg der Gefahr mit Schneefall und Sturm! Vorsicht, es werden sehr störanfällige Triebschneepakete entstehen!“

Es besteht im bayerischen Alpenraum allgemein eine geringe Lawinengefahr. Einzelne Gefahrenstellen, an denen Lawinen ausgelöst werden können, finden sich oberhalb 2000m im kammnahen, extremen Steilgelände der Hangrichtungen Nordwest über Nord bis Ost sowie am Übergang von viel zu wenig Schnee im Randbereich eingewehter Rinnen. Hier kann es noch bei großer Zusatzbelastung, z. B. durch eine Skifahrergruppe ohne Abstände, zur Auslösung von Schneebrettlawinen kommen. Mit der Sonneneinstrahlung kann an Steilflächen höherer Lagen der wenige Neuschnee in Form von Lockerschneerutschen abgehen. Daneben sind an noch nicht entladenen, steilen Wiesenhängen mittlerer Lagen vereinzelt kleinere Gleitschneelawinen möglich. Bereiche unterhalb von Gleitschneemäulern und -rissen sollten gemieden werden.

In den Tiroler Tourengebieten herrschen mehrheitlich günstige Verhältnisse mit mäßiger Lawinengefahr. Vereinzelte Gefahrenstellen für trockene Schneebrettlawinen findet man noch in Kammlagen sowie an den Übergängen von viel zu wenig Schnee. Das betrifft hauptsächlich das Gelände oberhalb etwa 2200m in den Expositionen West über Nord bis Ost. In tiefen und mittleren Lagen ist unverändert auf Selbstauslösungen von Gleitschneelawinen zu achten. Vorsichtig zu beurteilen sind hier vor allem steile Grashänge aller Richtungen.“

Beurteilung der Lawinengefahr am Sonntag, 7. Januar, für Tirol

Die Lawinengefahr in Tirol ist von der Seehöhe abhängig. In Nordtirol ist die Gefahr oberhalb etwa 2300m erheblich, darunter verbreitet mäßig. In Osttirol herrscht oberhalb etwa 1800m erhebliche, darunter mäßige Gefahr. Wir haben es mit drei Problemen zu tun, einem Gleitschnee-, Triebschnee- und Altschneeproblem. Das Gleitschneeproblem ist auf steilen Wiesenhängen zu beachten und wurde während der vergangenen Tage gehäuft beobachtet. In den schneereichen Regionen im Westen des Landes können Gleitschneelawinen weiterhin groß werden. Das Triebschneeproblem ergibt sich durch den starken Südwind. Beginnend von etwa 2300m aufwärts kann der frisch eingefrachtete Schnee gestört werden. Die Störanfäligkeit nimmt dabei mit zunehmender Seehöhe zu. In Osttirol ist zudem vermehrt auf ein Altschneeproblem zu achten. Dies gilt für schattiges Gelände beginnend von etwa 1800m aufwärts, für besonntes Gelände von etwa 2200m aufwärts. Lawinen können dort durch geringe Belastung, vermehrt an Übergangsbereichen von wenig zu viel Schnee ausgelöst werden. In Nordtirol ist dieses Problem weniger ausgeprägt und gilt für Höhenlagen beginnend von etwa 2200m aufwärts.

So beurteilt der Lawinenwarndienst Bayern die Gefahr am Sonntag, 7. Januar (7.00 Uhr):

Im gesamten bayerischen Alpenraum ist die Lawinengefahr als mäßig einzustufen. Gefahrenstellen, an denen Lawinen ausgelöst werden können, finden sich in den Hochlagen, im kammnahen Steilgelände der Hangrichtungen Nordwest über Nord bis Ost, sowie am Übergang zu eingewehten Rinnen und Mulden. Hier ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung, zum Beispiel durch eine Skifahrergruppe ohne Abstände eine Auslösung von Schneebrettlawinen möglich. Zudem kommt es in mittleren Lagen an noch nicht entladenen steilen Wiesenhängen oder auf glatten Felsplatten aller Expositionen örtlich zur Selbstauslösung meist kleinerer Gleitschneelawinen. Vereinzelt lösen sich im extremen, felsdurchsetzten Steilgelände mit Sonneneinstrahlung nasse Lockerschneelawinen.

Hinweise und Tendenz: Heute wird es wieder sonnig und mild mit starkem Wind aus südlichen Richtungen. Die Temperatur steigt in 2000m auf +3 Grad an. Die Lawinensituation wird sich die nächsten Tage weiter entspannen, jedoch sollte die Absturzgefahr auf der verharschten oder vereisten Schneeoberfläche nicht unterschätzt werden.

Prognose der Lawinengefahr in den bayerischen Alpen am 7. Januar 2018

Allgäuer Alpen 

Z-o: Gefahrenstufe 2 

Z-u: Gefahrenstufe 2 

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Ammergauer Alpen 

Z-o: Gefahrenstufe 2 

Z-u: Gefahrenstufe 2 

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Werdenfelser Alpen 

Z-o: Gefahrenstufe 2 

Z-u: Gefahrenstufe 2 

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Bayerische Voralpen 

Z-o: Gefahrenstufe 2 

Z-u: Gefahrenstufe 2 

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Chiemgauer Alpen 

Z-o: Gefahrenstufe 2 

Z-u: Gefahrenstufe 2 

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Berchtesgadener Alpen 

Z-o: Gefahrenstufe 2 

Z-u: Gefahrenstufe 2 

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Update vom 6. Januar zum Lawinenunglück am Großglockner

Traurige Nachrichten aus Österreich: Nach dem Lawinenabgang in den Tiroler Alpen ist ein zweiter Skifahrer aus Bayern tot unter den Schneemassen gefunden worden. Am Samstagmorgen bargen Bergretter den 26-Jährigen, wie Polizei-Einsatzleiter Franz Riepler der Deutschen Presse-Agentur sagte. „Der Notarzt konnte nurmehr seinen Tod feststellen.“

Der Mann kam demnach am Freitag zusammen mit einem 25-jährigen Freund nahe Kals auf dem Großglockner in Osttirol ums Leben. Als die beiden Bayern zur Mittagszeit abseits der Piste unterwegs waren, löste sich auf einem steilen Hang ein etwa 100 Meter breites und 400 Meter langes Schneebrett und verschüttete die Skifahrer. Der 25-Jährige aus Aschau im Landkreis Rosenheim war bereits am Freitag gefunden worden.

So beurteilt der Lawinenwarndienst Bayern die Gefahr am Samstag, 6. Januar (7.00 Uhr):

In den Allgäuer-, Werdenfelser- und Berchtesgadener Alpen ist die Lawinengefahr oberhalb 2200m als erheblich einzustufen. 

Ansonsten ist die Lawinengefahr mäßig. Gefahrenstellen, an denen Lawinen ausgelöst werden können, finden sich vorwiegend oberhalb 2200m, im kammnahen Steilgelände der Hangrichtungen Nord über Ost bis Südost, sowie am Übergang zu eingewehten Rinnen und Mulden, aber auch hinter kammfernen Geländekanten.

Hier ist bereits bei geringer Zusatzbelastung eine Auslösung von Schneebrettlawinen möglich. Zudem kommt es in mittleren Lagen an noch nicht entladenen steilen Wiesenhängen oder auf glatten Felsplatten aller Expositionen weiterhin zur Selbstauslösung meist kleinerer, vereinzelt auch mittelgroßer Gleitschneelawinen. 

Vereinzelt lösen sich an Steilhängen mit Sonneneinstrahlung nasse Lockerschnee- und Schneebrettlawinen von selbst.

Erst am Freitag kam ein junger Bayer in einer Lawine in Tirol ums Leben. Sein Freund wird noch immer vermisst.

Prognose der Lawinengefahr in den bayerischen Alpen am 6. Januar 2018

Die Lawinensituation wird sich bis morgen etwas entspannen. Triebschneeansammlungen in den Hochlagen bleiben jedoch störanfällig. Hier können Lawinen weiterhin bereits mit geringer Zusatzbelastung ausgelöst werden. Unterhalb 2200m setzt und verfestigt sich der feuchte Schnee zunehmend.

Z-o: oberhalb 2200m - Triebschnee

Z-u: unterhalb 2200m - Gleitschnee

Allgäuer Alpen

Z-o: Gefahrenstufe 3

Z-u: Gefahrenstufe 2

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Ammergauer Alpen

Z-o: Gefahrenstufe 2

Z-u: Gefahrenstufe 2

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Werdenfelser Alpen

Z-o: Gefahrenstufe 3

Z-u: Gefahrenstufe 2

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Bayerische Voralpen

Z-o: Gefahrenstufe 2

Z-u: Gefahrenstufe 2

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Chiemgauer Alpen

Z-o: Gefahrenstufe 2

Z-u: Gefahrenstufe 2

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Berchtesgadener Alpen

Z-o: Gefahrenstufe 3

Z-u: Gefahrenstufe 2

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Update vom 5. Januar: Neue Details zu den Lawinentoten (11 und 48)

Nach dem Tod eines elfjährigen Mädchen und dessen 45-jähriger Mutter aus Ludwigsburg in Baden-Württemberg geht die Suche nach den Ursachen weiter. Wie das Portal Tageszeitungen.it unter Berufung auf den Einsatzleiter der Bergrettung Reschen, Tobias Folie, berichtet, hatte die 9-köpfige Gruppe die Stelle, an der am Nachmittag die Lawine abging, bereits am Mittwochvormittag überquert. 

Die Mitglieder der Gruppe, sagt Folie weiter, seien „wohl übermütig geworden“, daher sei es zur Katastrophe gekommen.

Mutter und Tochter waren mit einer Gruppe von neun Tourengehern aus Deutschland abseits der Piste unterwegs, als das Schneebrett in etwa 2100 Metern Höhe abging.

Die Mutter konnte laut Nachrichtenagentur Ansa erst eine Stunde nach dem Unglück geborgen werden, ihre Tochter sei noch vor Ort gestorben.

Die Lawinengefahr am 5. Januar 2018

Beurteilung der Lawinengefahr:

Im gesamten bayerischen Alpenraum ist die Lawinengefahr als erheblich einzustufen.

Mit der tiefreichenden Durchfeuchtung ist in tiefen und mittleren Lagen auch schattseitig mit der Selbstauslösung nasser Lockerschnee-, Schneebrett- und Gleitschneelawinen zu rechnen. Vor allem an noch nicht entladenen steilen Wiesenhängen kommt es zur Selbstauslösung mittlerer vereinzelt auch großer Gleitschneelawinen. Exponierte Verkehrswege können gefährdet sein.

Zudem finden sich Gefahrenstellen, an denen Lawinen ausgelöst werden können in den Hochlagen, vorwiegend im kammnahen Steilgelände der Hangrichtungen Nord über Ost bis Süd, sowie in eingewehten Rinnen und Mulden, aber auch hinter kammfernen Geländekanten. Hier ist bereits bei geringer Zusatzbelastung eine Auslösung von Schneebrettlawinen möglich.

Schneedecke:

Seit gestern fielen in den Hochlagen der bayerischen Alpen ca 30cm Neuschnee, im Allgäu örtlich bis zu 50cm. Darunter regnete es bei milden Temperaturen anhaltend. Nachts hat es kaum abgekühlt und die Schneedecke ist hier oft bis zum Boden hin nass. Festigkeitsverluste sind die Folge. Vor allem auf glattem Untergrund aber auch auf eingelagerten Harschschichten kommt die Schneedecke zunehmend ins rutschen. Starker Wind aus westlichen Richtungen hat den Neuschnee in den Hochlagen umfangreich verfrachtet und die bestehenden Triebschneeansammlungen sind weiter angewachsen. Innerhalb der Triebschneepakete sind örtlich störanfällige Schneeschichten eingelagert. Ansonsten ist die Altschneedecke weitgehend kompakt und stabil.

Hinweise und Tendenz:

Niederschlag und Wind lassen heute nach und es wird die nächsten Tage trocken und mild. Die Temperatur steigt heute Mittag in 2000m auf +4 Grad. Die Lawinensituation wird sich die nächsten Tage langsam entspannen, Unternehmungen abseits gesicherter Pisten erfordern aber weiterhin Vorsicht und eine überlegte Routenwahl.

Gefahrenstufen regional

Z-o: oberhalb 2000m - Triebschnee

Z-u: unterhalb 2000m - Gleitschnee

Allgäuer Alpen

Z-o: Gefahrenstufe 3

Z-u: Gefahrenstufe 3

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Ammergauer Alpen

Z-o: Gefahrenstufe 3

Z-u: Gefahrenstufe 3

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Werdenfelser Alpen

Z-o: Gefahrenstufe 3

Z-u: Gefahrenstufe 3

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Bayerische Voralpen

Z-o: Gefahrenstufe 3

Z-u: Gefahrenstufe 3

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Chiemgauer Alpen

Z-o: Gefahrenstufe 3

Z-u: Gefahrenstufe 3

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Berchtesgadener Alpen

Z-o: Gefahrenstufe 3

Z-u: Gefahrenstufe 3

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Update zu den Lawinentoten in Tirol:

Nach dem Tod eines elfjährigen Mädchen und dessen 45-jähriger Mutter aus Ludwigsburg in Baden-Württemberg sind neue schreckliche Details ans Licht gekommen.

Tobias Folie, der Einsatzleiter der Bergrettung Reschen, erklärte gegenüber tageszeitung.it, dass die 9-köpfige Gruppe aus Deutschland am Mittwochnachmittag die verhängnisvolle Lawine wohl alleine ausgelöst hat.

Demnach lag die Mutter 70 Zentimeter unter den Schneemassen begraben, ihre Tochter darunter. „Sie lagen übereinander“, so Folie. Die beiden Lawinenopfer konnten aufgrund der Witterung erst nach mehr als einer Stunde aus den Schneemassen geborgen werden. Offenbar war die Sicht so schlecht, dass es sehr schwierig gewesen sei, die Lawine zu lokalisieren. 

Die sieben Überlebenden – darunter der Vater des Mädchens – hatten laut Folie daher verzweifelt versucht, die Verschütteten auszugraben. Allerdings ohne Erfolg. Als die Rettungskräfte eintrafen bot sich ihnen ein dramatischer Anblick: „Sie waren total in Panik und sprangen auf der Lawine herum und mussten von uns beruhigt werden“, so der Einsatzleiter. Der Vater des Mädchens hatte im Übrigen auch den Alarm ausgelöst.

Die Lawinengefahr am 4. Januar 2018

Die Lawinengefahr steigt nach dem Sturmtief Burglind erneut an. Das berichtet der Lawinenwarndienst Bayern am Donnerstag. 

Lawinenlagebericht fuer den bayerischen Alpenraum, Donnerstag, 04.01.2018, 07:00 Uhr:

In den Allgäuer und Ammergauer Alpen sowie im restlichen bayerischen Alpenraum oberhalb 1800m ist die Lawinengefahr als erheblich einzustufen. In den Werdenfelser Alpen, bayerischen Voralpen, Chiemgauer und Berchtesgadener Alpen ist die Lawinengefahr unterhalb 1800m morgens mäßig, steigt aber im Tagesverlauf auf erheblich an.

Seit gestern gab es im bayerischen Alpenraum oberhalb 1000m verbreitet um die 10cm Neuschnee, im Westen örtlich bis zu 20cm. Starker Wind aus westlichen Richtungen hat den Neuschnee oberhalb 1800m umfangreich verfrachtet und es haben sich verbreitet frische Triebschneeansammlungen gebildet. Innerhalb der Triebschneepakete sind störanfällige Schneeschichten eingelagert. Die Schneedecke ist insgesamt stark vom Wind geprägt. Rücken und Grate sind abgeweht, Rinnen und Mulden sind mit meterhohem Triebschnee verfüllt. In mittleren Lagen fiel der Neuschnee auf eine feuchte Altschneedecke und konnte sich mit dieser meist gut verbinden. Hier verliert die Schneedecke mit Durchnässung jedoch zunehmend an Festigkeit und ist in tieferen Lagen bis zum Boden hin nass. Ansonsten ist die Altschneedecke weitgehend kompakt und stabil.

Heute fällt anhaltender Niederschlag, wobei die Schneefallgrenze im Tagesverlauf bis auf 2000m ansteigt. Die Temperatur liegt hier nachmittags bei +1 Grad. Das Wetter bleibt die nächsten Tage mild und es wird trockener, Unternehmungen abseits gesicherter Pisten erfordern weiterhin Vorsicht und eine überlegte Routenwahl.

Gefahrenstufen regional 

Z-o: oberhalb 1800m - frischer Triebschnee 

Z-u: unterhalb 1800m - Nassschnee

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Allgäuer Alpen 

Z-o: Gefahrenstufe 3 

Z-u: Gefahrenstufe 3 

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Ammergauer Alpen 

Z-o: Gefahrenstufe 3 

Z-u: Gefahrenstufe 3 

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Werdenfelser Alpen 

Z-o: Gefahrenstufe 3 

Z-u: Gefahrenstufe 2 (im Tagesverlauf 3) 

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Bayerische Voralpen 

Z-o: Gefahrenstufe 3 

Z-u: Gefahrenstufe 2 (im Tagesverlauf 3) 

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Chiemgauer Alpen 

Z-o: Gefahrenstufe 3 

Z-u: Gefahrenstufe 2 (im Tagesverlauf 3) 

---------------------------------------------------- Berchtesgadener Alpen 

Z-o: Gefahrenstufe 3 

Z-u: Gefahrenstufe 2 (im Tagesverlauf 3) 

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3. Januar 2018: Lawine verschüttet deutsche Wintersportler in Südtirol - Kind und Mutter sterben

Eine Lawine hat in Südtirol Wintersportler aus Deutschland verschüttet und ein Kind getötet. Das Mädchen - geboren im Jahr 2006 - sei zwar am Mittwoch im Vinschgau aus der Lawine gerettet worden, habe aber nicht überlebt, sagte ein Sprecher der Polizei in Bozen der Deutschen Presse-Agentur. Die Mutter, Jahrgang 1972, sei lebensgefährlich verletzt in ein Krankenhaus der Region gekommen. Am Abend herrschte dann die traurige Gewissheit: Auch die Mutter ist gestorben. Beide kommen aus Ludwigsburg bei Stuttgart, wie tageszeitung.it berichtet.

Die beiden waren mit einer Gruppe von neun Tourengehern aus Deutschland abseits der Piste unterwegs, als sich das Schneebrett im Skigebiet Schöneben-Haideralm löste.

Die restlichen sieben Sportler seien nicht von der Lawine in mehr als 2000 Metern Höhe verschüttet worden, so der Polizeisprecher. Woher in Deutschland die Betroffenen kamen, konnte er nicht sagen. Laut Südtiroler Medien hatten die Sportler, die Mitglieder eines Skiclubs waren, das Schneebrett selbst ausgelöst.

Schlechte Sichtverhältnisse und starker Wind erschwerten die Rettung, Hubschrauber konnten im Schneegestöber zunächst nicht fliegen. Die Aktion lief auch nach Einbruch der Dunkelheit weiter.

In den letzten Tagen hatte es in den italienischen Alpen viel geschneit. Auch am Mittwoch war Neuschnee gefallen. In der ganzen Südtiroler Region herrschte „erhebliche“ Lawinengefahr der Stufe drei von fünf.

1. Januar 2018: Erhebliche Lawinengefahr

Lehrgang für Lawinenhundeführer

In den bayerischen Alpen wird morgen die Lawinengefahr oberhalb 1800m auf mäßig eingestuft. Darunter herrscht geringe Lawinengefahr. Durch die sinkenden Temperaturen hat sich die durchfeuchtete Schneeoberfläche bis in die Hochlagen hinein oberflächlich verfestigt, der Harsch ist meist tragfähig. Darauf liegt im Westen bis zu 5cm Neuschnee, der von kräftigem Westwind verfrachtet wurde. Die vereinzelten, frischen Triebschneeansammlungen sind störanfällig, die Absturzgefahr ist dabei höher einzuschätzen als die Gefahr, verschüttet zu werden.

31. Dezember 2017: Erhebliche Lawinengefahr

In den Hochlagen der bayerischen Alpen wird am Neujahrstag die Lawinengefahr laut Bayerischem Landesamt für Umwelt auf erheblich eingestuft. Ansonsten wird die Lawinengefahr auf mäßig sinken. Durch Regen und milde Temperaturen hat sich der Schnee in mittleren Lagen stark gesetzt und verfestigt sich zunehmend. Gleitschneelawinen sind an glatten, steilen Wiesenhängen weiter möglich. In den Hochlagen bildet kräftiger Westwind neue, störanfällige Triebsschneeansammlungen. Einzelne Skifahrer könnten Schneebretter auslösen.

30. Dezember 2017: Lawinengefahr steigt

Die Lawinengefahr steigt. Das geht aus dem Lagebericht für den bayerischen Alpenrand und für Tirol hervor, den wir Ihnen hier im Wortlaut zeigen:

Lawinenlagebericht für den bayerischen Alpenraum Samstag, 30.12.2017, 07:30 Uhr

Über der Waldgrenze neuer Triebschnee durch starken Westwind in der Nacht. Der einzelne Skifahrer kann Lawinen auslösen! Im Tagesverlauf geht der Schneefall von Westen her in Regen über, die Schneefallgrenze steigt auf 2000m an. Lockerschnee- und Schneebrettlawinen aus felsdurchsetztem Steilgelände beachten!

Beurteilung der Lawinengefahr: Im bayerischen Alpenraum besteht über der Waldgrenze eine erhebliche Lawinengefahr, darunter ist die Lawinengefahr als mäßig einzustufen. Im Westen steigt dann die Lawinengefahr im Tagesverlauf auf erheblich an.

Gefahrenstellen, an denen Lawinen ausgelöst werden können, befinden sich vor allem über der Waldgrenze im kammnahen Steilgelände der Hangrichtungen Nordwest über Nord bis Südost sowie in frisch eingewehten Rinnen und Mulden. Hier ist bereits bei geringer Zusatzbelastung, z.B. durch einen einzelnen Skifahrer, die Auslösung von Schneebrettlawinen möglich. Mit dem Anstieg der Schneefallgrenze auf 2000m im Tagesverlauf ist durch Regeneintrag eine Schwächung der Schneedecke zun erwarten. Vor allem aus felsdurchsetzten Steilflächen und triebschneebeladenen Einzugsgebieten ist die Selbstauslösung von vereinzelt auch größeren Lockerschnee- und Schneebrettlawinen zu erwarten. Auf wieder eingeschneiten oder noch nicht entladenen, steilen Grashängen mittlerer Lagen kann es verstärkt zur Selbstauslösung von Gleitschneelawinen kommen.

Schneedecke: Seit gestern erhielt der bayerische Alpenraum einen Neuschneezuwachs von 10 cm. Starker Wind aus West bildete in der Nacht kammnah frischen, störanfälligen Triebschnee. Der Neuschnee der letzten Tage hat sich bisher nur leicht gesetzt, ist oft noch ungebunden und hat noch keine ausreichende Bindung zur meist glatten und verharschten Altschneeoberfläche gefunden. Rücken und Grate sind abgeweht, Rinnen und Mulden sind mit frischem Triebschnee verfüllt. Im Altschnee sind zudem Schneeschichten aus kantig aufgebauten Kristallen eingelagert. Diese können am Übergangsbereich von wenig zu viel Schnee gestört werden. In tiefen und mittleren Lagen ist die Schneedecke am Boden meist feucht und kann am Untergrund abrutschen.

Hinweise und Tendenz: Heute geht der Schneefall, begleitet von kräftigem Westwind, im Tagesverlauf bis in mittlere Lagen in Regen über. Die Lawinensituation bleibt angespannt. Unternehmungen abseits gesicherter Pisten verlangen derzeit Vorsicht und lawinenkundliches Beurteilungsvermögen.

Gefahrenstufen regional

Z-o: über der Waldgrenze - frischer Triebschnee

Z-u: unterhalb der Waldgrenze - kleinräumig Triebschnee

Allgäuer Alpen

Z-o: Gefahrenstufe 3

Z-u: Gefahrenstufe 2 (im Tagesverlauf 3)

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Ammergauer Alpen

Z-o: Gefahrenstufe 3

Z-u: Gefahrenstufe 2 (im Tagesverlauf 3)

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Werdenfelser Alpen

Z-o: Gefahrenstufe 3

Z-u: Gefahrenstufe 2

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Bayerische Voralpen

Z-o: Gefahrenstufe 3

Z-u: Gefahrenstufe 2

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Chiemgauer Alpen

Z-o: Gefahrenstufe 3

Z-u: Gefahrenstufe 2

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Berchtesgadener Alpen

Z-o: Gefahrenstufe 3

Z-u: Gefahrenstufe 2

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Lagebericht des Lawinenwarndienstes Tirol vom Samstag, den 30.12.2017, um 07:30

Heikle Lawinensituation mit verbreitet erheblicher Gefahr - Anstieg im Tagesverlauf!

Allgemeine Gefahrenstufe: 3

R1 Arlberg-Außerfern Vormittag: < 1800m 3, > 1800m 3; Nachmittag: < 1800m 3, > 1800m 4

R2 Westliche Nordalpen Vormittag: < 1800m 3, > 1800m 3; Nachmittag: < 1800m 3, > 1800m 4

R3 Östliche Nordalpen Vormittag: < 1800m 3, > 1800m 3; Nachmittag: < 1800m 3, > 1800m 3

R4 Silvretta-Samnaun Vormittag: < 1800m 3, > 1800m 3; Nachmittag: < 1800m 3, > 1800m 4

R5 Nördliche Ötzaler und Stubaier Alpen Vormittag: < 1800m 3, > 1800m 3; Nachmittag: < 1800m 3, > 1800m 3

R6 Tuxer Alpen Vormittag: < 1800m 3, > 1800m 3; Nachmittag: < 1800m 3, > 1800m 3

R7 Kitzbüheler Alpen Vormittag: < 1800m 3, > 1800m 3; Nachmittag: < 1800m 3, > 1800m 3

R8 Südliche Ötztaler und Stubaier Alpen Vormittag: < 1800m 3, > 1800m 3; Nachmittag: < 1800m 3, > 1800m 3

R9 Zillertaler Alpen Vormittag: < 1800m 3, > 1800m 3; Nachmittag: < 1800m 3, > 1800m 3

R10 Osttiroler Tauern Vormittag: < 1800m 3, > 1800m 3; Nachmittag: < 1800m 3, > 1800m 3

R11 Zentral Osttirol Vormittag: < 1800m 3, > 1800m 3; Nachmittag: < 1800m 3, > 1800m 3

R12 Südliches Osttirol Vormittag: < 1800m 3, > 1800m 3; Nachmittag: < 1800m 3, > 1800m 3

Problem Vormittag: Triebschnee; N,NO,O,SO,S,SW,W,NW > 1800m; frisch, störanfällig

Problem Nachmittag: Nassschnee; N,NO,O,SO,S,SW,W,NW < 2000m; Regen!

Aktuelle Gefahrenmuster

gm.6 - lockerer Schnee und Wind

gm.1 - bodennahe Schwachschicht vom Frühwinter

gm.10 - Frühjahrssituation

Beurteilung der Lawinengefahr

Ungünstige Tourenverhältnisse: Die Lawinengefahr ist in den Morgenstunden noch verbreitet erheblich, kann im Tagesverlauf aber im Westen und Norden auf groß ansteigen!

Oberhalb etwa 1800m bildet frischer Triebschnee das Hauptproblem. Da die Verbindung des Triebschnees mit der Altschneedecke nur schlecht ist, lässt er sich schon bei geringer Zusatzbelastung als Lawine auslösen, also schon durch einen einzelnen Wintersportler. Gefahrenstellen liegen in steilen Hängen aller Expositionen.

In tiefen und mittleren Lagen ist der zunehmende Festigkeitsverlust der Schneedecke auf Grund des markanten Temperaturanstieges und Regen zu beachten. Hier muss man vermehrt mit Selbstauslösungen von Nassschnee- und Gleitschneelawinen rechnen, die auch exponierte Verkehrswege gefährden können.

Unerfahrenen raten wir derzeit ab, die gesicherten Pisten zu verlassen.

Schneedeckenaufbau

In der vergangenen Nacht hat es von Westen her zu schneien begonnen. Der Schneefall wird im Tagesverlauf noch zunehmen. Dabei ist der Höhenwind aus West bis Nordwest stark bis stürmisch, so dass es zu umfangreichen Verfrachtungen kommt Triebschnee und Neuschnee sind mit der meist lockeren Altschneeoberfläche nur schlecht verbunden und damit störanfällig

In inneralpinen Regionen, entlang des Alpenhauptkammes sowie in Osttirol ist zudem ein Altschneeproblem zu beachten: hier findet man unter härteren Krusten dünne Schichten aus aufbauend umgewandelten, lockeren Schneekristallen. Falls ausgelöste Lawinen bis in diese Schichten durchbrechen, können sie auch größere Ausmaße erreichen.

In tiefen und mittleren Lagen verliert die Schneedecke im Tagesverlauf durch Regen immer mehr an Festigkeit.

Alpinwetterbericht der ZAMG-Wetterdienststelle Innsbruck

Wetterlage: Der Alpenraum liegt in einer stürmischen Nordwestströmung, mit der heute Samstag eine kräftige Warmfront quert. Dahinter stellt sich Westströmung ein, die mal mehr nach SW, mal mehr nach NW meandert und immer wieder Störungen nach Tirol führt. Dabei schwanken Temperaturen und Schneefallgrenze wild auf und ab.

Bergwetter heute: Stürmisches und unwirtliches Bergwetter: Die Berge geraten rasch in Wolken, daher schlechte Sichten und nach einer kurzen Niederschlagsberuhigung gibt es leichten bis mäßigen, rund um den Arlberg kräftigen Schneefall. Dabei wird es in allen Höhen milder, die Schneefallgrenze steigt bis zum Abend teilweise über 1500m! Leichter Schneefall greift auch auf Osttirol über. Temperatur in 2000m: -9 bis -1 Grad, Temperatur in 3000m: -15 auf -7 Grad. Höhenwind: stark bis stürmisch aus West bis Nordwest.

Tendenz

Nach Neuschnee, Regen und Wind ungünstige Tourenverhältnisse!

28. Dezember 2017: Auch Tölzer von der Lawine im Zillertal mitgerissen

Update 18.06 Uhr: 

Am Donnerstagvormittag wurden zwei deutsche Brüder (16 und 19 Jahre alt) im Skigebiet Hochzillertal von einer Lawine erfasst und mitgerissen. Sie wurden verschüttet und nach einigen Minuten vom Schnee befreit. Laut den Tiroler Tageszeitung konnte der 19-Jährige sogar erst nach 15 Minuten gerettet werden. 

Die beiden unterkühlten Jugendlichen wurden mit Rettungshubschraubern in eine Klinik geflogen. Wie schwer sie verletzt wurden, ist derzeit nicht bekannt. 

Update 12.20 Uhr:

Der Lawinenwarndienst Bayern hat am Donnerstag die dritte von fünf Warnstufen ausgegeben. „In der Nacht haben wir recht viel Neuschnee bekommen, etwa 20 bis 30 Zentimeter“, erklärte ein Experte. Bei den windigen Verhältnissen bestehe im gesamten bayerischen Alpenraum oberhalb der Waldgrenze eine erhebliche Lawinengefahr - „dort kann der Wind richtig wirken“. Mit dem Tauwetter, das zum Wochenende hin einsetzen soll, werde das Risiko vorerst so hoch bleiben.

27. Dezember 2017: Murnauerin teilverschüttet

Eine Gruppe von Skifahrern hat am Mittwoch im Zillertal eine Lawine ausgelöst. Eine Murnauerin wurde teilverschüttet und verletzt.

Als die Skigruppe aus Bayern am Mittwoch eine Lawine auslöste, wurde auch ein Mann aus Bad Tölz mitgerissen. 

Video: Gefangen in der Lawine: Dieser Mann berichtet wie es war.

Verschüttet zu werden, ist der Alptraum eines jeden Skifahrers. Doch was passiert, wenn man mitten in einer Lawine steckt? Wie lange kann man überleben? Dieser Mann hat nur aus einem Grund überlebt.

25. Dezember 2017: Drei Tote in der Schweiz

Bei Lawinenunglücken in den Schweizer Alpen sind seit Samstag drei Menschen ums Leben gekommen. Wie die Polizei am Montag mitteilte, wurde ein Franzose am Samstag beim Skiwandern im östlichen Kanton Graubünden von einer Lawine verschüttet. Seine Leiche habe unter drei Meter hohen Schneemassen gelegen. 

Lawinenunglücke seit Samstag in der Schweiz: Drei Menschen starben. 

Am Montag wurden im südlichen Kanton Wallis fünf Skiwanderer von einer Lawine überrascht. Einer von ihnen wurde von den Schneemassen mitgerissen, wie die Polizei meldete. Obwohl seine Begleiter ihn rasch befreien konnten, konnten die herbeigerufenen Rettungskräfte nur noch seinen Tod feststellen. 

Ebenfalls im Wallis wurden am Samstag drei Wanderer von einer Lawine verschüttet. Einer von ihnen konnte sich selbst befreien und Hilfe herbeirufen, wie die Polizei mitteilte. Die Rettungskräfte konnten die beiden anderen Wanderer aus dem Schnee befreien. Aber eine Frau aus der Gruppe erlag anschließend im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen.

Für die Alpen in Bayern und Tirol gibt es derzeit eine mäßige Lawinengefahr (Warnstufe 2).

Lawinenlage-Bericht am Sonntag, 24. Dezember 2017 für Tirol

In Nordtirol herrscht inzwischen überwiegend mäßige Lawinengefahr, in Osttirol ist diese oberhalb etwa 2300m noch erheblich. Aufpassen sollte man derzeit vor allem auf kürzlich vom Wind verfrachteten Schnee.

Lawinenlage-Bericht am Sonntag, 24. Dezember 2017 für Bayern

Im gesamten bayerischen Alpenraum herrscht eine mäßige Lawinengefahr. Auf noch nicht entladenen, steilen Grashängen mittlerer und tiefer Lagen und Freiflächen im Bergwald muss bei warmen Temperaturen, Sonne und nassem Untergrund weiterhin mit der Selbstauslösung von Gleitschneelawinen gerechnet werden. Vereinzelt sind Lawinen mittlerer Größe möglich. Zudem kommt es sonnseitig aus felsigem Steilgelände zur Selbstauslösung oberflächlicher, feuchter Lockerschneelawinen.

Lawinenlage-Bericht am Samstag, 23. Dezember 2017 für Tirol

Oberhalb etwa 2300m verbreitet erhebliche Lawinengefahr

Allgemeine Gefahrenstufe: 3

R1 Arlberg-Außerfern Vormittag: < 2300m 2, > 2300m 3; Nachmittag: < 2300m 2, > 2300m 3

R2 Westliche Nordalpen Vormittag: < 2300m 2, > 2300m 3; Nachmittag: < 2300m 2, > 2300m 3

R3 Östliche Nordalpen Vormittag: < 2300m 2, > 2300m 2; Nachmittag: < 2300m 2, > 2300m 2

R4 Silvretta-Samnaun Vormittag: < 2300m 2, > 2300m 3; Nachmittag: < 2300m 2, > 2300m 3

R5 Nördliche Ötzaler und Stubaier Alpen Vormittag: < 2300m 2, > 2300m 3; Nachmittag: < 2300m 2, > 2300m 3

R6 Tuxer Alpen Vormittag: < 2300m 2, > 2300m 3; Nachmittag: < 2300m 2, > 2300m 3

R7 Kitzbüheler Alpen Vormittag: < 2300m 2, > 2300m 2; Nachmittag: < 2300m 2, > 2300m 2

R8 Südliche Ötztaler und Stubaier Alpen Vormittag: < 2300m 2, > 2300m 3; Nachmittag: < 2300m 2, > 2300m 3

R9 Zillertaler Alpen Vormittag: < 2300m 2, > 2300m 3; Nachmittag: < 2300m 2, > 2300m 3

R10 Osttiroler Tauern Vormittag: < 2300m 2, > 2300m 3; Nachmittag: < 2300m 2, > 2300m 3

R11 Zentral Osttirol Vormittag: < 2300m 2, > 2300m 3; Nachmittag: < 2300m 2, > 2300m 3

R12 Südliches Osttirol Vormittag: < 2300m 2, > 2300m 3; Nachmittag: < 2300m 2, > 2300m 3

Problem 1: Altschnee; N,NO,O,SO,S,SW,W,NW > 2300m; v.a. in Osttirol

Problem 2: Gleitschnee; N,NO,O,SO,S,SW,W,NW < 2300m; auf Wiesenhängen

Aktuelle Gefahrenmuster

gm.2 - Gleitschnee

gm.1 - bodennahe Schwachschicht vom Frühwinter

gm.6 - lockerer Schnee und Wind

Beurteilung der Lawinengefahr In Tirol ist die Gefahr oberhalb etwa 2300m verbreitet erheblich, darunter mäßig. Die vergleichsweise ungünstigsten Verhältnisse herrschen unverändert in Osttirol. Dort findet man oberhalb etwa 2300m schwache Schichten in der Altschneedecke, die durch geringe Belastung gestört werden können. Besonntes Gelände ist dabei sogar kritischer zu beurteilen als schattiges.

Lawinenlage-Bericht am Samstag, 23. Dezember 2017 für Bayern

Weiterhin Selbstauslösung feuchter Gleit- und Lockerschneelawinen möglich. In den Hochlagen sind frische, störanfällige Triebschneeansammlungen zu beachten.

Lawinen oft unterschätzt

Im gesamten bayerischen Alpenraum herrscht eine mäßige Lawinengefahr. Auf steilen Grashängen mittlerer und tiefer Lagen und Freiflächen im Bergwald muss auf Grund der warmen Temperaturen und des nassen Untergrundes weiterhin mit der Selbstauslösung meist kleinerer Gleitschneelawinen gerechnet werden. Nördliche Hangrichtungen sind davon nicht ausgenommen. Zudem kommt es besonders sonnseitig aus felsigem Steilgelände zur Selbstauslösung oberflächlicher, feuchter Lockerschneelawinen. Daneben finden sich Gefahrenstellen, an denen Lawinen ausgelöst werden können, in den Hochlagen im kammnahen Steilgelände der Hangrichtungen Nord über Ost bis Süd sowie in triebschneeverfüllten Rinnen und Mulden. In diesen Bereichen ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung, z.B. durch eine Skifahrergruppe ohne Abstände, die Auslösung von Schneebrettlawinen möglich.

Lawinen-Warnungen am Montag, 18. Dezember 2017

Im bayerischen Alpenraum fielen seit Sonntag 20 bis 40 Zentimeter Neuschnee. 

In den Allgäuer Alpen bleibt die Lawinengefahr (Stand 17 Uhr) in höheren Lagen auf erheblich, im übrigen bayerischen Alpenraum hat sich die Gefahrenlage entspannt und wird in höheren Lagen mit mäßig eingestuft. Der Neuschnee der letzten Tage hat sich gesetzt und verfestigt sich zunehmend. In den Allgäuer Alpen, wo insgesamt der Windeinfluss stärker und mehr Schnee gefallen war, sind mehr Gefahrenstellen erhalten geblieben, an denen der einzelne Skifahrer Schneebretter auslösen kann, als im übrigen bayerischen Alpenraum.

In Tirol herrscht oberhalb von 2000 Meter eine erhebliche Gefahr, darunter ist sie meist mäßig. 

Lawinen-Warnungen am Sonntag, 17. Dezember 2017

Es besteht in den Allgäuer, den Werdenfelser und den Berchtesgadener Alpen oberhalb 1800 Metern eine erhebliche Lawinengefahr, im übrigen bayerischen Alpenraum ist die Lawinengefahr als mäßig einzustufen. 

Lawinen-Warnungen am Samstag, 16. Dezember 2017

In den Allgäuer Alpen bleibt die Lawinengefahr über der Waldgrenze auf erheblich. Im übrigen bayerischen Alpenraum ist eine mäßige Lawinengefahr zu erwarten.

Lawinen-Warnungen am Freitag, 15. Dezember 2017

In seinem aktuellen Bericht warnt der Lawinenwarndienst Bayern: „Im bayerischen Alpenraum ist die Lawinengefahr oberhalb 1600m als erheblich, darunter als mäßig anzusprechen. Hier ist bereits bei geringer Zusatzbelastung, z.B. durch einen einzelnen Skifahrer, die Auslösung von Schneebrettlawinen möglich.“ Vor allem im kammnahen Steilgelände ist Vorsicht geboten. Oberhalb von 1600 Metern gilt die Lawinenwarnstufe 3. 

Die Lawinensituation in Tirol ist derzeit heikel, die Gefahr verbreitet erheblich im oberen Bereich der Warnstufe 3. Gefahr besteht vor allem im Bereich zwischen 1800 und 2400 Metern.

Lawinen-Toter in Tirol: Deutscher Skifahrer verunglückt am 13. Dezember 2017

In Serfaus hat sich am Mittwochnachmittag ein tragisches Unglück ereignet: Ein deutscher Skifahrer ist in Österreich in einer Lawine ums Leben gekommen. 

Der 32-Jährige aus Baden-Württemberg war nach Angaben der Bergbahnen mit zwei anderen Skiläufer abseits der Piste in Serfaus (Bezirk Landeck) unterwegs. Der Tourist konnte nach rund 30 Minuten geborgen werden. Sofort eingeleitete Reanimationsversuche blieben jedoch erfolglos, teilten die Bergbahnen weiter mit.

Hintergrund: Lawinen - warum sie so gefährlich sind und woher sie kommen

Lawinen sind der absolute Alptraum für Wintersportler. Doch wie entstehen diese Ungetüme, die massiven Personen- und Sachschaden verursachen können, überhaupt? Wenn in kurzer Zeit eine große Menge Neuschnee fällt und dann auch noch die Temperaturen steigen, destabilisiert sich die Schneedecke und die Gefahr eines Abgangs wird signifikant erhöht. 

Die Entstehung von Lawinen wird von diversen weiteren Faktoren bestimmt, so etwa von der Hanglage und der Neigung des Geländes.

Die vielschichtigen Faktoren, die die Entstehung einer Lawine bedingen, werden wissenschaftlich erforscht und sind Gegenstand diverser Studien und Computersimulationen. Um die konkrete Gefahr einschätzen zu können, greifen Experten auf Schneeprofile und genaue meteorologische Daten zurück. Seit der Jahrtausendwende werden zunehmend auch Satellitenbilder in die Forschung integriert. 

Die konkrete Wahrscheinlichkeit eines Abgangs wird in der europäischen Gefahrskala in den Stufen 1 (geringe Gefahr) bis 5 (sehr große Gefahr) angegeben. In ihren täglichen Berichten informieren die Lawinenwarndienste über die Lage am Berg. 

Lawinen-Gefahr minimieren: So sollten sich Wintersportler verhalten

Wintersportler werden allgemein dazu angehalten, die präparierten Pisten bei ihren Ausflügen auf Ski und Snowboard nicht zu verlassen und bei erhöhter Warnstufe besondere Vorsicht walten zu lassen. Wer sich dennoch im Gelände bewegt, sollte auf entsprechende Ausrüstung (LVS-Gerät, Lawinensonde, Lawinenschaufel) zurückgreifen. Der Lawinenwarndienst Bayern rät auf seiner Homepage, sich niemals alleine in ungespurten Gefilden zu bewegen. Gerät man in eine Lawine ist es sinnvoll, mitgeführte Hilfsmittel sofort zu aktivieren. Auf seiner Homepage stellt der deutsche Alpenverein (DAV) eine hilfreiche Checkliste zur Verfügung.

Meldungen über tödlich verunglückte Skifahrer und Snowboarder sind in der Wintersport-Saison keine Seltenheit. Laut Schätzungen des DAV kommen durch Lawinen im gesamten Alpenraum jährlich etwa 100 Menschen zu Tode. Auch das Kalenderjahr 2017 hat bereits zahlreiche Opfer gefordert.

Lesen Sie auch: Warum Pistenpräperierer so richtig genervt von Skitourengehern sind und warum die Sportler verdammt gefährlich leben

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dpa

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