Ländliche Regionen anschließen

Fahrgast-Einbruch zum Trotz: MVV will weiter expandieren - diese Linien sind geplant - Fahrten bald bis Garmisch?

Der MVV will langfristig in andere Landkreise expandieren. S-Bahn und Bus spielen hierbei eine große Rolle
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Der MVV will langfristig in andere Landkreise expandieren. S-Bahn und Bus spielen hierbei eine große Rolle.

Der MVV verzeichnet durch Corona einen Passagier-Rückgang von 40 Prozent. Dennoch soll langfristig expandiert werden - und das Münchner Umland integriert werden.

München – Die Sorgen des MVV-Chefs waren nicht zu überhören: „Seit November sind die Fahrgastzahlen im freien Fall“, sagte Bernd Rosenbusch am Donnerstag bei der MVV-Jahrespressekonferenz. Die Furcht der Fahrgäste vor einer Infektion konnte auch durch etliche Studien nicht gemildert werden, denen zufolge Fahrten im öffentlichen Personennahverkehr „relativ sicher“ sind. Um 40 Prozent sind die Passagierzahlen 2020 zurückgegangen. Viele frühere Nutzer von Bus oder S-Bahn sind aufs Auto umgestiegen, manche gehen lieber zu Fuß oder fahren Rad – oder verharren im Homeoffice. Das hinterlässt Spuren in der MVV-Bilanz: Es gibt Einnahmeausfälle in Höhe von 380 Millionen Euro. Zwar hilft ein ÖPNV-Rettungsschirm. Aber der deckt nur 90 Prozent der Kosten ab, und zudem ist es laut Rosenbusch unsicher, ob Geld 2021 in selber Höhe fließen wird.

MVV will in München 2021 Expressbus-Ring starten - und diverse Regionen ausloten

Als erster Schritt soll nun eine Werbekampagne helfen, die es schon im Dezember versuchsweise gab – Motto: „Ich bin Wiedereinsteiger“. Rosenbusch: „Das werden wir in diesem Jahr wiederholen.“ Der MVV-Chef hofft, dass auch eine Stärkung des Angebots helfen wird. An allen Ausbauzielen, so betonte er, werde festgehalten. Und der MVV hat einiges vor: Zum einen wird im Dezember dieses Jahres ein Expressbus-Ring rund um München starten, den Rosenbusch schon in einem Interview mit dem Münchner Merkur Ende Dezember angekündigt hatte.

München und der MVV: Landkreis Garmisch soll in wenigen Jahren dazugehören

Sieben Buslinien sind geplant, unter anderem der X201 Dachau–Garching/Forschungszentrum, der X800 Buchenau (bei Fürstenfeldbruck) nach Dachau und der X978 Starnberg–Bad Tölz. Zweites Mega-Vorhaben ist die Erweiterung des MVV-Geltungsgebietes: Ab Juni finden die ersten Fahrgasterhebungen in den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen, Miesbach, Weilheim-Schongau (Ost) sowie Stadt und Landkreis Rosenheim statt. Später folgen andere Regionen, unter anderem Landshut und Landsberg. Ab Ende 2022 soll auch eine Erhebung zum Fahrgastpotenzial in Garmisch-Partenkirchen* starten – der Landkreis könnte nach dem aktuellen Szenario des MVV ab Dezember 2025 Verbundgebiet werden.

Voraussetzung ist immer, dass die Landkreise das anfallende Defizit des MVV auffangen – es handelt sich um Millionenbeträge. Es lohnt sich, warb Rosenbusch für das Vorhaben: „Wenn ein Münchner heute zum Spitzingsee fahren will, benötigt er drei Fahrkarten.“ Schließe sich Miesbach dem MVV an, ist nur noch eine notwendig. *Merkur.de ist ein Angebot des Ippen Digital Netzwerks

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