Gebäude-Brüter betroffen

Hitzewelle: Vogelnachwuchs stürzt sich aus Nestern

Im Brutraum steigt die Temperatur auf 100 Grad. Deshalb verlassen die jungen Tiere ihr Nest - doch ihnen droht auch damit der Tod.

Hilpoltstein - Temperaturen von über dreißig Grad machen vielen Vogelarten derzeit in Bayern zu schaffen. „Zahlreiche Jungvögel verlassen ihre Nester viel zu früh, da die Temperatur im Brutraum auf ein unerträgliches Niveau von bis zu 100 Grad ansteigen kann“, sagte die Biologin Christiane Geidel vom Landesbund für Vogelschutz (LBV) am Mittwoch in Hilpoltstein. Tiere, die den Sturz aus dem Nest überlebten, drohe der Tod durch Verhungern, weil sie nicht mehr von den Eltern gefüttert würden. Besonders betroffen ist demnach der Nachwuchs von Gebäude-Brütern.

Geidels Rat: Wer einen Mauersegler- oder Spatzen-Jungvogel findet, sollte das Tier in einen mit Küchenpapier ausgepolsterten, aber nicht zu großen dunklen Pappkarton mit Luftschlitzen setzen. Der verschlossene Karton müsse an einen kühlen und ruhigen Ort gestellt werden.

„Alle zwei Stunden muss der Schnabel des Vogels mit einem Tropfen Wasser benetzt werden. Das Wasser sollte nicht in den Schnabel eingegeben werden, da die Tiere sich daran verschlucken und ersticken können“, sagte Geidel. Gefüttert werden könne mit Heimchen - eine Heuschreckenart - und Wachsmotten, die es in Baumärkten oder im Zoofachhandel zu kaufen gebe. Die Fütterung sollte etwa stündlich erfolgen. Gartenbesitzer sollten zudem Vogeltränken aufstellen.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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