Im Raum Nürnberg

Corona-Impfpflicht in der Pflege: Mitarbeitern droht Jobverlust - Chefs reagieren

Besuchsdienst für Senioren
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Ab Mitte März soll die einrichtungsbezogene Impfpflicht gelten. (Symbolbild)

Die Impfpflicht im Pflegebereich könnte flächendeckend für Personalnot sorgen. Arbeitgeber im Raum Nürnberg kämpfen daher um ihre Mitarbeiter.

Nürnberg - Die Impfpflicht im Gesundheitswesen gilt ab März. Das sieht zumindest das beschlossene Gesetz der Ampel-Koalition vor. Bis zum 15. März muss sich dann das Personal in Einrichtungen mit besonders schutzbedürftigen Menschen wie Kliniken, Arztpraxen und Pflegeheimen gegen das Coronavirus* impfen lassen. Auch für Reinigungskräfte, Hausmeister oder Küchenpersonal in Kliniken gilt dann die Impfpflicht. Ausnahmen gelten nur für jene, die ein ärztliches Attest darüber haben, dass sie sich nicht gegen Corona impfen lassen können.

Viele Fragen zur genauen Umsetzung der Impfpflicht sind allerdings noch offen. Einrichtungen machen sich Sorgen über drohende Personalnot. In den Kliniken um Regensburg sei jeder Ausfall eine Belastung. In Nürnberg kämpft man daher um jeden Mitarbeiter und versucht Aufklärung zu betreiben.

Corona-Impfpflicht in der Pflege: Arbeitgeber werben für Impfungen

Die Lebenshilfe Nürnberg hat laut nordbayern.de bereits im vergangenen November intern erhoben, wie hoch die Impfquote, beispielsweise in ihren Wohnanlagen für Menschen mit Behinderung, bei den Mitarbeiten ist. „Wir liegen leicht über dem gesellschaftlichen Durchschnitt“, sagt Marco Höyns von der Geschäftsstelle des Vereins dem Nachrichtenportal. Um die Impfquote vor Mitte März zu erhöhen, wirbt man in den sozialen Medien für die Corona-Impfung*.

Der Chef vom NürnbergStift hat direkt alle ungeimpften Mitarbeiter zu einem Gespräch eingeladen, „um noch einmal weitere Überzeugungsarbeit zu leisten“. Man rechne zurzeit mit zehn Mitarbeitern, die man durch die Impfpflicht verlieren werde, erklärt er nordbayern.de. „Dies wären zwei Prozent unseres Personals.“

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Bisher kaum Kündigungen durch die Mitarbeiter selbst

Eine regelrechte Flucht aus dem Gesundheitswesen wird wohl nicht stattfinden. In der Region Nürnberg gab es kaum Eigenkündigungen, bei der als Grund die Impfpflicht genannt wurde. So gab es bei NürnbergStift nur eine einzige, bei der Lebenshilfe zwei, im Klinikum Nürnberg* und Fürth und in der Uniklinik Erlangen gar keine, wie nordbayern.de berichtet.

Wie es für ungeimpfte Mitarbeiter ab Mitte März dann weitergeht, ist noch nicht ganz geklärt. „Leider ist die Regelung nicht so ganz eindeutig“, sagt Roland Engehausen, Geschäftsführer der Bayerischen Krankenhausgesellschaft gegenüber dem BR. „Wir gehen im Moment davon aus, dass es auf jeden Fall ein Beschäftigungs- beziehungsweise Eintrittsverbot gibt. Damit gibt es dann auch eine nicht mehr vorhandene Verpflichtung zur Entgeltzahlung.“ Bedeutet: Ungeimpfte Mitarbeiter werden wohl ihren Job verlieren. (tkip) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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