Nürnberg ebenfalls betroffen

Biontech heiß begehrt - doch Impf-Ampullen von Moderna und Johnson landen häufig im Müll

Biontech-Impfstoff ist sehr beliebt.
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Der Biontech-Impfstoff ist sehr beliebt - auch in Nürnberg. Das führt jedoch dazu, dass Mittel von anderen Herstellern oft weggeworfen werden müssen.

Auch im Nürnberger Impfzentrum werden Impfstoffe von Moderna und Johnson & Johnson weggeworfen. Der Grund: Biontech ist beliebter und die Haltbarkeit begrenzt.

Nürnberg - Johnson & Johnson? Nein, danke! Moderna, lieber nicht! Während diese Vakzine bei Patienten eher unbeliebt sind, ist der Corona-Impfstoff von Biontech* heiß begehrt. Die Folge: Die Impfdosen von Moderna und J & J landen immer öfter im Müll. So geschehen auch im Nürnberger Impfzentrum. 

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Nürnberg: Ärzte kritisieren Bestellvorgang 

Rolf Rabenstein, Leiter der Impfkoordinierungsstelle der Stadt Nürnberg*, erklärt das Vorgehen. Ist Impfstoff vom Hersteller Biontech Pfizer übrig, wandern die Ampullen vom Nürnberger Impfzentrum direkt zu den Hausärzten. Etwa 400 Impfstofffläschchen seien es in den vergangenen Wochen gewesen, erläutert Rabenstein dem BR. Das Problem: Während die Hausärzte Biontech gerne abnehmen, bleibt das Impfzentrum auf Moderna* oft sitzen. Denn das Vakzin wird aufgetaut ausgeliefert und ist schlichtweg nur begrenzt haltbar - zwei Wochen maximal. Immer wieder müsse Impfstoff von Moderna und Johnson & Johnson* deshalb entsorgt werden. 

Dieses Problem ist dem Hausarzt Dr. Tilman Gothner aus Lonnerstadt im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim* nur allzu gut bekannt. Oft sei es so, dass der Impfstoff in die Praxis geliefert werde und dann innerhalb von nur zwei Wochen verimpft werden müsse - eine logistische Leistung, die kaum vom Praxisteam zu stemmen sei. 

Auch die hohe Nachfrage nach Biontech sei ein großes Problem. Der Mediziner wünscht sich in diesem Bereich eine kurzfristigere Bestellmöglichkeit. „Wir müssen immer schauen, wie viele Impflinge wir haben, wie viele Interessenten und dann vereinbaren wir Termine. Die Patienten möchten Planbarkeit, was aber nicht möglich ist, weil wir Woche für Woche schauen müssen, wie viel real geliefert wird“, schildert der Arzt dem Bayerischen Rundfunk

Nürnberg: Hausärzteverband ärgert sich über den Verteilschlüssel

Impf-Ampullen, die im Müll landen, sind nichts Neues. „Das ist ganz schade und macht uns traurig, dass viele glauben, dass Moderna ein minderwertiger Impfstoff ist, was de facto nicht der Fall ist“, so Gothner. Dr. Markus Beier aus Erlangen*, Vorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbands ärgert sich ebenfalls über die Verteilung des Impfstoffs. „Der Verteilschlüssel ist für niedergelassenen Ärzte sehr problematisch, weil dort nur geringste Mengen Biontech ausgeliefert werden und Impfzentren und medizinische Versorgungszentren können ein Vielfaches bestellen. Diese Ungerechtigkeit bemängeln wir als Hausärzteverband schon seit Monaten.“ *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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