Gerichtlich gestoppten Wolfsabschuss: Almbauern enttäuscht

Die Almbauern haben sich enttäuscht über den gerichtlich gestoppten Wolfsabschuss geäußert. Die Bauern sorgten sich vor allem um den Almsommer, der etwa im Mai beginnt, sagte Hans Stöckl, Geschäftsführer des Almwirtschaftlichen Vereins Oberbayern, der Deutschen Presse-Agentur am Freitag. Schafe, Ziegen, Rinder und Pferde könnten gerade im unwegsamen Gelände nicht geschützt werden.

Holzkirchen - „Vor allem Schafhalter werden sich überlegen, ob sie mit der Schafhaltung aufhören, wenn die Gefahr besteht, dass der Wolf weiter im Gebiet ist“, sagte Stöckl. Zäune seien teuer und aufwendig, ebenso Herdenschutzhunde. Um eine Herde zu schützen, brauche es mindestens so viele Hunde wie Wölfe als Angreifer. Sollte sich ein Wolfsrudel ansiedeln, könnten es schnell um zehn Hunde für eine Herde gehen.

Zudem seien Herdenschutzhunde gerade im dicht besiedelten und touristisch stark besuchten Oberbayern nicht möglich. „Das würde zu viele Konflikte geben.“ Denn die Hunde schützen - anders als Hütehunde - „ihre“ Herde nicht nur vor dem Wolf, sondern vor jedem, der etwa über die Weide läuft, auch Wanderer oder deren Hunde.

Die Almbauern setzten sich deshalb dafür ein, dass möglichst rasch Gebiete ausgewiesen werden, die nicht mit zumutbaren Maßnahmen geschützt werden können. Das sind im Wesentlichen gebirgige Regionen im Süden Bayerns. In diesen Gebieten müssten Wölfe schnell und unkompliziert „entnommen“ werden dürfen. dpa

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