Was hinter der lustigen Idee steckt

Polizei meldet Fake-Maibaum-Klau - Facebook feiert

In der Freinacht wird so mancher Schabernack getrieben. Darauf, dass es auch hier Grenzen gibt, hat die Polizei Oberpfalz mit einem witzigen Facebook-Post hingewiesen, für den sie gefeiert wird.

Regensburg - Wer die Zeilen im Internet liest, fragt sich kurz, ob denn schon wieder 1. April ist. 

„Die wertvolle Fracht war stolze zehn Meter lang und offensichtlich zu schwer für ein paar vorwitzige Muskelprotze. Zwar stahlen sie den Maibaum, knickten dann aber wohl unter den belastenden Beweisen immer weiter ein und überließen das gute Teil rücksichts- und völlig schutzlos seinem weiteren Schicksal auf einer abgelegenen Wiese.“ 

Diese Meldung verbreitete die Polizei Oberpfalz am 30. April auf ihrer Facebook-Seite – gepaart mit einem Foto, auf dem ein Polizei-Hubschrauber zu sehen ist, der einen Maibaum von einem Feld abschleppt. Auch von Zeugenberichten und einer speziell einberufenen „SOKO Maibaum“ war in dem Post die Rede.

Doch bei genauerem Hinsehen und Lesen wird schnell klar: So ganz ernst gemeint ist die Meldung der Polizei nicht. Durch den witzigen Post wollten die Beamten lediglich darauf hinweisen, dass in der Freinacht – die Nacht auf den 1. Mai, in der traditionell viele Maibäume geklaut und andere Scherze ausgeheckt werden - nach wie vor die deutschen Gesetze gelten. Sprich: Es besteht auch in dieser Nacht kein Freibrief für Straftaten und Ähnliches.

Mit ihrer innovativen Idee zur Vorbeugung von eventuell unbedachten Blödeleien erntete die Polizei Oberpfalz auf ihrer Facebook-Seite viele positive Rückmeldungen. Knapp 500 Likes etwa erhielt der Post innerhalb eines Tages. 

Judith Kleinhanß vom Social-Media-Team der Polizei Oberpfalz war mit der Aktion sehr zufrieden. „Wir wollten ein Präventionsthema, bei dem es sonst schwierig ist, dieses an die Leute heranzutragen, einmal auf eine witzige, ironische Art verbreiten“, sagt die Polizeibeamtin. „Und das ist uns, denke ich, gelungen.“ 

Dass der eine oder andere nachgefragt hat, ob die Meldung ernst gemeint sei, sehen die Beamten nicht als Problem an. Sie haben keine Angst, dass die Menschen in Zukunft an dem Wahrheitsgehalt der Polizeimeldungen zweifeln würden.

Rubriklistenbild: © dpa

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