Prozess in Deggendorf

Ex-Priester soll fünf Buben jahrelang missbraucht haben

Dieser Fall ist schockieren. Der 53-Jährige hat sich als katholischer Priester ausgegeben und fünf Kinder über Jahre sexuell missbraucht haben. Aber das ist noch lange nicht alles.

Deggendorf - Ein einschlägig vorbestrafter Ex-Priester muss sich ab Mitte Dezember vor dem Landgericht Deggendorf wegen sexuellen Missbrauchs verantworten. 

Laut Anklage hat der 53-Jährige seit Mitte der 1990er Jahre fünf Buben bei insgesamt mindestens 100 Gelegenheiten sexuell missbraucht sowie eine 18-Jährige einmal versucht zu vergewaltigen. 

Eine Vielzahl der Übergriffe, die in Polen, Italien, Österreich und in der Schweiz sowie bei Mainz und im Landkreis Deggendorf begangen wurden, werde als schwerer sexueller Missbrauch gewertet.

Urkundenfälschung und Missbrauch von Titeln

Die Behörde wirft dem Mann unter anderem auch Urkundenfälschung, Betrug und Missbrauch von Titeln vor. Er soll sich dadurch mindestens 100.000 Euro erschlichen haben, um seinen Lebensunterhalt zu finanzieren. Der ehemalige katholische Priester hatte nach Gerichtsangaben zwischenzeitlich ebenfalls wegen sexuellen Missbrauchs eine mehrjährige Haftstrafe abgesessen.

Laut Anklage hat sich der Mann mittels gefälschter Schul- und Hochschulabschlüsse eine Priesterweihe in Polen erschlichen. Nach seiner Entlassung aus dem Priesteramt habe er sich ab 2013 unter einem falschen Namen weiterhin als katholischer Priester ausgegeben, Gottesdienste gehalten und Spenden gesammelt. In einem Fall habe er sich in einer E-Mail gar als Gott ausgegeben, um einen Gastgeber von einer für Kost und Logis geforderten Bezahlung abzubringen.

Die Staatsanwaltschaft geht bei dem Angeklagten von einer pädophilen Störung aus und davon, dass von ihm weitere Sexualstraftaten zu erwarten sind. Er sei allgemeingefährlich. Deshalb werde über eine dauerhafte Unterbringung in einer Psychiatrie zu entscheiden sein.

Der 53-Jährige ist im September 2016 im Landkreis Deggendorf festgenommen worden und befindet sich inzwischen in einer psychiatrischen Klinik. Es sind zunächst 15 Verhandlungstage vorgesehen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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