Ratatouille-Alarm im „Gourmet-Tempel“

Ratte in Landsberger China-Restaurant fotografiert - mit unangenehmen Folgen für Betreiber

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Kein gern gesehener, aber dummerweise fotografierter Gast im Landsberger China-Restaurant „Gourmet-Tempel“.

Sieht aus, wie ein Schnappschuss für Ratatouille 2, ist aber bitterer Ernst - besonders für die Betreiber des China-Restaurants „Gourmet-Tempel“ in Landsberg. Eine Ratte, ein Foto - und die Folgen:

Landsberg – Beim Betrachten des mit einem Smartphone geschossenen Fotos fühlt man sich unweigerlich an die Pariser Feinschmeckerratte Remy aus dem Computerani¬mationsfilm „Ratatouille“ erinnert. Sie scheint förmlich aus dem Restaurantfenster in die Kamera zu lächeln. Nein, kein Dreh für den nächsten Kinohit, sondern Realität. Ein potenzieller Gast hat den posierlichen Nager in einem Landsberger Gourmet-Tempel abgelichtet und auf Facebook gepostet. Mit Folgen. Das Restaurant war für einen Tag geschlossen.

Am Mittwoch machten die beiden Fotos online die Runde – mit Konsequenzen. Auf den sozialen Netzwerken entwickelt sich förmlich ein Shitstorm, weit sachlicher gingen die zuständigen Behörden an den Vorfall ran. 

Städtisches Ordnungsamt und Gesundheits¬amt im Landratsamt kümmerten sich unverzüglich um Remys Artgenossen. Wenig später war der Gourmet-Tempel Landsberg geschlossen. „Nicht aus hygienischen Mängeln“, betont der Sprecher der Kreisbehörde, Wolfgang Müller, auf Anfrage des Kreisboten ausdrücklich, „ganz im Gegenteil“. Regelmäßig sei in dem China-Restaurant kontrolliert worden, stets ohne Beanstandungen.

Baulicher Mangel

Mit „alternative Fakten“ für das auf den beiden Fotos festgehaltene Geschehen vermag Müller nicht aufzuwarten. Wohl aber mit ersten Erklärungen. An der Echtheit der Fotos zweifelt von Behördenseite niemand; „mindestens eine Ratte“ habe sich unberechtigter Weise Eingang in das Restaurant verschafft. 

Im Gesundheitsamt geht man davon aus, dass es irgendwo einen „baulichen Mangel“ geben und sich der Nager dort durchgefressen haben muss – schlimmstenfalls nicht alleine. Deshalb gab‘s von der Behörde gleich mal ein paar Auflagen für Gourmet-Tempel-Chef Lilian Hu: das Schlupfloch finden und abdichten lassen, einen Schädlingsbekämpfer mit dem Aufspüren des oder der Nager beauftragen und eine komplette Grundreinigung des Restaurants durchführen. All das war am Donnerstag zur Zufriedenheit der Kreisbehörde erledigt, bereits Mittag hatte das Lokal wieder geöffnet.

Zusammenfassend spricht Wolfgang Müller von „Riesenpech für den Gourmet-Tempel“, so etwas hätte „überall und immer passieren können“ – auch privat. Doch da macht‘s halt nicht gleich die große Runde über die sozialen Medien mit all ihren Nachteilen, aber auch Vorzügen.

Der Geschäftsführer des Gourmet-Tempels Landsberg, Lilian Hu, war auf telefonische Anfrage des Kreisboten nicht zu sprechen. Rede und Antwort stand immerhin sein Sohn. „Wir haben keine Ratte gesehen“, betonte er und sprach im zweiten Atemzug von einer möglichen „Fotomontage“. Im Gegensatz zu den Mitarbeitern des Gesundheitsamtes könne er sich nicht erklären, wie eine oder mehrere Ratten in das Restaurant gekommen sein sollen. 

Inzwischen wissen die Beteiligten mehr: vermutlich entlang eines Heizungsrohres mit schadhafter Isolierung. Unabhängig davon kam sei das Gouret-Tempel-Team den Auflagen der Behörden natürlich nachkommen, obgleich man ja nur „freiwillig“ geschlossen habe; ein „reibungsloser Ablauf für die Gäste“ war nicht mehr zu gewährleisten.

Seit Donnerstag Mittag hat der Gourmet-Tempel Landsberg wieder geöffnet – ohne Feinschmeckerratte auf der Fensterbank.

Toni Schwaiger

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