Aktuelle Lage im Freistaat

Hochwasser in Bayern: Polizei richtet Appell an Autobesitzer - und der Regen fällt weiter

Hochwasser in Bayern: Die Lage von Garmisch bis Franken
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Garmisch-Partenkirchen: Große Regenpfützen bilden sich in den Straßen zwischen Schneebergen. Viel mehr sollte es aber auch nicht mehr werden.

Der Schnee schmilzt - und Regen fällt. Und dann steigen auch noch die Temperaturen. Diese Kombination lässt die Pegel in ganz Bayern ansteigen. Überblick über die Hochwasser-Lage.

Hochwasser in Bayern: Polizei mit Bitte an Autofahrer - Pegel steigen weiter an

Update vom 31. Januar, 19.06 Uhr: In Nordbayern will sich die Hochwasser-Lage noch nicht entspannen. Im Raum Würzburg hat die Polizei Autofahrer gebeten, ihre am Main abgestellten Fahrzeuge umzuparken, wie br24.de berichtet. In den vergangenen Stunden des heutigen Sonntag ist das Wasser im Bereich Würzburg zwischen drei und 13 Zentimetern gestiegen (Stand 16.15 Uhr), im Bereich Wolfmünster um gar sieben Zentimeter. 

Update vom 30. Januar, 11.30 Uhr: Während sich im Süden Bayerns die Hochwasserlage entspannt, haben weite Teile des Freistaats nach wie vor mit Überschwemmungen zu kämpfen.

Hochwassergefahr in Bayern: Weite Teile kämpfen weiter mit Überschwemmungen

Die größte Gefahr für Hochwasser besteht laut dem Hochwassernachrichtendienst Bayern in den Regionen Bamberg, Coburg und Landshut. Aber auch im restlichen Franken, sowie in Teilen der Oberpfalz und Schwabens kann es weiter zu Ausuferungen und Überschwemmungen kommen.

Steigende Wasserstände gibt es etwa rund um die Fränkische Saale. In Bad Kissingen ist der Hochwasserpegel inzwischen auf Meldestufe 3 angestiegen. Auch die Wasserstände am Main gehen zum Teil weiter nach oben. Gleichzeitig gibt der Hochwassernachrichtendienst aber auch Entwarnung: „Bei vielen Pegeln ist die Meldestufe 1 oder 2 überschritten, nur noch vereinzelt die Meldestufe 3. An den Oberläufen sind die Wasserstände größtenteils bereits rückläufig.“

Überschwemmungen in Bayern: Hochwasserwarndienst gibt Entwarnung - keine weiteren Verschärfungen

Laut Deutschem Wetterdienst werden bis Montagmorgen in Nordbayern keine relevanten Niederschläge erwartete, in Südbayern sind lediglich leichte und vereinzelte Regen- und Schneefälle angekündigt. Das Schlimmste ist inzwischen vermutlich überstanden. Der Hochwasserwarndienst rechnet damit, dass sich die Überschwemmungslage nicht weiter verschärft.

Update vom 30. Januar, 19.05 Uhr: Nach dem mehrtägigen Schneespaß kommt in Bayern das große Tauwetter. In den vergangenen Tagen hatte es im Freistaat dazu noch verbreitet geregnet - die Schneemassen verwandeln sich aufgrund der höheren Temperaturen in Wasser und stellen die Abwassersysteme vor eine Herausforderung.

Hochwassergefahr in Bayern: Donau mit Meldestufe 3 - Regensburg plant Maßnahmen

In der Oberpfalz bleibt die Hochwasserlage die nächsten Tage mancherorts angespannt, wie der BR schildert. Niederschläge und Tauwetter summieren sich zu einer Wassermenge, die auch den Donaupegel steigen lassen. Der Scheitelpunkt wird für Sonntag erwartet, in der Stadt Regensburg gilt dann die Meldestufe 2 bis 3. Die Stadt wird gegebenenfalls mobile Hochwasser-Schutzelemente errichten, sodass die Donau im Flussbett bleibt und nicht an einigen Stellen das Ufer überschwemmt. 

In der Stadt Deggendorf ist die Tauwetterlage rund um die Donau an diesem Wochenende „unproblematisch“, wie der dortige Katastrophenschutz erklärte.

Eine Entspannung der Lage sei wegen weiterer Niederschläge erst ab Mittwoch (3. Februar) in Sicht, heißt es vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Für Sonntag wird in Alpennähe meist Regen erwartet, in Teilen Südbayerns kann etwas Schnee fallen. In Franken und der Oberpfalz scheint gebietsweise die Sonne. Zum Start der Woche steigen die Temperaturen den Meteorologen zufolge in Bayern dann wieder an.

Hochwasser in Bayern: Meteorologe spricht von „brisanter Wetterlage“

München - Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt schon seit mehreren Tagen vor der „brisanten Wetterlage“, wie sie DWD-Meteorologe Markus Übel in einem Warnwetter*-Video bezeichnet. Ein subtropisch warmes Sturmtief fegt mitten im Januar über Bayern hinweg und taut die über Wochen angehäuften Schneemassen bis hoch in die Alpen auf. Dazu gibt‘s Regen satt. Das alles kombiniert lässt die Pegel anschwellen - und zwar ungewöhnlicherweise in ganz Bayern.

Hinzu kommt: „Die ausgeprägte Schneelage macht uns die Hochwasser-Vorhersage sehr schwer“, erklärt Dr. Natalie Stahl-van Rooijen vom Hochwassernachrichtendienst Bayern (HND). Hintergrund: An den Alpen fängt der Schnee den Regen eher erstmal auf. „Gleichzeitig ging der Regen jetzt doch in höheren Lagen auch wieder in Schnee über.“ In niedrigeren Lagen werde der Schnee dagegen mit weggespült, trägt also zu den Fließmengen bei.

Alles also auch für Experten spannend und nicht so leicht auf den ersten Blick zu durchschauen. Damit Sie den Überblick behalten, hier die wichtigsten Warnungen und aktuellen Pegelstände zusammengefasst.

Höchste Hochwasser-Warnstufe für Aschaffenburg, Bamberg und Coburg sowie Landshut

Die höchste Hochwasser-Warnstufe (Warnung vor Überschwemmungen in bebauten Gebeiten) gilt in Stadt und Landkreis Aschaffenburg noch bis zum morgigen Samstag (30. Januar). Allerdings nur für den Fluss Kahl. Die gestrigen Niederschläge und Tauwetter haben zu einem weiteren Anstieg des Wasserstandes an der Kahl geführt. Der Pegel Schöllkrippen befindet sich momentan in Meldestufe 3 (von vier möglichen Stufen). Da derzeit keine weiteren größeren Niederschläge vorhergesagt sind, wird die Meldestufe 4 voraussichtlich nicht erreicht, so dass gegen Abend mit einer Entspannung der Lage gerechnet werden kann. „Das Schlimmste ist hier rum“, sagt Stahl-van Rooijen.

Genauso gilt die höchste Warnstufe für die Flüsse Schenkenau / Itz in den Landkreisen Bamberg und Coburg. Auch hier wird wohl die Meldestufe 3 in den nächsten Stunden erreicht. Mehr wohl auch nicht. Dasselbe gilt für die Vils im Landkreis Landshut.

Hochwasser in Bayern: Pegel steigen in Franken bis nach Nürnberg hinein

Ein Schwerpunkt des Hochwassers liegt laut HND derzeit in Mittelfranken, wo die Zuflüsse zur Rednitz/Regnitz (Aisch, Schwabach, Zenn, Pegnitz, Fränkische Rezat, Schwarzach), sowie die obere Altmühl und Wörnitz ein kleineres Hochwasser im Bereich von Meldestufe 1 bis 2 führen. Demnach kann es in den nächsten Tagen auch zu leichten Ausuferungen in Nürnberg* selbst kommen. Teilweise kann in Franken noch die Meldestufe 3 erreicht werden.

Oberpfalz und Niederbayern: Donau steigt noch länger an - aber keine schlimme Hochwasser-Lage

Die Zuflüsse der Donau führen aktuell Hochwasser, erreichen auch die ein oder andere Meldestufe. Wie viel genau wann genau zu einer Welle für Kelheim, Regensburg*, Straubing und Passau* zusammenkommt, lässt sich derzeit schwer abschätzen. Zu viel sollte es aber nicht werden. Maximal die Meldestufe 2.

Hochwasser-Lage in Oberbayern: Entwarnung für Alpenrand

Der DWD warnt aktuell immer noch mit einer Unwetterwarnung vor starkem Tauwetter am Alpenrand in Südbayern. Stahl-van Rooijen kann aber Entwarnung geben. „In höheren Lagen ist der Regen oft wieder in Schnee übergegangen.“ Ferner könne der viele Schnee in den Bergen tatsächlich erst einmal als Puffer fungieren, den Regen also quasi erstmal aufsaugen. Zudem könne das Gebirge sowieso mehr Niederschlag vertragen als das Flachland. Mit großartigen Hochwasserereignissen ist also dort nicht mehr zu rechnen. Höchstens kleine, vom Warndienst nicht erfasste Gewässer, könnten über die Ufer treten.

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks. Einen Überblick übers Bayern-Wetter liefern wir Ihnen immer aktuell in unserem Wetter-Ticker für Bayern.

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