Tödlicher Leichtsinn

Bergwanderin (22) stürzt am Tegelberg in den Tod

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Schwangau - Bei einem abenteuerlichen Ostersonntagsausflug ist eine 22-jährige Frau ums Leben gekommen. Ihre Wandergruppe verirrte sich in den Tegelbergsteig und kam in Schwierigkeiten.

Update vom 26. Mai 2017: Bergwacht warnt vor Schnee und Dunkelheit: Zwei Bergsteiger aus Notlage gerettet

Als die achtköpfige Gruppe aus dem baden-württembergischen Landkreis Heidenheim am Sonntag aufbrach, schienen die Bedingungen gut. Bei angenehmen Temperaturen ging es nach Schwangau (Kreis Ostallgäu) bis zum Tegelberg. Dort wollten die jungen Ausflügler den Klettersteig-Lehrpfad „Gelbe Wand“ durchsteigen. Doch laut Polizei kamen sie vom Weg ab und gerieten in den Tegelbergsteig, der als anspruchsvoll und kräfteraubend gilt.

„Die Gruppe war völlig unbedarft“, sagt Detlef Koch vom Polizeipräsidium Schwaben Süd/West. „Keiner war für diese Tour ausgerüstet. Keiner wusste, worauf er sich einlässt.“ Die Wanderer seien in dem hochalpinen Gelände weder für die „Gelbe Wand“ noch für den Tegelberg passend gekleidet und ausgestattet gewesen. Dabei erfordert die Überwindung des Steigs mit Schwierigkeitsstufe C unter anderem einen Steinschlaghelm, einen Anseilgurt und Klettersteigkarabiner zum Einhängen in Stahlseile. Dies alles hatten die Teilnehmer offenbar nicht dabei. Hinzu kam, dass der Steig um diese Jahreszeit noch gesperrt und teilweise abgebaut ist. „Ich gehe davon aus, dass die ein oder anderen Seilverbindungen fehlen, damit sie nicht verwittern“, sagt der Polizeihauptkommissar. Außerdem liege auf dem Tegelberg Schnee, „schätzungsweise 20 bis 30 Zentimeter“. Koch: „Da sieht man nicht, wo man hintritt.“

Drei Personen der Gruppe waren unterkühlt

Dies könnte einer 22-jährigen Frau aus der Gruppe zum Verhängnis geworden sein. Sie stürzte über Felsen in die Tiefe. Dabei erlitt sie so schwere Verletzungen, dass für sie jede Hilfe zu spät kam. Per Handy setzte die Gruppe einen Notruf ab, der einen Großeinsatz in Gang setzte: Drei Hubschrauber, die Bergwacht Füssen, das Kriseninterventionsteam der Bergwacht Allgäu sowie der Kriminaldauerdienst rückten aus, um die Verunglückte zu bergen und den in Bergnot geratenen Wanderern zu helfen. Drei Personen, die unterkühlt waren, wurden per Winde am Hubschrauber geborgen. Darüber hinaus musste die Bergwacht einen Mann aus der Gruppe, der sich in schwierigem Gelände verstiegen und unterkühlt hatte, sichern und mittels Winde in Sicherheit bringen.

Nun ermittelt die Alpine Einsatzgruppe des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West den genauen Unfallhergang. Sie überprüft auch, ob ein Mitglied aus der Gruppe die Leitung übernommen hatte.

Corinna Erhard

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