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Klinikum „bestürzt“ über Vorwürfe von angeklagtem Pfleger

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Mordprozess gegen Krankenpfleger
Der Angeklagte wird zum Prozess-Auftakt von Justizbeamten in den Gerichtssaal geführt. © Peter Kneffel/dpa

Das Münchner Klinikum rechts der Isar hat sich „bestürzt“ über die Vorwürfe eines wegen Mordes angeklagten Pflegers gegen das Krankenhaus gezeigt. Der Mann hatte zum Prozessauftakt gegen ihn am Dienstag vor dem Landgericht München I unter anderem angegeben, Vorgesetzte hätten gewusst, dass er mehrfach betrunken zum Dienst erschienen sei. Außerdem habe er selbst Medikamente in der krankenhauseigenen Apotheke für seine Station bestellt - und nach Belieben abgezweigt.

München - Mit diesen Arzneimitteln soll er laut Staatsanwaltschaft zwei Morde verübt haben und sechs Mordversuche.

„Am Universitätsklinikum rechts der Isar gibt es strenge Verfahrensanweisungen zu Medikamenten“, sagte eine Sprecherin der Klinik auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. In der Regel dürften nur Ärzte und Ärztinnen in der hauseigenen Apotheke Medikamente bestellen. „Pflegekräfte können lediglich in Ausnahmefällen dazu autorisiert werden. Die Bestellungen erfolgen digital und passwortgeschützt. Eine zusätzliche Kontrolle erfolgt fallweise über die hauseigene Apotheke, wenn etwa über eine Station eine größere Medikamentenmenge als gewöhnlich bestellt wird.“ Ob für den angeklagten Pfleger eine solche Ausnahmeregelung galt, ließ die Klinik offen.

Die Sprecherin betonte: „Im Universitätsklinikum rechts der Isar herrscht eine Null-Toleranz-Grenze bei Alkohol im Dienst. Mitarbeitende, die alkoholisiert zur Arbeit erscheinen, werden umgehend von den Vorgesetzten nach Hause geschickt und müssen auch mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen rechnen. Dies galt auch für den Beschuldigten.“

Seit Bekanntwerden der Fälle im Jahr 2020, die von einem aufmerksamen Assistenzarzt der Klinik aufgedeckt wurden, habe das Krankenhaus seine „internen Sicherheitsregularien und Kontrollmechanismen noch einmal verschärft“. dpa

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