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Impf-Skandal in Bayern: Hunderte Impfnachweise ungültig - „Der Fall erschüttert uns alle“

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Von: Tanja Kipke

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Ein Hausarzt in Donau-Ries steht im Verdacht falsche Impfzertifikate ausgestellt zu haben. Außerdem soll er Corona-Impfungen nur vorgetäuscht haben.

Update vom 5. Oktober, 14.45 Uhr: In der Pressekonferenz um 14 Uhr gaben das Landratsamt und die Polizei neue Informationen zu dem Verdachtsfall in Donau-Ries bekannt. „Der Fall erschüttert uns alle“, so Landrat Stefan Rößle. Er erklärt, wie wichtig es ihm ist, die Bevölkerung frühzeitig zu informieren. Er könne jedoch nicht zu allen Fragestellungen Auskunft geben, da die Ermittlungen noch laufen. Es müsse noch viel ermittelt werden.

Impf-Skandal in Donau-Ries: Mehrere Hundert Personen betroffen

Mehrere Hunderte Personen seien betroffen, so der Landrat. Nach jetzigem Stand seien einige Betroffene bewusst zum Arzt gegangen und hätten sich einen Impfstempel abgeholt. Andere hingegen haben sich guten Glaubens von dem Mediziner impfen lassen. Unter den Betroffen seien auch einige Risikopatienten. Die Praxis des Arztes ist bis auf Weiteres geschlossen. Es wird für die Betroffenen, die keinen Impfschutz besitzen, kostenlose Tests geben, verspricht der Landrat. Auch eine Sonderimpfaktion sei geplant.

Michael Lechner von der Kriminalpolizei erklärt, dass die Ermittlungen durch anonyme Hinweise aufgenommen wurde. Man habe bereits zahlreiche Befragungen durchgeführt. Einige der Betroffenen haben sich aufgrund von Gerüchten bereits vorab auf Antikörper testen lassen. Diese Testergebnisse ergaben, dass kein Impfschutz vorhanden ist. Die Ergebnisse der anderen Betroffenen werde man erst in ein paar Tagen erfahren.

Erstmeldung vom 5. Oktober, 10 Uhr:

Wemding - Bereits letzte Woche durchsuchte die Polizei eine Arztpraxis in Wemding (Landkreis Donau-Ries). „Es besteht der Verdacht, dass es bei Impfungen* gegen das Covid-19-Virus durch den Mediziner zu Unregelmäßigkeiten gekommen ist“, hieß es in der Pressemitteilung der Polizei. Bei dort geimpften Patienten sei die Gefahr groß, dass kein ausreichender Impfschutz besteht. Am heutigen Dienstag (5. Oktober) um 14 Uhr geben die Behörden weitere Informationen zu dem Fall in einer Pressekonferenz bekannt.

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Impf-Skandal in Donau-Ries: Das sind die Vorwürfe gegen den Arzt

Bei der genannten Praxis handelt es sich um die Allgemeinarztpraxis von Dr. med. Gerhard Holst in Wemding. Dem Mediziner wird vorgeworfen, seinen Patienten Impfnachweise über Corona*-Schutzimpfungen ausgestellt zu haben, ohne tatsächlich einen Impfstoff gespritzt zu haben. Augenzeugen hätten den Behörden von langen Schlangen vor der Wemdinger Hausarztpraxis in den vergangenen Wochen erzählt. Wie der BR berichtet, seien Autos mit Kennzeichen aus ganz Deutschland dort gestanden.

Damit aber noch nicht genug. Er steht auch im Verdacht, die Impfungen sogar nur vorgetäuscht zu haben. Also anstatt dem Impfstoff könnte er seinen Patienten nur Kochsalzlösung oder Ähnliches verabreicht haben. Es ist noch völlig offen, ob die Patienten von dem Betrug wussten oder nicht. Dem BR erzählten einige Betroffene, sie hätten eine Spritze in das Gesäß bekommen. Der Arzt hätte sie zuvor auch noch gewarnt, dass die Impfung zum Tode führen könne.

Nach Verdacht auf falsche Impfungen: Betroffene müssen Antikörpertest machen

Das Landratsamt Donau-Ries* gab in einer Mitteilung bekannt, dass alle betroffenen Patienten einen Antikörpertest zur Abklärung des Impfstatus machen müssen. Man müsse sich bewusst sein, dass der Nachweis der vollständigen Impfung ungültig sei und nicht verwendet werden dürfe. Im Falle einer Verwendung können strafrechtliche Konsequenzen drohen.

Außerdem sollen sich die Betroffenen an die Hygiene- und Kontaktbeschränkungen halten und Kontakte meiden. Im ehemaligen Impfzentrum Nördlingen, Nürnberger Straße 17 finden die Antikörpertests für Betroffene statt. Das Landratsamt schreibt, nach Abklärung des Impfstatus, sei „eine Sonderimpfaktion für Betroffene in Wemding geplant.“ (tkip mit dpa) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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