Stufenplan mit Notbremse

Corona-Lockdown-Verlängerung: Neue Regeln - die Maßnahmen für Bayern im Überblick

Nach dem Corona-Gipfel und der Kabinettssitzung in Bayern steht fest: Der Lockdown wird verlängert, aber angepasst. Die wichtigsten Neuerungen, Lockerungen und Regeln im Überblick.

München/Berlin - Nach einer Marathon-Sitzung zwischen Bund und Ländern stand am späten Mittwochabend fest: Der Lockdown* wird bis zum 28. März verlängert. In der Corona*-Krise soll es aber auch mehr Freiheiten geben. Die geplanten Öffnungsschritte erläuterte Kanzlerin Angela Merkel* (CDU*) auf einer Pressekonferenz. Dort, wo Bund und Länder keine neuen Regelungen vereinbart haben, sollen die bisherigen Beschlüsse bis zum 28. März weiter gelten.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder* konkretisierte die Lockerungen für den Freistaat in einer Pressekonferenz am Donnerstag und mahnte gleichzeitig angesichts der Öffnungsschritte zur Vorsicht. „Wahr ist, was hier beschlossen wurde, sind schon sehr große Schritte“ Der März werde demnach ein Übergangsmonat. „Es kann sich zum Guten, aber auch zum Schlechten entwickeln“, sagte der CSU*-Chef. „Wir haben die zweite Welle besiegt, und die dritte Welle rollt.“ Die Gefahr und Dimension der dritten Welle hänge von jedem Einzelnen ab.

Die Öffnungsmatrix, auf die sich Bund und Länder Mittwochnacht geeinigt haben.

Alle Schulen machen in Bayern ab 15. März wieder auf - Wenn die Inzidenz stimmt

Dazu ergänzend gibt es eine Reihe bayerischer Maßnahmen. Wichtigste Neuerung: Alle Schulen sollen wieder Schrittweise bis Ostern öffnen. Auch hier sind die Öffnungsperspektiven an die Inzidenzwerte der jeweiligen Kreise oder kreisfreien Städte gebunden.

  • Bei einer Inzidenz von unter 50 dürfen ab 15. März wieder alle Grundschüler in den Präsenzunterricht. Alle weiterführenden Schulen dürfen in den Wechselunterricht. Erstmals somit auch die Mittelstufe bis zur 11. Jahrgangsstufe.
  • Damit geöffnet werden kann, muss die 7-Tage-Inzidenz über sieben Tage den Grenzwert unterschritten haben. Also: Eine Woche lang Inzidenz unter 50 = Schulen auf.
  • Bei einer Inzidenz zwischen 50 und 100 gehen sämtliche Schüler wieder in den Wechselunterricht.
  • Bei einer Inzidenz von über 100 gilt wieder Distanzunterricht für alle, Ausnahme: Abschlussklassen.
  • Mit einem umfangreichen Testkonzept, Lehrer sollen zweimal die Woche getestet werden, für Schüler gibt es ein freiwilliges Testangebot, sollen Ausbrüche schnell eingefangen werden.

Nach Gipfel-Beschlüssen: Söder warnt vor Oster-Lockdown

„Deshalb müssen wir sehr aufpassen, dass wir nicht unbedacht in den nächsten großen Lockdown kommen. Wenn viele über Ostern reden, dann haben wir Ostern entweder eine schöne Zeit oder vielleicht den nächsten Lockdown.“ Deshalb habe man jetzt „einen Dreiklang aus Vorsicht, Vertrauen und Verantwortung“ beschlossen. Söder hatte nach dem Gipfel schon klargemacht, dass er die vereinbarten Lockerungen für Bayern prinzipiell mitgehen wird.

Lockdown verlängert: Stufenplan beschlossen - Was sich wann ändern soll

Vereinbart wurde eine stufenweise Öffnungsstrategie mit eingebauter Notbremse: Führen einzelne Lockerungen zu einem starken Anstieg der Infektionszahlen in einer Region, werden automatisch alle schon erfolgten Erleichterungen wieder gestrichen. Wenn die Sieben-Tage-Inzidenz* an drei aufeinanderfolgenden Tagen bei über 100 liegt, gelten ab dem zweiten darauffolgenden Werktag wieder die Regeln, die bis zum 7. März griffen.

Corona-Lockdown verlängert: Die neuen Regeln im Überblick

  • Stufe 1 - 1. März: Schulen und Friseure wurden geöffnet.
  • Stufe 2 - ab 8. März:
    a) Buchläden, Blumengeschäfte sowie der Einzelhandel des täglichen Bedarfs dürfen öffnen. Bei größerer Ladenfläche sind mehr Kunden erlaubt.
    b) Körpernahe Dienstleistungen wie etwa Massagen sollen wieder erlaubt werden. Was genau gemeint ist, kann sich von Land zu Land unterscheiden. Der Unterricht in Fahr- und Flugschulen soll wieder losgehen (teils mit tagesaktuellem Test).
  • Stufe 3 - frühstens ab 8. März:
    a) Inzidenz unter 50: Weitere Öffnungen im Einzelhandel (1 Kunde pro 10/20 qm abhängig von Verkaufsfläche), Museen, Galerien, Zoos, Gedenkstätten, Außensport (kontaktfrei) mit maximal zehn Personen
    b) Inzidenz 50-100: Termin-Shopping („Click&Meet“), Museen etc. mit Terminbuchung, Individualsport draußen mit max. fünf Personen aus zwei Haushalten
  • Stufe 4 - 14 Tage später/frühestens ab 22. März:
    a) Inzidenz unter 50: Außengastronomie, Theater, Kinos, Konzert- und Opernhäuser, Sport (kontaktfrei innen, Kontaktsport außen)
    b) Inzidenz 50-100: Je mit tagesaktuellem Schnell- oder Selbsttest - Außengastronomie (mit Terminbuchung), Theater, Kinos, Konzert- und Opernhäuser, Sport (kontaktfrei innen, Kontaktsport außen)
  • Stufe 5 - 14 Tage später/frühestens ab 5. April:
    a) Inzidenz unter 50: Freizeitveranstaltungen im Außenbereich (max. 50 Teilnehmer), Kontaktsport innen
    b) Inzidenz 50-100: Einzelhandel(1 Kunde pro 10/20 qm abhängig von Verkaufsfläche), Sport (kontaktfrei innen, Kontaktsport außen) - ohne Test

Corona-Gipfel mit Merkel und den Länderchefs: Kontaktbeschränkungen sollen gelockert werden

Wichtig auch: Die Kontaktbeschränkungen sollen gelockert werden. Bereits ab dem 8. März sollen sich maximal fünf Personen aus zwei Haushalten treffen dürfen. Paare zählen dabei generell als ein Hausstand. Sinkt die Inzidenz unter 35, können Treffen von bis zu zehn Personen aus drei Haushalten erlaubt werden. Kinder bis 14 Jahre zählen bei dieser Regelung nicht mit.

Liegt die Sieben-Tage-Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 100, greift hier ebenfalls die Notbremse. Ab dem zweiten darauffolgenden Werktag gelten dann wieder die Regeln, die bis zum 7. März griffen. Das heißt in diesem Fall: Ein Haushalt und eine weitere Person dürfen sich treffen, Kinder bis 14 Jahre ausgenommen.

Corona-Gipfel mit Kanzlerin Merkel und den Länderchefs: Weitere Beschlüsse

  • Tests*: Bis Anfang April sollen die Testmöglichkeiten ausgeweitet werden. Jeder soll mindestens einmal pro Woche einen kostenlosen Schnelltest machen können. Wer positiv getestet wird, muss sich isolieren und einen zuverlässigeren PCR-Test machen. Beide Tests sollen gratis sein.
  • Impfungen*: Ab der zweiten Märzwoche soll es Regelungen geben, damit auch einzelne niedergelassene Ärzte Menschen gegen Corona* impfen können. Ab Ende März/Anfang April sollen die Haus- und Fachärzte mitimpfen und dabei auch über die Priorisierung vor Ort entscheiden.
  • Home Office: Die Pflicht für Arbeitgeber, das Arbeiten wann immer möglich von daheim zu erlauben, soll bis zum 30. April verlängert werden.

Nach Lockdown-Verlängerung bis 28. März: So geht es weiter

Am 22. März wollen Kanzlerin Angela Merkel und die Länderchefs dann erneut über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise beraten. Dann soll es um die Gastronomie, Kultur, Veranstaltungen, Reisen und Hotels gehen.

Wie die Lockerungen für Bayern konkret aussehen, könnte bereits am Donnerstag (4. März) feststehen. Dann tagt der Ministerrat und stimmt über die Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz ab. (kam/dpa)*Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/dpa-Pool/dpa-Bildfunk

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