Anklage wegen fahrlässiger Tötung

Brand von Schneizlreuth: Ex-Bürgermeister angeklagt

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Feuer-Drama in Schneizlreuth: Dieser denkmalgeschütze Bauernhof stand an Pfingsten 2015 in Flammen. Sechs Menschen starben.

Traunstein/Schneizlreuth - Im Prozess um das Brandinferno in Schneizlreuth 2015 wurde nun ein früherer Rathauschef angeklagt - unter anderem wegen fahrlässiger Tötung.

Laut Staatsanwaltschaft bestehe der hinreichende Verdacht, dass der damalige Bürgermeister von Schneizlreuth (Kreis Berchtesgadener Land) das Landratsamt nicht über den baurechtswidrigen Zustand des Pfarrbauernhofs informiert habe. Er soll auch keine Feuerbeschau in dem Gebäude durchgeführt haben. Zudem habe er als Zeuge vor Gericht seinen Kenntnisstand vom Umfang der Nutzung des Gebäudes zu Übernachtungszwecken unzutreffend dargestellt.

In dem alten Gebäude war im Mai 2015 ein Feuer ausgebrochen. Sechs Mitarbeiter einer Baufirma aus Niederbayern ums Leben gekommen, fast 20 Gäste wurden teils schwer verletzt. Ursache für das verheerende Feuer war wahrscheinlich eine weggeworfene Zigarette eines Gastes.

Ermittlungen gegen Geschäftsleiter mittlerweile eingestellt

Dem ehemaligen Rathauschef der Gemeinde werde fahrlässige Tötung in sechs Fällen, fahrlässige Körperverletzung in 18 Fällen sowie falsche uneidliche Aussage vorgeworfen, teilte die Anklagebehörde am Donnerstag mit. Bereits vor rund einem Jahr musste sich der Pächter des denkmalgeschützten Bauernhofes und Inhaber einer Eventagentur der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung vor Gericht verantworten. Er wurde im Februar zu drei Jahren Haft verurteilt.

Ein Sprecher des Landgerichts sagte, der Beschuldigte bekomme nun eine Frist, um sich zur Sache zu äußern. Danach entscheide eine Kammer, ob das Gericht die Klage annimmt. Der frühere Bürgermeister ist derweil auf freiem Fuß.

Während des Strafprozesses hätten sich Hinweise auf Straftaten in diesem Zusammenhang durch frühere Mitglieder der Gemeindeverwaltung ergeben, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Ermittlungen gegen einen ehemaligen Geschäftsleiter der Gemeinde Schneizlreuth seien aber mittlerweile mangels Tatnachweises eingestellt worden.

dpa/lby

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