Bewerber stehen Schlange

Kurios: An diesem bayerischen Friedhof entscheidet Losglück über die letzte Ruhestätte

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Sieglinde Skriwan (53) hatte Glück bei der Gräberverlosung für den alten Berchtesgadener Friedhof.

Zum ersten Mal seit 1972 vergab Berchtesgaden wieder Gräber auf dem Alten Friedhof neu. Kurios: Bei 280 Bewerbern für 200 Grabstellen entschied das Los.

Berchtesgaden - Die Bayerin Sieglinde Skriwan (53) ist die glückliche Gewinnerin eines Grabes. Sie zog am Mittwoch das erste Los für den Alten Friedhof des Ortes Berchtesgaden. Skriwan hatte sich bei der ungewöhnlichen Verlosung mit ihrem Mann für eine der 200 Grabstätten beworben. „Warum soll man sich mit dem Thema nicht auseinandersetzen? Das gehört zum Leben dazu“, sagte die Gewinnerin danach. Die Grabstätte in der oberbayerischen Gemeinde ist für sie selbst und ihren Mann gedacht - vorerst bleibe sie leer.

Mit Losglück zur letzten Ruhestätte

Jahrzehntelang waren auf dem 1685 eröffneten Friedhof keine Gräber mehr neu vergeben worden. Mit der Verlosung wollte die Kommune Berchtesgaden gleiche Chancen für alle schaffen, eines der 140 Erdbestattungs- oder 60 Urnengräber zu bekommen. „Das Losverfahren erscheint uns am fairsten“, erklärte Bürgermeister Franz Rasp gegenüber Spiegel-Online.

Bürgermeister Franz Rasp (re.) bei der Gräberverlosung für den alten Berchtesgadener Friedhof.

Interessenten konnten sich schon vorher auf einem Plan im Internet oder direkt auf dem Friedhof eine Stelle aussuchen, an der sie selbst oder ihre Angehörigen in einiger Zukunft ruhen sollen. Vergeben werden die Plätze nun in der Reihenfolge der Losziehung.

Alter Friedhof beliebt bei Berchtesgadenern

Skriwan und ihr Mann hatten somit den ersten Zugriff. Sie wählten ein Grab unweit der Ruhestätte des Onkels ihres Mannes, „mittendrin“ im Friedhof, „unter einem Baum“. Und - für spätere Besucher - mit schöner Aussicht.

Der Alte Friedhof in Berchtesgaden: 200 freie Gräber sollen per Losverfahren fair verteilt werden.

Der Alte Friedhof liegt in Fußweite und ist daher bei den Berchtesgadenern beliebter als der Bergfriedhof. Auf diesen zwei Friedhöfen werden die Bewohner aus Markt Berchtesgaden, Bischofswiesen und Schönau am Königssee zu Grabe getragen. Auf dem Alten Friedhof ist Platz für rund 1500 Grabstätten, auf dem Bergfriedhof für rund 4500. Der Alte Friedhof steht unter Denkmalschutz. Doch nicht zum ersten Mal steht der Friedhof im Fokus der Presse: Ein Heimatforscher forderte, die Begräbnisstätte des Hitler-Unterstützers Dietrich Eckart zu entfernen, wie Traunsteiner-Tagblatt.de berichtete.

dpa/Sabina Kläsener

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