Bezahlbarer Wohnraum

Gegen Mietpreiswucher: „Syndikatsprojekt Nürnberg” will selbstbestimmtes Wohnen fördern

Wohnungen
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In vielen Teilen Deutschlands wird das Wohnen immer teurer. Ein Nürnberger Projekt will dem Mietpreiswucher entgegenwirken. (Symbolbild)

Ein Haus, das keinem gehört: Das Modell „Mietshäuser Syndikat“ in Nürnberg ist ein Vorreiter in Sachen selbstbestimmtes Wohnen und im Kampf gegen den Mietpreiswucher in Deutschland.

Nürnberg – Wohnen in Deutschland ist teuer – zumindest in vielen Teilen der Bundesrepublik. Das Modell „Mietshäuser Syndikat“, wie es in Nürnberg* besteht, will dem Mietpreiswucher entgegentreten.

Ein Blick in „ImmoScout” und andere Portale ernüchtert viele Mieter und Wohnungssuchenden. Die veranschlagten Preise im Freistaat schießen immer weiter nach oben, ein Ende ist nicht in Sicht. Umso interessanter ist ein Blick nach Nürnberg, wo sich eine kleine, aber unbeugsame Schar dem Modell „Mietshäuser Syndikat“ verschrieben hat. Annika Kreipp ist Teil davon und erklärt dem Bayerischen Rundfunk begeistert: „So ein Hausprojekt kann man eigenverantwortlich und selbstorganisiert schmeißen.“ Außerdem könne man nicht rausgeworfen werden und die Miete selber bestimmen. 

Nürnberger „Mietshäuser Syndikat“: Finanzierung durch Privatkredite 

Die Gruppe um Kreipp ist gerade dabei, ein neues Haus für das Syndikat zu erwerben. Beim Kauf des „Krähengartens“, dem ersten Projekt dieser Art in Nürnberg, war sie auch schon dabei. Dafür schließen sich Gleichgesinnte zusammen, meist sind es die künftigen Hausbewohnerinnen und -bewohner, und versuchen, bei Familie und Freunden Privatkredite zu bekommen.  

Ist damit ein bestimmter Anteil am Kaufpreis der Wunschimmobilie gedeckt, akzeptiert so manche Bank diesen Grundstock als Grundlage für den Kredit zum Hauskauf, schreibt der Bayerische Rundfunk. In Bayern gebe es neben dem Krähengarten in Nürnberg sechs weitere Syndikatshäuser. 

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„Syndikatsprojekt Nürnberg” startet neues Projekt 

Auf der Homepage von „Syndikatsprojekt Nürnberg” erklären alle Aktiven, worum es ihnen bei der Sache geht: „Das Projekt wollen wir realisieren, weil wir sowohl selbstverwaltet und selbstbestimmt zusammenwohnen wollen als auch bezahlbaren Wohnraum für ein unabdingbares Grundrecht halten.” 

Entscheidungen werden gemeinschaftlich gefällt, einen Vermieter gibt es nicht. Die Menschen, die sich in einer GmbH organisieren, zahlen die Miete und alle anfallenden Kosten an sich selbst. Durch das Vetorecht des Syndikats können die Häuser nie mehr auf dem freien Markt verkauft werden. Ein Modell, das sich nach Aussage des Syndikats deutschlandweit „bei über 150 Projekten bewährt hat”. Deswegen will die Schar um Annika Kreipp so weitermachen und sucht derzeit ein Haus in Nürnberg mit einer Wohnfläche von 500 m². *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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