„Es ist eine Riesenchance“

„Wie soll das funktionieren?“: Corona-Verschärfung an Bayerns Schulen kommt - eindeutige Reaktionen folgen

CSU-Chef Söder kündigte es mit Kultusminister Piazolo (Freie Wähler) auf einer Pressekonferenz an: Die Testpflicht für bayerische Schulen kommt - die Reaktionen darauf folgten prompt.

Update vom 7. April, 21.48 Uhr: Ab kommenden Montag, 12. April, soll sie also gelten, die Testpflicht in allen bayerischen Schulen (siehe Erstmeldung weiter unten). Das Vorpreschen der Söder-Regierung bleibt auch im politischen Berlin nicht unbemerkt. So äußerte sich jetzt etwa Dieter Janecek (Die Grünen), bayerischer Bundestagsabgeordneter, via Twitter zu der neuen Maßnahme.

„Finde den Ansatz Testpflicht an Schulen grundsätzlich gut“, erklärte Janecek. Allerdings fügt er direkt Kritik hinzu und stellt eine entscheidende Frage: „Frage mich allerdings, wie die Umsetzung funktionieren soll so fünf Tage vorm nächsten Präsenztag? Viele Schulen haben noch überhaupt keine Tests. Vorbereitung?“

In der Tat haben Ministerpräsident Söder (CSU) und Kultusminister Piazolo (Freie Wähler) keine Details zur Infrastruktur hinter dem Vorgehen genannt. Zweifel an dem Start nach den Osterferien äußerten die Protagonisten am Nachmittag in München jedoch nicht.

Corona in Bayern: Testpflicht für Schulen kommt - eindeutige Reaktionen folgen prompt

Erstmeldung vom 7. April 2021: München - Der bayerische Ministerpräsident Söder kündigte es gemeinsam mit seinem Kultusminister Piazolo (Freie Wähler) auf der Pressekonferenz in München an: Die Corona*-Testpflicht an Schulen - unabhängig vom jeweiligen Inzidenzwert* - kommt. Für bayerische Schulen steht also eine neue Herausforderung bevor. Schnell folgten deutliche Reaktionen. Nicht nur die Pflicht zum Testen wird dabei kritisiert, auch die Rückkehr nach Ostern in die Schulen halten manche für gänzlich falsch. CSU*-Chef Söder betonte in München einmal mehr, das Thema Schulen genieße weiter „oberste Priorität“. Deshalb sei im Freistaat das vollständige Schließen von Schulen weiter kein Thema - trotz eines Weges der „Vorsicht und Vernunft“.

Corona: Testpflicht für bayerische Schulen - heftige Kritik nach Söder-PK

In einem unter anderem vom Bayerischen Elternverband unterschriebenen offenen Brief forderte die Arbeitsgemeinschaft „Bildung in der Pandemie“ unterdessen, dass die Tests freiwillig bleiben müssten. Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband wiederholte wiederum seine Forderung, „wenn nicht absolut sicher getestet werden kann und die Impfangebote nicht da sind, dann müssen die Schulen zu bleiben“.

Letzteres schloss der Minister Piazolo auf der Pressekonferenz in München vollständig aus. Man werde wie geplant nach den Osterferien starten. Das Testen verteidigte er mit dem Argument, dass man auf diese Weise Schüler in der Schule halte und somit Bildung ermögliche. Außerdem biete das Testen Sicherheit. „Es ist eine Riesenchance, dass wir in Schulen testen können.“ Dadurch werde man mehr Sicherheit bekommen als vorher, erklärt er.

Corona in Bayern: Schulen mit neuen Regeln - das gilt nach Ostern

Für Schulen in Bayern gelten für die Zeit nach den Osterferien (ab 12. April) neue Regeln. Bei einer Inzidenz von über 100 bleibt es zwar beim Distanzunterricht - Ausnahme bilden die Abschlussklassen und Q11 sowie die vierten Klassen der Grundschulen. Doch für die Teilnahme am Präsenzunterricht wird nach den Osterferien ein Corona-Test verpflichtend - unabhängig vom jeweiligen Inzidenzwert. Mindestens zweimal wöchentlich müssen Schüler, Lehrer und anderes Schulpersonal sich künftig in der Schule auf das Virus testen lassen. Bislang galt eine Testpflicht nur in Regionen mit einer Inzidenz von über 100. Wer den Test verweigert oder in Quarantäne muss, erhält Distanzunterricht.

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Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/picture alliance/dpa

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