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Nürnberg: Polizei lässt spontane Demo gewähren

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Proteste in Nürnberg
Teilnehmer eines sogenannten „Spazierganges“ gegen die Coronamaßnahmen in Nürnberg. © Gregor Bauernfeind/dpa

Mehr als 1000 Menschen haben am Donnerstagabend bei einem nicht angemeldeten Protestzug durch die Nürnberger Innenstadt gegen die Corona-Politik demonstriert. Die Polizei stoppte die Gruppe zunächst nach wenigen Metern, machte Auflagen wie etwa eine Abstandsregelung, bestimmte eine Wegstrecke und begleitete die Demonstration schließlich mit zahlreichen Beamten durch die Stadt.

Nürnberg - Es habe keine Festnahmen oder Anzeigen gegeben, sagte eine Polizeisprecherin. „Die Abstände wurden eingehalten und es gab keine Störungen.“ Zu dem Protest war in Chatgruppen aufgerufen worden.

In München hatte die Polizei am Vorabend Demonstrierende konsequent gestoppt, die trotz eines in der Stadt geltenden Versammlungsverbots auf die Straße gegangen waren. Es gab Strafanzeigen wegen Widerstands gegen die Polizei, 1300 Platzverweise und rund 700 Ordnungswidrigkeitsanzeigen. Bereits am 22. Dezember waren Protestierende in München teils heftig mit der Polizei aneinandergeraten. In Nürnberg gibt es - anders als in München und mehreren anderen bayerischen Städten - keine Allgemeinverfügung, die die sogenannten Spaziergänge gegen die Corona-Politik beschränkt oder verbietet. In Mittelfranken seien die Versammlungen bislang friedlich verlaufen, sagte die Polizeisprecherin. Das Versammlungsrecht sei ein hohes Gut.

Man habe die Mobilisierung am Donnerstag im Internet erkennen können und sei mit verstärkten Kräften im Einsatz gewesen, sagte sie. Zunächst waren es beim Treffpunkt beim Rathaus wenige hundert Menschen, in der Spitze waren laut Polizei rund 1300 Menschen unterwegs. Die Polizei stoppte an Kreuzungen den Verkehr für die Demo. Masken trugen die allermeisten Teilnehmer keine - eine Maskenpflicht war aber auch nicht Teil der Auflagen.

Ein Veranstalter hatte zunächst eine Versammlung in Nürnberg anmelden wollen, diese aber zurückgezogen, als er statt des gewünschten Standorts in der Altstadt einen Platz etwas außerhalb zugewiesen bekommen hatte. dpa

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