Waffen und Beweise sichergestellt

Razzia gegen „Reichsbürger“: Drei Verdächtige in Haft

Augsburg - Drei sogenannte Reichsbürger nahm die Polizei am Mittwoch fest. Bei mehreren Razzien mussten sogar Spezialkräfte anrücken.

Mit einer internationalen Razzia ist die Polizei am Mittwoch erneut gegen Anhänger der sogenannten Reichsbürger-Bewegung vorgegangen. Die Ermittler durchsuchten 14 Objekte in Bayern, Baden-Württemberg, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein, außerdem auch in Rumänien. Es seien Waffen und zahlreiche Beweismittel sichergestellt worden, berichtete das Augsburger Polizeipräsidium. Drei Verdächtige wurden mit Haftbefehlen festgenommen.

Wegen einer möglichen Bewaffnung wurden in zwei Fällen Spezialkräfte der Münchner Polizei eingesetzt. Im Oktober hatte bei einer ähnlichen Aktion im mittelfränkischen Georgensgmünd ein „Reichsbürger“ auf vier Polizisten geschossen und einen 32-jährigen Beamten getötet. Seitdem gab es bereits mehrere Razzien gegen „Reichsbürger“. Diese lehnen die Bundesrepublik als Staat ab und ignorieren oftmals Gesetze und behördliche Anordnungen.

Das Ziel der jüngsten Durchsuchungen waren Anhänger der Bewegung „Zweites Deutsches Reich“. In Bayern wurde außer in Augsburg auch noch im schwäbischen Buttenwiesen (Kreis Dillingen) und in Oberfranken durchsucht. Bislang ermittelt die Augsburger Staatsanwaltschaft gegen fünf Beschuldigte zwischen 48 und 69 Jahren. Sie sollen „für eine größere Personenzahl falsche Urkunden in Form von Reichskarten, Reichsführerscheinen und Diplomatenpässen des „Deutschen Reiches““ hergestellt und vertrieben haben. Zudem wird ihren Betrug im Zusammenhang mit Immobiliengeschäften vorgeworfen.

„Diese Leute sind potenziell gefährlich“, begründete Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) die erneute Razzia. „Daher gehen wir gegen diese Staatsverweigerer mit allen Mitteln des Rechtsstaats konsequent vor.“

Zuletzt hatte es in der vergangenen Woche in Bayern und Rheinland-Pfalz eine Razzia gegen 45 „Reichsbürger“ des selbst ernannten „Bundesstaats Bayern“ gegeben. Anfang Februar gingen die Ermittler gegen „Reichsbürger“ ebenfalls in Bayern und Rheinland-Pfalz sowie in Baden-Württemberg vor.

dpa/lby

Rubriklistenbild: © dpa

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