Spur führt zu 18 Jahre altem Fall

Mann findet Knochen im Wald: Polizei gräbt weiteres Skelett aus - und ermittelt wegen zweifachen Mordes

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Ein Spaziergänger fand im Wald bei Kipfenberg Menschenknochen - nun gibt es neue Details.

Bei Kipfenberg nahe Eichstätt/Ingolstadt wurden im Mai menschliche Knochen gefunden. Nun steht die Identität der Toten fest - der Fall führt ins Jahr 2002.

  • Ein Sondengänger stieß im Mai 2020 auf einen menschlichen Knochen im Wald bei Kipfenberg.
  • Anschließend wurden noch Knochen eines zweiten Leichnams gefunden.
  • Die Identität der zwei Toten steht fest, es handelt sich um vermisste Personen.

Update vom 12. Juni: In einem Wald bei Kipfenberg wurden im Mai menschliche Knochen gefunden. Am Dienstag (9. Juni) wurde bekannt, dass die Überreste zu einem vermissten Pärchen aus Ingolstadt gehören. Nun liegt das Ergebnis der Untersuchung der aufgefundenen Knochenteile durch Experten der Rechtsmedizin München vor: Demnach starben beide durch massive Gewalteinwirkung.

Weiter teilt die Polizei mit: „In die Ermittlungen wegen zweifachen Mordes, die unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft Ingolstadt geführt werden, fließen neben diesen neuen Untersuchungsergebnissen auch die Erkenntnisse mit ein, die seit dem Verschwinden des Pärchens gewonnen werden konnten. Nach der Auffindung der Leichen können nun Hinweise und Ermittlungsergebnisse aus der Vergangenheit neu bewertet und zugeordnet werden.“

Mann findet Knochen im Wald: Polizei gräbt weiteres Skelett aus - Nun werden traurige Details bekannt

Update vom 9. Juni, 8.12 Uhr: Die Überreste, die in einem Wald bei Kipfenberg gefunden wurden, gehören wohl zu einem Pärchen aus Ingolstadt. Die 23-jährige Sabine und ihr Freund Eugen (21) wurden zuletzt am 21. September 2002 nach einem Lokalbesuch gesehen, wie der Donaukurier berichtet. Das Paar aus dem Ingolstädter Nordosten hatte nach damaligen Polizeiangaben Kontakte zur örtlichen Drogenszene. Nach dem Lokalbesuch ging das Paar in die Wohnung eines jungen Mannes. Sie wurden zuletzt gesehen, als sie gegen zwei Uhr früh mit einem gepackten Rucksack das Haus verließen.

Noch im November 2019 klammerte sich die Mutter der 23-Jährigen an die Hoffnung, ihre Tochter vielleicht doch noch lebend wiederzusehen, wie sie damals dem Donaukurier erklärte: „Es kann doch nicht sein, dass man überhaupt nichts mehr von einem Menschen findet.“ Die Mutter hoffte auf eine Rückkehr, obwohl ihr der gesunde Menschenverstand sagte, dass Sabine vermutlich tot ist. 

Ein zehnköpfiges Ermittlerteam der Kripo Ingolstadt soll nun die Umstände des Todes klären. Die Beamten erhoffen sich auch neue Ansätze und Hinweise aus der Bevölkerung. Wochenlang hatten ein Dutzend Polizisten im Wald gegraben, bis alle Überreste geborgen waren. „Man kann sich vorstellen, was die Natur da bewirkt“, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord gegenüber dem Donaukurier über die mühsame Arbeit bei der Fundstelle.

Knochenfund in Wald bei Kipfenberg: Wohl seit 2002 vermisstes Pärchen gefunden

Update vom 8. Juni, 18.44 Uhr: Bei den gefundenen Leichen soll es sich um das Pärchen Sabine P. und Eugen S. handeln, von denen seit dem 22. September 2002 jedes Lebenszeichen fehlte. Bereits im Jahr nach dem spurlosen Verschwinden des Paares hatte die Kripo laut Donaukurier Hinweise erhalten, wonach Sabine P. und Eugen S. ermordet wurden.

Vier Beschuldigte in Rauschgiftverfahren hätten unabhängig voneinander davon berichtet, dass Rauschgifthändler die zwei Ingolstädter getötet hätten, weil Eugen Schulden bei ihnen nicht bezahlt hätte. Das Pärchen hatte Drogenprobleme.

Weitere sechs Jahr später hatte dem Bericht zufolge ein Informant den Ermittlern erzählt, Eugen und Sabine seien umgebracht und „entsorgt“ worden, wie das in Russland üblich sei: Man habe die Leichen in offenen Gräbern verschwinden lassen, wo am kommenden Tag Beerdigungen stattfanden. 

Die Polizei habe darauf ein Grab am Ingolstädter Westfriedhof öffnen lassen, aber es sei keine zweite Leiche gefunden worden. Die Polizei widerspricht dieser Schilderung nicht.

Bayern: Mann findet Knochen im Wald: Polizei gräbt weiteres Skelett aus 

Update vom 8. Juni, 13.22 Uhr: Am 2. Mai 2020 fand ein Spaziergänger im Wald bei Kipfenberg menschliche Knochen - unter anderem einen Schädel. „Nach ersten polizeilichen Sicherungsmaßnahmen folgte für die Kripo Ingolstadt ein mehrere Wochen andauernder Prozess zur Ausgrabung, Bergung und rechtsmedizinischen Untersuchung der menschlichen Überreste“. Das teilte die Polizei am Montag (8. Juni) mit.

„Im Rahmen der durch Beamte der KPI Ingolstadt in Handarbeit durchgeführten Grabungen konnten ein zweiter Schädel und weitere Knochen gesichert werden“, wie die Polizei weiter mitteilte. In einer Halle wurde das Erdreich zerkleinert und gesiebt. Dabei konnten Zähne und weitere Knochenteile gesichert werden. Das Institut für Rechtsmedizin konnte im Anschluss zunächst feststellen, dass es sich um ein männliches und ein weibliches Skelett handelt.

Wald bei Kipfenberg nahe Eichstätt/Ingolstadt: Die Toten sind zwei seit 2002 vermisste Personen

Im Rahmen weiterer Untersuchungen konnte DNA-Material aus den Knochen gesichert werden. Das Ergebnis der Untersuchungen: Bei den aufgefundenen Leichen um ein seit 2002 vermisstes Pärchen. Damals erstattete ein Verwandter Vermisstenanzeige bei der Polizei in Ingolstadt, da das Pärchen nicht erreichbar war.

Weiter heißt es: „In Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Ingolstadt richtete die Kripo eine Ermittlungsgruppe (EG Birktal) ein. Ziel der nun erneut angelaufenen Ermittlungen ist es, in enger Kooperation mit der Rechtsmedizin und aufbauend auf damaligen Erkenntnissen, die tatsächlichen Umstände des Todes der nun aufgefundenen Vermissten aufzudecken.“

Das gesicherte Erdreich - die Überreste zweier Menschen wurden entdeckt.

Mann findet Leichnam im Wald - wer ist der oder die Tote? 

Erstmeldung vom 12. Mai

Kipfenberg - Ein ungewöhnlicher Fund beschäftigt die Polizei. In einem Wald bei Kipfenberg (Landkreis Eichstätt) wurden mehrere Knochen gefunden. Noch ist unklar, wer der oder die Tote ist und wie die Knochen in den Wald kamen. Das berichtet der Bayerische Rundfunk (BR). Ein Polizeisprecher bestätigte die Informationen des BR über den Fund menschlicher Überreste.

Wald bei Kipfenberg (Landreis Eichstätt): Menschliches Skelett gefunden

Bereits vor neun Tage stieß ein Sondengänger im Bereich des Birktals auf einen Knochen. Die anschließende Untersuchung habe ergeben, dass es sich um einen menschlichen Knochen handelt, wie der BR weiter berichtet.

Die Polizei suchte deshalb die Umgebung des Fundortes ab und fand weitere Teile des Skeletts. Die Knochen wurden mitsamt des umgebenden Erdreichs für nähere Untersuchungen geborgen.

Überreste in Wald bei Kipfenberg gefunden: Identität noch unklar

Aktuell gebe es noch keine Hinweise zurIdentität oder wie lange sich der Leichnam an der Stelle befunden hatte. Mit ersten Ergebnissen ist voraussichtliche Ende der Woche zu rechnen.

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Ein rätselhafter Fall beschäftigt aktuell die Polizei Augsburg: In Nordendorf haben Eltern ihren Sohn (16) und dessen 15-jährigen Freund tot gefunden.

In Straubing kam es zu einem Beziehungsstreit, der an einen Bandenkrieg erinnert. 

Im Dezember entdeckte ein Zeuge Skelettteile in einem Wald bei Mehring. Jetzt ist klar, um wen es sich bei dem Toten handelt.

Im bayerischen Lindau kam es auf einer Baustelle zu einem spektakulären Fund. Es wurden menschliche Überreste eines mutmaßlichen Wehrmachtssoldaten entdeckt.

Ein Jagdhund machte einen unglaublichen Fund in einem Waldstück bei Grafrath* in Oberbayern. Die Polizei steht nun vor einem Rätsel - und bittet um Zeugenhinweise.

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