Impfquote in Bayern stagniert

Corona-Zahlen weit über Durchschnitt – Holetschek appelliert: „Jetzt ist höchste Zeit“

Klaus Holetschek (CSU), bayerischer Staatsminister für Gesundheit und Pflege, bei einer Pressekonferenz (Archivbild).
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Klaus Holetschek (CSU), bayerischer Staatsminister für Gesundheit und Pflege, bei einer Pressekonferenz (Archivbild).

In Bayern liegt die Corona-Inzidenz weit über dem Bundesdurchschnitt, dennoch sind noch immer viele Menschen ohne Erstimpfung. Gesundheitsminister Holetschek appelliert nun eindringlich.

München - Die bayerische 7-Tage-Inzidenz* ist erneut leicht gesunken. Laut RKI liegt sie am Donnerstag, 23. September, bei 80,5. Dies sind zwar knapp sieben weniger als noch zu Beginn der Woche, jedoch bleibt der Freistaat damit deutlich über dem deutschlandweiten Durchschnittswert von 63,1.

Grund dafür könnte auch sein, dass einige der deutschlandweiten Corona*-Hotspots noch immer im Freistaat liegen. An der Spitze befindet sich seit einigen Tagen der Landkreis Traunstein mit einer Inzidenz von über 196,6, was bundesweit Platz Zwei darstellt. Es folgen der Landkreis Rosenheim* mit 179,2 auf Platz Vier, sowie der Landkreis Berchtesgadener Land (152,4) und die Stadt Rosenheim (146,2) auf Platz Sieben und Acht.

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Corona-Inzidenz in Bayern: Einige Landkreise wahre Hotspots - auch München über Durchschnitt

Auch die oberbayerischen Landkreise Miesbach und Erding weisen eine vergleichsweise hohe Inzidenz von über 100 auf. Die Landeshauptstadt München liegt mit einer aktuellen Inzidenz von 86,6 zwar darunter, jedoch trotzdem weit über dem Bundesdurchschnitt.

Am niedrigsten sind die Inzidenzen derzeit in den Landkreisen Tirschenreuth (9,8) und Neustadt an der Waldnaab (10,6). Die beiden Landkreise in der Oberpfalz hatten im vergangenen Jahr vor allem wegen ihrer Grenznähe zu Tschechien lange zu den deutschlandweiten Hotspots gehört.

Impfquote in Bayern stagniert: Gesundheitsminister Holetschek mit deutlichem Appell

Der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) ist besorgt angesichts der vielen Menschen, die noch immer nicht geimpft sind. In Bayern liegt die Quote der vollständig gegen das Coronavirus geimpften Personen derzeit (Stand 22. September) bei 61,2 Prozent der Bevölkerung, die Quote der Erstgeimpften nur minimal höher bei 64,1. Mit diesen Werten ist, da sind sich Experten einig, eine Herdenimmunität wie zum Beispiel in Dänemark, nicht erreichbar. In Dänemark waren aufgrund der hohen Impfquote kürzlich sämtliche Corona-Maßnahmen von der Regierung aufgehoben worden.

Holetschek sieht in der kälter werdenden Jahreszeit ein hohes Risiko für einen erneuten Anstieg der Infektionen und wandte sich deshalb am Donnerstag mit einem deutlichen Appell an alle Nicht-Geimpften: „Jetzt ist höchste Zeit, sich impfen zu lassen, denn der Herbst ist Erkältungszeit und damit auch Nährboden für Corona“, sagte er in München.

„Wir haben es selbst in der Hand, Verantwortung für uns selbst und für andere zu übernehmen und mit der Impfung einen entscheidenden Beitrag im Kampf gegen die Pandemie zu leisten. Nur mit der Impfung können wir unser Gesundheitswesen und alle dort Beschäftigen entlasten. Ich appelliere daher an alle Bürgerinnen und Bürger Bayerns: Lassen Sie sich jetzt impfen, Impfen ist der beste Schutz“, fuhr Holetschek fort.

Trotz steigender Inzidenz: Bayerische Krankenhaus-Ampel weiterhin auf grün

In Bayern gibt es seit Anfang September ein neu eingeführtes Ampel-System. Die sogenannte Krankenhaus-Ampel soll die Auslastung von Krankenhäusern abbilden und die Corona-Inzidenz als bisherigen alleinigen Richtwert für Corona-Einschränkungen ablösen. Momentan befindet sie sich im grünen Bereich.

HospitalisierungIntensivbettenauslastung
GrenzwertGelb bei 1200Rot bei 600
Stand 19. September270283

Die neue Krankenhaus-Ampel schaltet auf Gelb, wenn bayernweit binnen sieben Tagen mehr als 1200 Patienten mit einer Corona-Erkrankung neu in Krankenhäuser aufgenommen werden mussten. Auf Rot schaltet die Ampel, wenn mehr als 600 Corona-Patienten auf Intensivstationen in Bayern liegen. Die Staatsregierung will dann weitergehende Maßnahmen - etwa die Rückkehr der FFP2-Maskenpflicht, der Kontaktbeschränkungen oder der PCR-Testpflicht - beschließen. (kah) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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