Seehofer: Weizsäcker war "Präsident aller Bürger"

Horst Seehofer ehrt den verstorbenen Richard von Weizsäcker. Foto: Sven Hoppe/Archiv
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Horst Seehofer ehrt den verstorbenen Richard von Weizsäcker. Foto: Sven Hoppe/Archiv

München (dpa/lby) - Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hat den verstorbenen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker als "Präsident aller Bürger" gewürdigt. Weizsäcker sei eigenständig und überparteilich gewesen und habe damit das Bild eines idealen Staatsoberhaupts geprägt. "Mit ihm verlieren wir einen der ganz großen Deutschen der Nachkriegsgeschichte", sagte der CSU-Vorsitzende laut einer Mitteilung am Samstagnachmittag.

Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, nannte Weizsäcker einen der herausragenden Politiker und Staatsmänner des Landes. Weizsäcker habe mit seiner Ansprache zum 40. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges "eine der bedeutsamsten Reden zur Einordnung der deutschen Geschichte gehalten", sagte Knobloch. "Er hat den lähmenden Dunst des Selbstunbewusstseins, der Verdrängung und der Verlogenheit aus der Erinnerungskultur entfernt und damit den Blick und den Weg frei gemacht, für einen selbstkritischen, offenen und ehrlichen Umgang mit der deutschen Geschichte."

Weizsäcker starb am Samstag im Alter von 94 Jahren. Der CDU-Politiker war von 1984 bis 1994 Bundespräsident - er beeinflusste mit wegweisenden Reden das politische Klima in Deutschland und scheute auch nicht vor Konflikten mit Kanzler Helmut Kohl (CDU) zurück. Vor der Bundespräsidentenzeit war der in Stuttgart geborene Weizsäcker unter anderem Regierender Bürgermeister von Berlin (1981 bis 1984). Von 1969 bis 1981 war der promovierte Jurist Mitglied des Deutschen Bundestages. Zudem war er zweimal Präsident des Evangelischen Kirchentages (1964 bis 1970 und 1979 bis 1981).

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