Impfung gegen Coronavirus

Booster-Sonderregelung für Johnson-Geimpfte in Bayern: Was die Experten empfehlen und was im Freistaat gilt

Ab wann zählen Menschen mit einer Johnson & Johnson Impfung als geboostert? In Bayern gibt es hier eine Sonderregelung. Alle wichtigen Informationen im Überblick.

München - Eine Auffrischungsimpfung kann den Impfschutz gegen das Coronavirus deutlich erhöhen. Um diesen Booster zu erhalten braucht es einen dritten Piecks - jedenfalls für alle, die mit Astrazeneca, Moderna* oder Biontech* geimpft wurden. Doch wie sieht es mit all jenen Geimpften aus, die eine Johnson & Johnson Spritze bekommen haben?

Eine Spritze mit Impfstoff des Herstellers Johnson & Johnson

Hier wird es verzwickt. Denn für den vektorbasierten Impfstoff Janssen von Johnson & Johnson hat ursprünglich eine Impfung gegen das Coronavirus* ausgereicht, um als vollständig geimpft zu gelten. Was bedeutet das für die Auffrischungsimpfung? Gelten die Johnson-Geimpften bereits nach der zweiten Impfung als geboostert oder sind wie bei den anderen Impfstoffen auch drei Spritzen nötig? Die Verwirrung ist groß. Vor allem, weil in den Bundesländern der Booster*-Status unterschiedlich definiert wird.

Impfung mit Johnson & Johnson: Ab wann ist man in Bayern geboostert?

In Bundesländern wie Baden-Württemberg, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz reicht für Johnson-Geimpfte bereits eine zweite Impfung aus, um als geboostert zu gelten. Anders ist es jedoch im Freistaat Bayern. Hier haben Menschen, die eine Johnson & Johnson*-Impfung erhalten haben, ihre Grundimmunisierung erst, nach einer zweiten Spritze. Folglich gelten sie auch erst als geboostert, wenn sie ein drittes Mal ihre Ärmel hochgekrempelt haben.

Das bedeutet: Menschen, die einen Johnson-Impfstoff erhalten haben, sind in Bayern nach einer zweiten Spritze von der 2G-Regel und erst nach einer dritten Impfung von der 2G-Plus-Regel befreit.

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Corona-Regeln in Bayern: Wo gilt 2G-Plus?

  • Sportveranstaltungen (als Zuschauer)
  • Indoor-Sportausübung (z.B. Fitnessstudios)
  • Kulturveranstaltungen (z.B. Theater, Museen, Kino, Konzerthäuser)
  • Messen, Tagungen, Kongresse
  • Ausstellungen, Schlösser
  • Schwimmbäder, Thermen, Saunen, Solarien
  • Sonstiger Freizeitbereich (z.B. Indoor-Spielplätze, Spielhallen, Wettannahmestellen, Spielbanken)

Booster-Regelung bei Johnson & Johnson: Warum geht Bayern einen Sonderweg?

Der Freistaat hat sich bei seiner Entscheidung an der ständigen Impfkommission (Stiko) orientiert. „Die STIKO empfiehlt jedoch weiterhin allen Personen ab 18 Jahren, die eine erste Impfstoffdosis der COVID-19 Vaccine Janssen erhalten haben, ihre Grundimmunisierung mit einer zweiten Impfstoffdosis mit einem mRNA-Impfstoff zu optimieren“, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung des Robert Koch-Instituts (RKI). Bei der zweiten Impfung handelt es sich laut RKI also nicht es um einen Booster, sondern um eine „Optimierung“.

„Personen, die nur eine Dosis des COVID-19 Impfstoffes Janssen und keine weitere Impfstoffdosis erhalten haben, gelten somit nach nicht mehr als vollständig geimpft“, teilt die Pressestelle des bayerischen Gesundheitsministeriums auf Nachfrage mit.

Unsere Redaktion hat auch in Bayern nachgefragt. Eine Antwort auf unsere Anfrage ans Bayerische Gesundheitsministerium steht noch aus.

Empfehlung des RKI für Johnson & Johnson-Geimpfte

Das Robert Koch Institut rät, sich vier Wochen nach einer J&J-Impfung einen anderen Impfstoff spritzen zu lassen. Dann bestehe für drei Monate ein hoher Schutz. Danach lasse die Wirkung jedoch wieder etwas nach und Geimpfte können sich dann wieder leichter anstecken.

Die Stiko rät Menschen, die mit J&J geimpft wurden, für die zweite und dritte Impfung einen mRNA-Impfstoff zu nehmen. Für unter 30-Jährige wird derzeit der Impfstoff von Biontech empfohlen. Über 30-Jährige können sich auch das Vakzin von Moderna spritzen lassen.

Für J&J-Geimpfte, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, empfiehlt das RKI derzeit keine weitere Impfung mit einem mRNA-Impfstoff oder dem Vektorimpstoff von Johnson & Johnson.

Die neue Regelung löst bei einigen Johnson & Johnson-Geimpften Unmut aus*. Wie kürzlich berichtet, fühlen sich manche benachteiligt, schlecht informiert und überrumpelt.

*Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © (Symbolbild) Achille Abboud via www.imago-images.de

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