Eskalation der Gewalt

Auf bayerischem Volksfest: Polizisten müssen sich mit Warnschuss vor Schlägern schützen

Völlig eskaliert ist eine Situation auf dem Volksfest in Pilsting (Landkreis Dingolfing-Landau). Zwei Polizisten sind attackiert worden, einer setzte seine Dienstwaffe ein. 

Pilsting - Zwei Polizeibeamte wurden bei einem Einsatz auf dem traditionellen Pfingstvolksfest des TSV Pilsting in Niederbayern verletzt, einer sogar schwer. Am Abschlussabend des Volksfestes spielte die bayerische Partyband „Die Ganoven“ - doch es wurde kein friedvoller und bierseeliger Ausklang der Festtage, die am Freitag begannen. 

Die Polizisten wurden von jungen Festbesuchern attackiert. Ein Beamter griff zu seiner Dienstwaffe und gab einen Warnschuss ab, um die Situation unter Kontrolle zu bekommen. 

Beamte wurden angegriffen - schwere Gesichtsverletzung

Die Polizei schildert den Vorfall so: Gegen 23 Uhr fielen den Streifenpolizisten, die in Zivil unterwegs waren, mehrere junge Menschen auf, die sich offenbar schlagen wollten. Die Stimmung war aggressiv. Die Beamten wollten die Schlägerei verhindern, sprachen deshalb die Männer an und zeigten auch ihre Dienstausweise. Es sei also klar erkennbar gewesen, dass sie Polizisten sind.

Trotzdem verschaffte ihnen das keinen Respekt. Die Polizisten mussten sich einige Beleidigungen anhören, dann gingen ein 19-jähriger Einheimischer sowie ein Hamburger (21) körperlich auf die Zivilbeamten los. Ein Polizist wurde umgestoßen, der andere von hinten zu Boden geschlagen. Hierbei verletzte er sich schwer im Gesicht. 

Daraufhin feuerte der zuerst umgestoßene Beamte einen Warnschuss aus seiner Dienstwaffe ab. Das hinterließ Eindruck. Beiden Männer konnten überwältigt werden. Der 21-jährige Angreifer war stark alkoholisiert. Der im Gesicht verletzte Polizist musste in einer Klinik behandelt werden. 

„Die Hemmschwelle ist gesunken“

Nun laufen die Ermittlungen gegen die beiden jungen Männer wegen Körperverletzung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte. Polizeisprecher Günther Tomaschko zeigt sich gegenüber der Passauer Neuen Presse erschüttert über die Eskalation der Gewalt auf dem Volksfest: "Die Hemmschwelle, dass man Einsatzkräfte angreift, ist relativ gesunken."

Was Polizeibeamte erleben müssen:

Zuletzt forderte die Feuerwehr-Gewerkschaft Konsequenzen, nachdem bei einem Faschingsumzug in Schönau zwei Rettungskräfte attackiert wurden. Die Helfer würden sich im Stich gelassen fühlen, wie merkur.de meldete. Aufsehen erregten im Frühjahr gleich mehrere Angriffe auf Polizisten in Regensburg, die Rede war von einer „Gewaltnacht“ in der Domstadt, worüber ebenfalls merkur.de berichtete.

mag

Rubriklistenbild: © dpa/Marc Müller

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