Online bestellen, vor Ort abholen

Corona-Krise im Einzelhandel: Hilft Click & Collect gegen das Laden-Sterben? - „Letzter Stohhalm“

In Bayern dürfen ab dem 11. Januar Waren bei Einzelhändlern bestellt und vor Ort abgeholt werden. Verbände freut das - Händler reagieren verhalten.

  • Aufgrund des harten Corona*-Lockdowns im Dezember mussten viele Einzelhändler ihre Türen schließen.
  • Lediglich Warenlieferungen waren in Bayern bisher erlaubt.
  • Jetzt dürfen Kunden ihre bestellten Produkte auch vor Ort abholen.

München - Immer weitere Corona-Regelverschärfungen setzen dem ohnehin gebeutelten Einzelhandel stark zu. Seit Mitte Dezember mussten viele Geschäfte ihre Türen für Kunden ganz schließen. Einzig das Liefern ihrer Waren war ihnen in Bayern noch gestattet. In anderen Bundesländern hingegen gibt es das Click & Collect-Verfahren. Produkte können dort per Telefon oder online bestellt und im Laden abgeholt werden. Dies ist jetzt auch im Freistaat möglich - aber nur mit massiven Einschränkungen.

Corona und der Einzelhandel: Abholung nur mit Hygienekonzept und FFP2-Maske

Die langen Schlangen vor den Geschäften, die das Bild der Fußgängerzonen vor Weihnachten prägten, sollen auf jeden Fall vermieden werden. Deshalb gilt für Click & Collect in Bayern auch strenge Auflagen. So muss jeder Einzelhändler ein Hygienekonzept für die Abholer erarbeiten, schreibt br24.de. Das beinhaltet unter anderem ein fixes Zeitfenster in dem Kunden vorbeikommen und ihre Waren abholen dürfen. Außerdem gilt für das Personal als auch für die Abholer eine strickte FFP2-Maskenpflicht im Ladenbereich aber auch davor. Grundlage dafür ist die Elfte Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung vom 15. Dezember und deren Ergänzung vom 8. Januar.

Einzelhandelsverbände und der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) zeigen sich trotz der Einschränkungen erleichtert. Für Aiwanger ist das der „letzte Strohhalm“ für viele Händler in der Corona*-Krise. „Es ist mit Sicherheit für viele eine Rettung, dass sie nicht in die Insolvenz gehen müssen“, so der Wirtschaftsminister. Die Industrie- und Handelskammer Bayern spricht von einem „Erfolg“. „Wir haben lange beim bayerischen Wirtschaftsminister daraufhin gedrängt“, sagt Geschäftsführer Bernd Ohlmann.

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Corona: Für viele Einzelhändler ist Click & Collect nur ein Tropfen auf dem heißen Stein

Die Meinung zu Click & Collect ist jedoch unter den Einzelhändlern zwiegespalten. Während die einen froh über einen weiteren Absatzweg sind, lohnt für andere der Mehraufwand durch den Abholservice kaum. Für den Schuhhändler Axel Schröll aus Schweinfurt ist das Angebot nicht mehr wie ein Tropfen auf den heißen Stein. Er gehe nicht davon aus, dass er mit dem neuen System sein übervolles Lager schnell abverkauft bekommt. Auch die Einzelhändler in Wolfratshausen und Bad Tölz* sind gespaltener Meinung. Händler mit einem guten Online-Angebot könnten Click & Collect gut nutzen, für die anderen bleibt nur zu hoffen, dass die Läden bald wieder öffnen dürfen. (tel) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Weitere Informationen zur aktuellen Corona-Lage in Bayern erhalten sie in unserem News-Ticker. Infos rund um den Freistaat gibt es auf unserer Ressort-Seite.

Rubriklistenbild: © Jochen Tack / imago images

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