Impfpflicht könnte die Lage noch verschlimmern 

Corona-Alarm an Regensburger Kliniken: Immer mehr Personal fällt aus - Engpässe drohen

Immer mehr Klinikpersonal ist erschöpft, selbst krank oder in Quarantäne. Es drohen Engpässe in Regensburg.
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Immer mehr Klinikpersonal ist erschöpft, selbst krank oder in Quarantäne. Es drohen Engpässe in Regensburg.

Die Regensburger Krankenhäuser müssen wegen der Omikron-Welle viele Ausfälle beim Personal kompensieren. Sie fürchten, dass es zeitnah zu Engpässen kommen wird.

Regensburg – Die Regensburger Krankenhäuser sind am Limit. Nicht nur wegen der vielen Corona-Patienten, sondern auch, weil sich immer mehr Mitarbeiter infizieren oder als Kontaktperson in Quarantäne müssen. Die bayerischen Klinik-Chefs schlagen deswegen jetzt Alarm. Sie rechnen damit, dass es in den Kliniken zeitnah enorme Ausfälle geben werde, wie die Mittelbayerische berichtet. Sie fordern lockere Quarantäneregelungen im Freistaat. Sollten diese nicht kommen, würden dem Gesundheitswesen ab Mitte März aufgrund der Impfpflicht für das medizinische Personal Engpässe drohen. Ab dem 15. März dürfen dort nämlich nur noch geimpfte Personen beschäftigt werden.  

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Regensburg: Kliniken stellen sich auf weniger Personal ein 

Die medbo, die Krankenhausträgergesellschaft des Bezirks Oberpfalz, gehe weiterhin von einer „sehr dynamische Infektionslage“ aus, heißt es. Am Montag (17. Januar) seien im Bezirksklinikum Regensburg* 18 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus* getestet worden. Auch zahlreiche weitere Beschäftigte seien in Quarantäne. Die Kliniken könnten den Ausfall aber kompensieren, da Mitarbeiter aus unterschiedlichen Berufsgruppen in verschiedenen Einrichtungen betroffen seien.

Der aktuelle Ausfall sei daher nicht so kritisch, wie die absolute Zahl vermuten lasse, fügt medbo im Gespräch mit der Mittelbayerischen hinzu. Ziel sei es, eine bestmögliche Balance zu finden zwischen Infektionsschutz und umfangreicher Patientenversorgung. Dafür halte sich das Personal an etliche Schutzmaßnahmen. 

Regensburg: Krankenhäuser bereiten sich auf Engpässe vor 

Dr. Andreas Kestler, Geschäftsführer am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder, hat sich auf die drohenden Ausfälle schon vorbereitet. Im Interview mit der Mittelbayerischen sagt er: „Wir sind aber mit der schon eingeübten flexiblen Belegung unserer Stationen auf eine Entwicklung vorbereitet, in der wir mehr Covid-19-Patienten versorgen müssen und zugleich weniger Mitarbeitende verfügbar sind.“

Auch das Uniklinikum habe bereits alle Vorsorgemaßnahmen getroffen. Hier werde ohnehin mit einem angepassten Personalschlüssel gearbeitet, heißt es weiter. Durch ein Personalpool-System könne auf Engpässe gut reagiert werden. „Natürlich ist aber auch bei uns die Personalsituation, bedingt durch den allgemeinen Pflegemangel und die nun schon fast zwei Jahre andauernde Pandemie, angespannt“, betont Sprecherin Katja Rußwurm. Momentan seien zehn Mitarbeiter in Quarantäne. 

Regensburg: Kliniken verschieben planbare Operationen 

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) warnte laut der Mittelbayerischen am Montag davor, dass das Klinikpersonal nun seinen Fokus auf die schwerkranken Patienten legen müsse. Das Uniklinikum würde zur Not nicht dringend notwendige medizinische Eingriffe verschieben, heißt es weiter.

Das Krankenhaus St. Josef konnte diese Maßnahme bislang umgehen. „Bisher mussten aufgrund von Erkrankungen noch keine Eingriffe abgesagt werden“, teilt die Pandemiebeauftragte Dr. Sylvia Pemmerl der Mittelbayerischen mit. Die Klinik arbeite mit einem „Ausfallkonzept“. Dieses lege im Vorfeld fest, wer als Ersatz einspringen könnte. Derzeit seien rund 20 Mitarbeiter von insgesamt 1400 mit Corona* infiziert oder in Quarantäne als Kontaktperson. Betroffene aus bestimmten medizinischen Bereichen könnten ihre Arbeit jedoch nicht von zu Hause aus ausüben. 

Regensburg: Lockerungen für Geboosterte in Bayern 

In Bayern gibt es mittlerweile neue Corona-Regeln. Wer frisch geimpft oder geboostert ist, muss bei Kontakt mit einem Corona-Infizierten nicht in Quarantäne. Ein Großteil des medizinischen Personals habe auch schon eine Auffrischungsimpfung erhalten, schreibt die Mittelbayerische weiter. Trotz der neuen Festlegung sei das Krankenhaus St. Josef aber besorgt. Hier blicke man „mit Anspannung auf die steigenden Inzidenzen“, betont Pandemiebeauftragte Pemmerl. *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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