Als eine der ersten Städte in Bayern

Kostenlose Corona-Schnelltests für jeden: Nürnberger Modell schlägt voll ein - und filtert Infizierte

Die Stadt Nürnberg.
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In Nürnberg wurde ein Corona-Schnelltest-Zentrum errichtet. (Archivbild)

Als eine der ersten Städte in Bayern hat Nürnberg ein Corona-Schnelltest-Zentrum errichtet. Dadurch soll es schneller möglich sein, auf Mutationen zu reagieren.

Update vom 4. Februar 2021, 19.00 Uhr: Brigitte Lischka hat an der Sinnhaftigkeit von Corona-Schnelltests nie gezweifelt. Und doch war die BRK-Kreisgeschäftsführerin aus Nürnberg überrascht, als sie am Mittwochabend die Zahlen sah. Schon am ersten Tag haben 240 Menschen in Nürnberg das neue Angebot in Anspruch genommen. Von den 240 Schnelltests waren vier positiv. Menschen mit positivem Test bekommen ein Merkblatt, das sie über ihre Pflichten aufklärt, und werden gebeten, schnellstmöglich ergänzend einen PCR-Test zu machen, erklärt Lischka. Die vier Betroffenen am Mittwoch hatten keine Symptome – und hätten vermutlich weitere Menschen infiziert, wenn sie keinen Schnelltest gemacht hätten. Allein deshalb sei das Angebot sinnvoll, findet sie.

Das BRK organisiert die Schnelltests gemeinsam mit Arbeiter-Samariter-Bund, Johannitern und Maltesern. In dem neuen Zentrum können sich Nürnberger oder Menschen, die in Nürnberg arbeiten, testen lassen. Letztere müssen dafür eine Bescheinigung ihres Arbeitgebers vorlegen. Das Ergebnis ist nach 15 bis 20 Minuten da. Die Stadt hat das Schnelltestzentrum aufgebaut – nach dem Vorbild der baden-württembergischen Stadt Tübingen.

Nürnberg gehört noch zu den Städten mit einer vergleichsweise hohen Zahl von Corona-Fällen. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag am Donnerstag bei 95. Außerdem will die Stadt damit auf die Ausbreitung von Virus-Mutationen reagieren. „Wenn sich möglichst viele Menschen schnell und unkompliziert testen lassen können, verschafft uns das mehr Sicherheit“, sagt Volker Skrog, der Leiter der Nürnberger Berufsfeuerwehr und Mitorganisator des Zentrums. „Besonders, wenn Schulen und Kitas bald wieder geöffnet werden können.“ Wieviel sich die Stadt Nürnberg dieses Angebot kosten lässt, will er jedoch nicht verraten.

Schnelltestzentrum: Nürnberg ist bayernweit Vorreiter

Bayernweit ist Nürnberg damit Vorreiter. Auch im Landkreis Pfaffenhofen gibt es kostenlose Schnelltestzentren, die die Kommunen finanzieren. In München hingegen müssen alle, die einen Schnelltest brauchen, dafür 45 Euro zahlen. Für alle, die ihre Angehörigen mehrmals wöchentlich in einem Heim besuchen möchten oder den Test aus beruflichen Gründen machen wollen, wird das schnell teuer.

In einigen Landkreisen in Bayern bietet auch der Freistaat kostenlose Schnelltests an. Vor allem in der Grenzregion, berichtet ein Sprecher des Innenministeriums. Eine Übersicht über diese kostenlosen Angebote gebe es bislang nicht.

Nürnberg: Viele machen den Test, um Senioren besuchen zu können

In Nürnberg ist das Publikum bunt gemischt, berichtet Brigitte Lischka. Viele machten den Schnelltest, um Senioren besuchen zu können, berichtet sie. „Es waren aber am ersten Tag auch viele Lehrer, Erzieher oder Kinderpfleger, die in der Notbetreuung arbeiten, unter den Getesteten.“

Bislang ist das Nürnberger Schnelltestzentrum drei Tage die Woche von 10 bis 15 Uhr geöffnet. Terminvereinbarungen sind nicht nötig. „Wir möchten das Angebot so niederschwellig und einfach wie möglich halten“, sagt Lischka. Aktuell sind 18 Einsatzkräfte vor Ort, täglich seien bis zu 320 Schnelltests möglich. Aufgestockt werden könnte das bei Bedarf auf die doppelte Menge. Es gibt keine Beschränkung, wie häufig jemand das kostenlose Angebot in Anspruch nehmen darf, sagt Lischka. „Wir appellieren allerdings, sorgsam damit umzugehen.“

Meldung vom 3. Februar 2021, 17.39 Uhr: Nürnberg - Als eine der ersten Städte in Bayern hat Nürnberg* ein Corona*-Schnelltest-Zentrum errichtet. Dort können sich Einheimische und Einpendler kostenlos auf das Coronavirus* testen lassen. Ergebnisse sollen innerhalb von 15 bis 20 Minuten zur Verfügung stehen. Das sagte der Leiter der Nürnberger Berufsfeuerwehr, Volker Skrog, am Mittwoch. Die baden-württembergische Stadt Tübingen habe als Beispiel gedient.

Als eine der ersten Städte in Bayern: Corona-Schnelltest-Zentrum in Nürnberg errichtet

Die Einrichtung wird von der Stadt Nürnberg getragen und von den Hilfsorganisationen Rotes Kreuz, Arbeiter-Samariter-Bund, Johanniter-Unfallhilfe und Malteser-Hilfsdienst organisiert. Auf zwei Testgassen sollen demnach jeweils 15 bis 20 Corona-Tests* pro Stunde möglich sein. Das Testzentrum ist montags, mittwochs und freitags zwischen 10 und 18 Uhr geöffnet.

Mithilfe der Schnelltests* soll es zügiger möglich sein, auch auf die Virus-Mutationen zu reagieren. Mögliche Infektionsketten sollen schneller erkannt und unterbrochen werden können. Nürnberg gehört zu den Städten mit einer nach wie vor vergleichsweise hohen Zahl von Coronafällen.* Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen* liegt weiterhin über 100.

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Corona in Bayern: Rund ein Dutzend Fälle mit neuen Virus-Varianten in Nürnberg

Nach Angaben der Stadtverwaltung gibt es zudem rund ein Dutzend bestätigte Fälle mit neuen Virus-Varianten.* In zwei Pflegeheimen wurde sie bei Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Mitarbeitenden nachgewiesen. In beiden Heimen fanden bereits Reihentestungen statt. (kam/dpa) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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