Machtlos gegen Plakat-Aktion

Stadt entsetzt: Souvenirhändler vergleicht Corona-Maßnahmen mit NS-Zeit - „Absolut inakzeptabel“

Der Hauptmarkt in Nürnberg
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Ein Nürnberger Souvenirhändler verglich die Corona-Maßnahmen mit der NS-Zeit. Den Hauptmarkt bezeichnete er als Adolf-Hitler-Platz. (Archivbild)

Ein Nürnberger Souvenirhändler sorgt mit einem Plakat für Aufsehen. Er vergleicht die Corona-Maßnahmen mit der NS-Zeit. Die Stadt ist schockiert - und machtlos.

Nürnberg - Der Vergleich eines Souvenirhändlers von den Corona*-Maßnahmen mit der Nazi-Zeit stößt bei der Stadt Nürnberg* auf Unverständnis. Oberbürgermeister Marcus König (CSU*) bezeichnete das Plakat in dem Laden am Hauptmarkt am Mittwoch als „absolut inakzeptabel.“ Die Stadt habe jedoch keine Handhabe, um das Plakat entfernen zu lassen. Dieses aufzuhängen sei weder strafbar noch eine Ordnungswidrigkeit.

Corona in Bayern: Nürnberger Ladenbesitzer vergleicht Maßnahmen mit NS-Zeit

Der Ladenbesitzer hatte auf dem Protest-Plakat den bei Touristen beliebten Hauptmarkt* als Adolf-Hitler-Platz bezeichnet - so hieß der Platz zu NS-Zeiten. Darunter fragt er, ob er künftig auch Adolf-Hitler-Souvenirs verkaufen müsse. „Jegliche Vergleiche der aktuellen Lage mit den Corona-Maßnahmen zu dem NS-Regime verbieten sich, sind unangebracht und falsch“, sagte König dazu weiter. Zuvor hatte der BR über dessen Kritik an dem Plakat berichtet. Auch das Nürnberger Bündnis Nazistopp kritisierte die Art des Protestes gegen die Ladenschließungen.

Das Ordnungsamt habe laut dem BR bereits mehrfach versucht, Kontakt zu dem Ladenbetreiber aufzunehmen, damit dieser die Plakate entfernt. Er zeige sich aber absolut unzugänglich. Die Stadt wolle trotzdem weiter an dem Thema dranbleiben.

Nürnberger Ladenbetreiber vergleicht Corona-Maßnahmen mit NS-Zeit: Kritik und Zuspruch

Der Ladenbetreiber, der anonym bleiben will, möchte mit seiner Plakat-Aktion auf seine Lage aufmerksam machen. Wie er gegenüber BR24 erklärte, habe er im letzten Jahr nur 13 Prozent seines durchschnittlichen Umsatzes gemacht. Von den staatlichen Hilfen sei auch nichts hängengeblieben. „Das ging alles an den Vermieter, an Versicherungen, an die Gas- und Wasserversorger“, wie er sagte.

Auslöser sei gewesen, dass die Behörden ihm eine Demonstration mit Lautsprechern vor seinem Laden untersagt hätten. Das Plakat soll nun bis zur Bundestagswahl hängen bleiben. Er habe bislang viel Kritik, aber auch Zuspruch bekommen, wie es weiter heißt. (kam/dpa) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Der Übergang in den Wechselunterricht für die Abschlussklassen in Bayern kam nicht gut an. Zahlreiche Schüler und Schulen sind in den Streik getreten.

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