Schuldig wegen Totschlags

Obdachlosen-Mord: 30-Jähriger zu langer Haftstrafe verurteilt

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Für den Mord an einem Obdachlosen muss der Angeklagte für mehrere Jahren ins Gefängnis.

Nürnberg - Die Staatsanwaltschaft hatte für beide Angeklagten lebenslange Haft wegen Mordes an einem Obdachlosen gefordert. Doch das Gericht sah dies anders - und verkündete sogar einen Freispruch.

Den gewaltsamen Tod eines Obdachlosen in Fürth muss ein 30 Jahre alter Mann mit neuneinhalb Jahren Haft büßen. Das Landgericht Nürnberg sprach ihn am Montagabend wegen Totschlags schuldig. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er vor gut einem Jahr den 57-Jährigen im Streit um Geld getötet hatte.

Ein zweiter Angeklagter wurde dagegen wie von der Verteidigung gefordert freigesprochen. Nach Ansicht des Gerichts hatte sich der 59-Jährige nicht an der brutalen Tat beteiligt. Die Staatsanwaltschaft hatte für beide Männer aus dem Obdachlosen-Milieu lebenslange Haftstrafen wegen gemeinschaftlichen Mordes beantragt.

Am Vormittag war vor Gericht zunächst ein weiterer Zeuge vernommen worden. Er wurde dafür extra aus einem Berliner Gefängnis, wo er gerade eine Strafe absitzt, nach Nürnberg gebracht. Er gab jedoch an, sich an nichts mehr erinnern zu können. Der jüngere Angeklagte hatte sich eine entlastende Aussage von seinem früheren Bekannten erhofft.

Der Anwalt des 30-Jährigen hatte am Montag eine Haftstrafe von maximal vier Jahren wegen Körperverletzung mit Todesfolge für seinen Mandanten gefordert. Vor einer Woche hatten Staatsanwaltschaft und Verteidigung bereits einmal plädiert - bevor klar war, dass noch der Zeuge vernommen wird.

dpa

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