Streik bei Privatbahn

Verspätungen und Ausfälle: Bayerische Pendler müssen am Donnerstag geduldig sein

Bahn-Pendler in Südthüringen und im Norden Bayerns müssen am Donnerstag mit Verspätungen und Ausfällen rechnen.

Erfurt - Am Morgen legten Mitarbeiter der privat betriebenen Erfurter Bahn und der Süd-Thüringen-Bahn, darunter Lokführer und Zugbegleiter, ihre Arbeit nieder. Der Bezirksvorsitzende der Gewerkschaft der Deutschen Lokomotivführer (GDL), Karl de Andrade-Huber, erwartete am Morgen, dass etwa 80 Prozent der Diensthabenden zwischen 3.20 und 9.00 Uhr dem Aufruf seiner Gewerkschaft zum Warnstreik folgen werden.

Die Erfurter Bahn und die Süd-Thüringen-Bahn teilten auf ihren Internetseiten mit, dass es während der Streikmaßnahmen zu Zugausfällen und Unregelmäßigkeiten im Eisenbahnverkehr beider Unternehmen komme.

GDL-Bezirkschef Andrade-Huber ging davon aus, dass neben Strecken in Thüringen auch Verbindungen der Erfurter Bahn bis nach Nordbayern, wie ins fränkische Bad Kissingen, betroffen sein werden.

Einschränkungen bereits am Mittwochmorgen

Mit der Aktion will die GDL den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen, damit diese höhere Löhne für die Beschäftigten zahlt. Laut Gewerkschaft liegt das Tarifniveau der rund 360 Beschäftigten des Zugpersonals beider Betriebe weit unter dem des von der GDL vereinbarten Bundes-Rahmentarifvertrags für das Zugpersonal. Dieser gelte in fast allen Eisenbahnverkehrsunternehmen in Deutschland.

Schon am Mittwochmorgen war es wegen des Warnstreiks zu Einschränkungen im Bahnverkehr gekommen. Dass dennoch Bahnen fuhren, sei hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass Verwaltungspersonal im Fahrdienst einsprang, teilte die Gewerkschaft mit. Auch herrsche vor allem unter befristet Angestellten Angst vor Repressalien. „Es wird sich jedoch zeigen, wer den längeren Atem hat“, sagte der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa / Christophe Ena

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