Fast jeder zweite Polizist betroffen

Gewalt gegen Polizisten steigt auf Rekordhoch

Statistisch gesehen war 2016 fast jeder zweite Polizeivollzugsbeamte in Bayern von Gewalttaten gegen die eigene Person betroffen. Und meist bleibt es nicht bei Beleidigungen. 

Nürnberg - Ein Mord, 13 versuchte Tötungen, fast 2500 Körperverletzungen und noch mehr Beleidigungen: Im vergangenen Jahr sind im Freistaat in 7422 Fällen Polizisten selbst Opfer von Gewalt geworden. Insgesamt seien davon 16 450 Polizisten betroffen gewesen. Dies entspreche einem Plus von 10,2 Prozent im Vergleich zu 2015, sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Donnerstag in Nürnberg.

Die Zahl der verletzten Beamten sei ebenfalls deutlich gestiegen, mit annähernd 2400 habe sie um 16,3 Prozent über dem Wert von 2015 gelegen. „Diese Entwicklung sehe ich mit größter Sorge. Das ist ein neuer Höchststand seit Erstellung unserer Lagebilder 2010.“

Statistisch gesehen sei damit 2016 fast jeder zweite Polizeivollzugsbeamte in Bayern von Gewalttaten gegen die eigene Person betroffen gewesen. Besonders erschreckend sei das teilweise extreme Gewaltniveau, betonte Herrmann. Das zeige unter anderem der schreckliche Mord an einem 32-jährigen Polizisten im Oktober 2016 im mittelfränkischen Georgensgmünd durch einen sogenannten Reichsbürger oder auch der lebensgefährliche Kopfschuss bei einer 26-jährigen Polizistin am S-Bahnhof in Unterföhring bei München im Juni 2017. „Wir werden alles daran setzen, unsere Polizistinnen und Polizisten bestmöglich zu schützen“, versicherte der Innenminister.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Archiv)

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