Opfer leiden dauerhaft

Falsche Polizisten prellen Senioren - hunderte Verfahren

Betrüger werden immer einfallsreicher: Erst waren es die falschen Enkel, jetzt sind es die falschen Polizisten, die Senioren abzocken wollen. Die Fälle nehmen zu.

München – Erst waren es die falschen Enkel, jetzt sind es die falschen Polizisten. Betrüger geben sich am Telefon als Beamte aus und bringen so vor allem Senioren dazu, ihnen ihr Erspartes auszuhändigen. Allein bei der Staatsanwaltschaft München I gebe es dieses Jahr schon 650 Verfahren, berichtete Oberstaatsanwältin Anne Leiding am Mittwoch. Hochgerechnet werde es 2017 voraussichtlich 2000 Fälle geben. Die Opfer litten danach oft dauerhaft an Angstzuständen und unter Schlaflosigkeit.

„Man muss davon ausgehen, dass das nicht auf München und nicht einmal auf Deutschland beschränkt ist“, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Hans Kornprobst. Nachdem die Ermittler vor gut einem Jahr einem Netz von Enkeltrick-Betrügern in Polen das Handwerk gelegt hatten, melden sich nun falsche Polizisten aus der Türkei: Bisher bekannte Fälle liefen über ein dortiges Callcenter, sagte Kornprobst. Es sei nicht einfach, den Tätern das Handwerk zu legen; der Rechtshilfeverkehr mit der Türkei sei schon früher nicht immer leicht gewesen.

dpa

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