Umweltministerium erwartet Trockenperioden

Pilotprojekt soll Wasser-Konflikte in Bayern lösen helfen

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Trockene Bäume im Münchner Arnulfpark

Würzburg - Landwirte, Versorger und Naturschützer konkurrieren in einigen Regionen Bayerns um Wasser. Ein Pilotprojekt soll nun Lösungen finden.

Trockenheit kann Konflikte zwischen Landwirten, Wasserversorgern und Naturschützern auslösen - und deshalb geht im besonders trockenen Unterfranken im Januar ein Pilotprojekt in eine neue Phase. „Wir fangen jetzt an, Handlungsempfehlungen für die verschiedenen Akteure zu entwickeln“, sagte Axel Bauer vom Sachgebiet Wasserwirtschaft bei der Regierung von Unterfranken am Dienstag in Würzburg. 

Das Projekt, das vor einem Jahr begann und bis Ende 2017 läuft, soll für ganz Bayern Ergebnisse liefern. Es arbeitet im Raum Schweinfurt-Kitzingen an einem besseren „Niedrigwasser-Management“. Zuerst hatte der Bayerische Rundfunk darüber berichtet.

Oberstes Ziel: Sicherung der Trinkwasserversorgung

Bei dem Vorhaben geht es darum, Strategien und Lösungen dafür zu entwickeln, wie Landwirte, Wasserversorger und Naturschützer bei zunehmender Hitze und Trockenheit handeln sollten. „Oberstes Ziel ist dabei die Sicherung der öffentlichen Trinkwasserversorgung“, sagte Bauer. Denkbar zur Verbesserung seien etwa Tröpfchenbewässerung oder Pflanzen, die resistenter gegen Trockenheit sind. Am Ende soll es einen Leitfaden geben - auch für andere Gebiete Bayerns.

Das Projekt, das vom Bayerischen Umweltministerium getragen wird und 160 000 Euro kosten soll, konzentriert sich auf drei Gebiete: Schwebheim, Gochsheim und die Bergtheimer Mulde. Dort wird Wasser jeweils auf besondere Art genutzt. Im Raum Gochsheim gibt es zum Beispiel viele Brunnen auf kleiner Fläche, und in der Bergtheimer Mulde braucht Industriegemüse viel Wasser.

Landesregierung erwartet häufigere Trockenperioden

Auch anderswo in Bayern gibt es von der Landwirtschaft besonders beanspruchte Gebiete wie die Hallertau. „Aber bei uns entspannt sich die Lage nicht so schnell wie in Nieder- oder Oberbayern“, erklärte Bauer. Denn es regne in Unterfranken deutlich weniger - nur ungefähr halb so viel wie in Südbayern. So fülle sich das Grundwasser nicht so schnell wieder auf, sagte der Wasserexperte. „Durch den Klimawandel wird das noch verschärft - nicht nur in Unterfranken.“

Das sieht auch die Landesregierung so. „Der Trockensommer 2015 war ein Vorbote des Klimawandels“, hatte Bayerns Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU) im Dezember gesagt. „Künftig werden auch Trocken- und Niedrigwasserperioden häufiger und extremer auftreten.“

dpa

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