Nach monatelangen Tarifverhandlungen

Einzelhandel: Gehaltserhöhung für 330.000 Arbeitnehmer

Die Tarifrunde im bayerischen Einzelhandel war lang, zäh und von vielen Warnstreiks begleitet. Die Arbeitgeber besserten ihr Angebot mehrfach nach.

München - Rund 330 000 Arbeitnehmern im bayerischen Einzelhandel steht eine Gehaltserhöhung bevor. Nach monatelangen Tarifverhandlungen einigten sich Arbeitgeber und Gewerkschaft Verdi am Dienstag bei der vierten Verhandlungsrunde in München, wie der Handelsverband Bayern anschließend mitteilte. Die Gehälter steigen in den nächsten 24 Monaten um 4,3 Prozent, zusätzlich soll es 2018 eine Einmalzahlung von 50 Euro für Vollzeitstellen geben, für Teilzeitbeschäftigte anteilig.

Die Arbeitgeber seufzten: „Das erzielte Ergebnis geht bis an die Grenze der Belastbarkeit der Unternehmen“, erklärte Sebastian Strache, Vorsitzender der Tarifkommission des Handelsverbands. Die Arbeitgeber hatten ihr ursprünglich niedrigeres Angebot in den vergangenen Monaten auf Druck der Gewerkschaft mehrfach aufgestockt. Verdi hatte neben höheren Gehältern auch eine Ausdehnung der Tarifbindung auf sämtliche 500 000 Beschäftigten im Einzelhandel gefordert, konnte das aber nicht durchsetzen.

Die Gewerkschaft reagierte dennoch zufrieden und sprach von einem Erfolg. Die Forderung nach Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge will Verdi auch künftig wieder vorlegen. „Es ist und bleibt ein Skandal, dass die Dumpingunternehmen ihre Schmutzkonkurrenz auf dem Rücken der Beschäftigten austragen“ sagte Verdi-Verhandlungsführer Hubert Thiermeyer.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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