"Ich hatte das nicht geplant"

Junger Vater gesteht Messerangriff auf Schwiegermutter

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Wegen Mordversuchs muss sich der Angeklagte vor dem Landgericht Memmingen verantworten.

Memmingen - Wegen Mordversuchs an seiner Schwiegermutter steht ein junger Vater vor Gericht. Er gesteht, sie niedergestochen zu haben. Und er erklärt, warum.

Ein 29 Jahre alter Mann hat vor dem Landgericht Memmingen gestanden, mit einem Messer auf seine Schwiegermutter eingestochen zu haben. „Ich hatte das nicht geplant“, sagte der junge Vater am Mittwoch. Er muss sich erneut wegen versuchten Mordes verantworten. Im Juni war der Prozess wegen Befangenheit einer Schöffin geplatzt. Im Laufe der Verhandlung hatte sich herausgestellt, dass die Schöffin Kontakt zum Umfeld des Opfers hatte. Der Prozess muss deshalb neu aufgerollt werden.

Dem Angeklagten wird vorgeworfen, im Oktober im Haus der Schwiegereltern in Ellzee (Landkreis Günzburg) die damals 54-Jährige mit mindestens sieben Messerstichen in den Hals und Brustkorb lebensgefährlich verletzt zu haben. Laut Anklage musste die Frau fünfmal operiert werden. Lähmungen in der Hand und im Arm blieben.

Kurz vor dem Angriff war es zu einem Streit zwischen den jungen Eheleuten gekommen. Die Frau des Angeklagten hatte danach die gemeinsame Wohnung in Blaustein in Baden-Württemberg verlassen und war mit den beiden Kindern - damals eineinhalb und drei Jahre alt - zu ihren Eltern gezogen. Dort tauchte der Angeklagte später auf.

"Ich hatte massive Angst um meine Kinder"

Beim Prozessauftakt hatte der 29-Jährige teils unter Tränen geschildert, wie seine Schwiegermutter ihn und seine Frau über Jahre hinweg unter Druck gesetzt, bedroht und ihnen mit Anschuldigungen das Leben schwer gemacht habe. Von Anfang an habe sie die Beziehung nicht akzeptiert.

Am Tattag sei er nach einer Nachricht seiner Frau nach Ellzee gefahren, um nach den Kindern zu sehen und sie nach Hause zu holen. „Ich hatte massive Angst um meine Kinder.“ Als seine Schwiegermutter die Mädchen von ihm wegzog und sagte, „die Kinder bleiben hier“, sei die Lage eskaliert. „Da war wirklich Ende, da ist bei mir der Faden gerissen“, sagte er am Mittwoch weiter.

Als er das Opfer am Boden liegen sah, habe es ihm leid getan. „Ich konnte nicht glauben, was ich getan habe.“ Er selbst hatte die Polizei gerufen. „Ich wollte, dass schnell jemand kommt.“ Der Prozess wird fortgesetzt.

dpa

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