Kalter Winter treibt Arbeitslosenzahl in die Höhe

Nürnberg - Der kalte Winter und die schwache Konjunktur haben die Arbeitslosenzahlen in Bayern in die Höhe getrieben.

Die Zahl der erwerbslosen Männer und Frauen stieg nach Angaben der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit im Januar um 59 000 auf 368 400. Im Vergleich zum Vorjahr ergebe sich ein Plus von 37 800, berichtete die Behörde am Donnerstag in Nürnberg. Die Arbeitslosenquote nahm um 0,9 Punkte auf 5,5 Prozent zu. Vor einem Jahr hatte sie noch bei 5,0 Prozent gelegen.

Nach Einschätzung der Staatsregierung und der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) schlagen jetzt auch die Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise auf den Arbeitsmarkt im Freistaat durch. Bayern weise zwar nach wie vor die niedrigste Arbeitslosenquote aller Bundesländer auf. “Allerdings wird eine Kombination aus dem niedrig prognostizierten Wirtschaftswachstum und dem anhaltenden Winter zu einer Stagnation der Arbeitslosigkeit in Bayern führen“, betonte Regionaldirektions-Vize Ralf Holtzwart.

Mittlerweile seien auch erste Anzeichen für eine sinkende Nachfrage auf dem Stellenmarkt erkennbar. Die Zahl der offenen Stellen liegt den Angaben zufolge mit 48 400 um 13,6 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die meisten freien Jobs gibt es im Groß- und Einzelhandel, in der Zeitarbeit, in der Gastronomie und im Gesundheitswesen. Die weltweite Krise ist vor allem in der Industrie und der Exportwirtschaft zu spüren, bei denen Bayern seine Schwerpunkte habe, erklärte vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Deshalb seien Männer stärker vom Anstieg der Arbeitslosigkeit betroffen als Frauen.

Besonders ausgeprägt war der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Januar in Regionen mit einem hohen Anteil an witterungsabhängigen Branchen wie der Bauindustrie, der Landwirtschaft oder dem Gartenbau. Dies ist besonders im Osten des Freistaats der Fall. Die höchste Arbeitslosenquote unter den 27 Agenturen für Arbeit weist Passau mit 7,9 Prozent auf, gefolgt von Hof mit 7,6 Prozent und Weiden mit 7,5 Prozent. Unter der Vier-Prozent-Marke liegt die Quote in Freising, Ingolstadt und Donauwörth.

Unter den sieben Regierungsbezirken hat Mittelfranken seine Schlusslichtposition zwar an Oberfranken abgegeben. Im Nordosten des Freistaats liegt die Arbeitslosenquote aber nur um 2,6 Prozent über dem Vorjahreswert. Die niedrigste Arbeitslosenquote weisen Oberbayern und Unterfranken mit jeweils 5,0 Prozent auf. Den höchsten Zuwachs an Arbeitslosen im Jahresvergleich verzeichnet unverändert Schwaben mit einem Plus von 18,5 Prozent.

dpa

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