Heimleiter plötzlich im Fokus

Corona-Impfungen für Lebenspartner erschlichen? AWO kündigt Konsequenzen an

Eine Corona-Impfung
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Gab es Unregelmäßigkeiten bei Impfungen in Augsburger AWO-Heimen? (Symbolbild)

In Augsburger AWO-Heimen soll es zu unzulässigen Corona-Impfungen gekommen sein. Eine Sprecherin hat nun Stellung genommen.

Update vom 24. Februar: Nachdem in zwei Augsburger Pflegeheimen die Lebenspartner der Heimleiter unzulässigerweise Corona-Impfungen erhalten haben, geht die Arbeiterwohlfahrt (AWO) gegen eigene Mitarbeiter vor. Gegen die Verantwortlichen seien arbeitsrechtliche Schritte eingeleitet worden, teilte der AWO-Bezirksverband Schwaben am Mittwoch mit. Weitergehende Details zu den Maßnahmen wurden allerdings nicht genannt. Zunächst hatte die Augsburger Allgemeine berichtet.

Corona-Impfungen für Lebenspartner erschlichen? AWO-Sprecherin reagiert auf Vorwürfe

Update vom 15. Februar, 16.17 Uhr: Nach dem Bekanntwerden von Impf-Verstößen in Augsburger Pflegeheimen der Arbeiterwohlfahrt (AWO) hat die Organisation eine Erklärung der Vorgänge geliefert. Wie der schwäbische AWO-Bezirksverband einräumte, wurden auch zwei Lebenspartner von Heimleitern geimpft, die nicht bei dem Verband arbeiten.

„Die in wenigen Einzelfällen erfolgte Vorrangimpfung von AWO-fremden Personen wird nicht gebilligt und jedenfalls bedauert“, erklärte die Vorsitzende des Verwaltungsrates des Bezirksverbandes, Brigitte Protschka, am Montag.

Update vom 12. Februar, 16.50 Uhr:  Nach dem Bekanntwerden von Impf-Verstößen in Augsburger Pflegeheimen erhöht der Landesverband der Arbeiterwohlfahrt (AWO) den Druck auf seinen regionalen Verband. „Der Bezirksverband Schwaben wird aufgefordert, den Landesverband über den Fortgang der Angelegenheit, Ergebnisse der Prüfung und etwa gezogene Konsequenzen jeweils laufend zu unterrichten“, beschloss der bayerische AWO-Vorstand am Freitag laut einer Mitteilung.

Update vom 12. Februar, 11 Uhr: Die Vorfälle in den Augsburger AWO-Heimen sind auch beim Bund Thema. Jens Spahn hat sich am Freitagvormittag bei einer Pressekonferenz dazu geäußert. Die Situation in Schwaben kennne er nicht genau. Aber: Wenn Impfstoff am Ende eines Tages übrig sei und festgestellt werde, dass man noch Impfdosen übrig habe, dann sei es so, dass „fast alles besser ist, als wegwerfen.“ Das gilt besonders deshalb, da aktuell der Impfstoff noch knapp sei. Aber auch für solche Situationen müsse es Regeln geben. In diesem Fall könnte man Klinikpersonal, Feuerwehrleute oder Polizisten impfen, wenn sie schnell vor Ort sein können. Konkreter äußerte sich der Gesundheitsminister nicht, er wolle aber noch mal mit den Ländern sprechen, ob man das Vorgehen genauer definieren könne. „Die Diskussion ist nachvollziehbar“, so Spahn.

Corona-Impfungen erschlichen? Aufregung um Pflegeheime - Heimleiter plötzlich im Fokus

Update vom 12. Februar, 10.42 Uhr: Nach den Unregelmäßigkeiten bei Corona-Impfungen in Heimen der Arbeiterwohlfahrt (AWO) prüft die Stadt Augsburg nun Konsequenzen. Die AWO hatte eingeräumt, dass in Pflegeheimen nicht die vorgeschriebene Impfreihenfolge eingehalten wurde.

Die Augsburger Allgemeine hatte zuvor recherchiert, dass in zwei Heimen die Leiter ihre Lebenspartner als Mitarbeiter ausgegeben haben, damit diese eine frühe Impfung erhielten. So sei ein Kfz-Meister zum Pflegepersonal erklärt worden.

„Die Stadt Augsburg prüft momentan, welche Konsequenzen der Vorgang entsprechend der Impfverordnung hat“, teilte Augsburgs Gesundheitsreferent Reiner Erben (Grüne) mit. Die AWO habe alle Impfkandidaten „als Personal beziehungsweise systemrelevant gemeldet“. Die Stadt habe nun die AWO um eine Stellungnahme zu den Vorgängen gebeten.

Corona-Impfungen erschlichen? Aufregung um Pflegeheime - Stellungnahme angekündigt

Erstmeldung vom 11. Februar: Augsburg - In Pflegeheimen der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Schwaben soll es einem Zeitungsbericht zufolge zu unzulässigen Impfungen* gekommen sein. Wie die Augsburger Allgemeine berichtet, sollen Angaben in Augsburger* AWO-Heimen so manipuliert worden sein, dass zwei Lebenspartner von Heimleitern Impfungen erhielten. Die zwei Betroffenen seien als Mitarbeiter ausgegeben worden, obwohl sie nicht in den Einrichtungen arbeiteten.

Augsburg: Unregelmäßigkeiten bei Impfungen in AWO-Heimen? Verband kündigt Stellungnahme an

Von dem schwäbischen AWO-Bezirksverband war am Donnerstag (11. Februar) zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Der Verband kündigte an, dass es im Laufe des Tages eine Erklärung geben werde.

Der Vorsitzende des AWO-Landesverbandes stellte klar, dass dies nicht akzeptabel sei. Sollten Impfungen* auf die beschriebene Art erschlichen worden sein, missbillige er dies, erklärte AWO-Chef Thomas Beyer. „Ich erwarte, dass bei Impfungen in AWO-Heimen in Zusammenarbeit mit den verantwortlichen Impfärzten die Vorschriften in jeder Weise eingehalten werden.“

Video - Corona in Deutschland: Anpassungen in der Impfreihenfolge

Augsburg: Aufregung um Corona-Impfung - Bistum begründet Impfung von Bischof

In den vergangenen Tagen gab es immer wieder Aufregung um Corona*-Impfungen. Zuletzt war bekanntgeworden, dass auch hochrangige Kommunalpolitiker und der Augsburger Bischof Bertram Meier bereits geimpft worden sind. Das Bistum begründete dies damit, dass der Bischof in Pflegeheimen als Seelsorger arbeite und somit wie Personal der Heime anzusehen sei. Die Politiker aus Nordschwaben erklärten, sie seien gefragt worden, ob sie sich kurzfristig impfen lassen wollten, nachdem Impfdosen übrig geblieben seien. (kam/dpa)

Drohen Impf-Vordrängler künftig etwa sogar strafen? Laut 24hamburg.de* wurden die Rufe nach solchen Maßnahmen lauter. (*Merkur.de und 24hamburg.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.)

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